Lärmschutz
Koralmbahn: Ausbau der Lärmschutzmaßnahmen

Das Thema Lärmbelastung durch erhöhten Schienenverkehr im Kärntner Zentralraum wird frühzeitig angesprochen
  • Das Thema Lärmbelastung durch erhöhten Schienenverkehr im Kärntner Zentralraum wird frühzeitig angesprochen
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  • hochgeladen von Kathrin Hehn

Der Ausbau der Koralmbahn bedeutet eine erhöhte Frequenz im Schienenverkehr im Kärntner Zentralraum. Um Anrainer vor erhöhter Lärmbelastung zu schützen, soll jetzt an Lärmschutzmaßnahmen gearbeitet werden. Weitere Informationen zum Lärmschutz im Kärntner Zentralraum finden sie auf meinbezirk.at/2933141.

KÄRNTEN. Am Freitag, dem 19. Oktober 2018, findet im Congress Center Wörthersee in Pörtschach eine Fachtagung zum Thema "Die Eisenbahnstrecke Wörthersee - Perspektiven zum Schallschutz" statt. 
Da es sich vor allem auf der Bahnstrecke zwischen Villach und Klagenfurt, inklusive der beiden Ballungszentren, um ein sensibles Wirtschafts-, Tourismus- und Erholungsgebiet mit rund 200.000 Anrainern handelt, müssen Maßnahmen zur Entlastung der Bevölkerung und der Touristen gesetzt werden, so Verkehrs-Landesrat Ulrich Zafoschnig.

Fachtagung mit Experten

Experten aus verschiedenen Sparten des Lärmschutzes, des Schienenverkehrs und des Gesundheitswesen werden an der Fachtagung zum Thema "Die Eisenbahnstrecke am Wörthersee - Perspektiven zum Schallschutz" teilnehmen. Auch Anrainer und Interessierte sind herzlich eingeladen.

Am Anfang der Tagung berichtet Christian Kirisits, Ziviltechniker und ao. Professor an der MedUni Wien, über die Messung von schalltechnischen Größen, das Auftreten von Belastungsreaktionen und deren gesundheitlichen Auswirkungen.

Karl-Otto Endlicher, Sachverständiger des BMVIT für Schienenfahrzeuge, gibt Einblick in das akustische Regelwerk für Schienenfahrzeuge ab 1993. Weiters erklärt er die Fortschritte bei Triebfahrzeugen und den Nachholbedarf bei Güterwägen.

Vorstand des Eisenbahnwesens an der TU Wien, Norbert Ostermann, verhilft während der Fachtagung zu einem Überblick über die verschiedenen Lärmschutzmaßnahmen sowie deren Entwicklung.

Das Programm der "Schalltechnischen Sanierung der Eisenbahn-Bestandsstrecken" wird von Werner Baltram, dem Geschäftsstellenleiter für Asset Management und strategische Planung der ÖBB-Infrastruktur AG, präsentiert. Durch einheitliche Rahmenbedingungen und Finanzierungsregeln bei Lärmschutzmaßnahmen nimmt Österreich eine Vorreiterrolle im Europavergleich ein.

Die derzeit laufende Optimierungsinitiative des Landes Kärnten wird Helmut Hadolt vorstellen. Er berichtet von den Fortschritten in den einzelnen Gemeinden. 

Lärmschutz bei Zug und Schiene

Frank Petutschnig und Alfred Pitnik präsentieren die Lärmschutzmaßnahmen im Bereich der Güterwägen.

Julia Kurzmann geht auf den lärmabhängige Wegeentgeltbestandteil, den sogenannten Lärmbonus, genauer ein. Dieser ermöglicht beispielsweise die Umrüstung der Bremsen von Güterwagons.

Weiters behandelt auch Michael Mach, Leiter der Fahrwegtechnik der ÖBB, die Reduktion von Lärm durch moderne Lärmschutzmaßnahmen im Bereich der Eisenbahnfahrwege.
Ein wichtiger Faktor, um den Lärm von Schienenfahrzeugen zu reduzieren, ist die Oberflächenqualität der Schienen. Hier kann Lärm stark reduziert werden, weshalb die Strecke zwischen Villach und Klagenfurt genau überwacht wird.

Pörtschach und Moosburg begrüßen Lärmschutz

Anlässlich der Schallschutz-Fachtagung äußern sich Pörtschachs Bürgermeisterin Silvia Häusl-Benz und der Moosburger Bürgermeister Herbert Gaggl zu den Planungsarbeiten für die Wörthersee-Trasse.
Die beiden ÖVP-Landtagsabgeordneten begrüßen die wiederaufgenommen Planungsarbeiten für die Wörthersee-Trasse.
Nach Jahren des Stillstandes werde nun endlich weiter an den Lärmschutzmaßnahmen für die rund 200.000 betroffenen Anrainern gearbeitet. Dies sei besonders wichtig da mit dem Ausbau der Koralmbahn mit einem erhöhten Gütertransport entlang der Strecke zu rechnen sei.

Kritik aus Villach und Klagenfurt

Sowohl Villachs Bürgermeister Günther Albel als auch Klagenfurts Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz kritisieren, dass die beiden Städte nicht bei der Fachtagung "Die Eisenbahnstrecke am Wörthersee - Perspektiven zum Schallschutz" berücksichtigt wurden.
In den Ballungszentren Villach und Klagenfurt leben rund 159.000 Menschen die ebenfalls vor einer erhöhten Belastung durch Bahnlärm geschützt werden müssen. Daher sollte man sich bei den Lärmschutzmaßnahmen nicht nur auf die Region Wörthersee beschränken, sondern die betroffenen Gebiete von Villach und Klagenfurt in die Planung miteinschließen.
LR Zafoschnig betont jedoch, dass Vertreter beider Städe zu Tagung eingeladen wurden und natürlich auch die Gebiete von Villach und Klagenfurt bezüglich der Lärmschutzmaßnahmen berücksichtigt werden. Die Kritik der beiden Bürgermeister sei daher eher befremdlich und irritierend.

Autor:

Kathrin Hehn aus Kärnten

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