Abschluss der Visitation
Procedere für Gurker Domkapitel nicht akzeptabel

Erzbischof Franz Lackner wird heute zum Abschluss der Visitation eine Pressekonferenz geben. Das Gurker Domkapitel kritisiert die Visitation scharf
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  • Foto: Henning Klingen/Kathpress
  • hochgeladen von Vanessa Pichler

Zu wenig Zeit für Einsicht und Stellungnahme zum Visitationsbericht, eine "Schweigepflicht" und Alois Schwarz nur "Zeuge"? Das Gurker Domkapitel bezweifelt Transparenz, Fairness und Objektivität der Visitation. Erzbischof Lackner geht indes von personellen Konsequenzen aus.

KÄRNTEN. Das Gurker Domkapitel nahm die Einladung des Apostolischen Visitators Franz Lackner, zum Abschluss der Visitation Einblick in den Visitationsbericht zu nehmen, nicht an. 

Kaum Zeit für Einsicht und Stellungnahme

Es sei nämlich ursprünglich zugesagt worden, das Domkapitel hätte ausreichend Möglichkeit zur Stellungnahme - ähnlich wie bei einem Rechnungshof-Bericht also mehrere Tage. Heute Nachmittag wurden allerdings nur zweieinhalb Stunden zugesagt. 

"Kommunikationsverbot"

Außerdem wurde dem Domkapitel eine "Verschwiegenheit gegenüber der Öffentlichkeit" auferlegt. Das komme einem Kommunikationsverbot gleich und "steht im Widerspruch zu dem bei Beginn der Visitation vereinbarten Mindestmaß an Kommunikation relevanter Ergebnisse ,nach außen' nach Fertigstellung des Visitationsberichtes".

Das Domkapitel habe diese beiden Punkte kritisiert und der Visitator habe darauf angeboten, die Einsichtnahme auszudehnen. Doch das ändert für das Domkapitel nichts. 

Nicht transparent und fair

Bischof Alois Schwarz soll in der Visitation nur als "Zeuge" geführt worden sein. Man vermutet also, dass vor allem die Zeit der Sedisvakanz geprüft wurde. Scharfe Kritik insgesamt: Die Visitation werde "den Kriterien der Transparenz und Fairness überwiegend nicht gerecht und daher könne auch die Objektivität nicht bestätigt werden". 

Personelle Konsequenzen

Heute, Freitag, fand dann die Pressekonferenz des Visitators Erzbischof Franz Lackner statt. Nach Gesprächen mit Gläubigen und Mitarbeitern sagt er laut Katholischer Presseagentur, er erwarte sich personelle Konsequenzen. Er habe viel "zerrüttetes Vertrauen und Ängste" gespürt, so dass die "Diözese im Ausnahmezustand" sei - "und zwar durch alle Schichten hindurch". 

Bericht geht nach Rom

Man habe die Zeit von Bischof Schwarz keineswegs ausgespart und habe sich am Kriterium der Objektivität orientiert, weist er die Vorwürfe zurück. Der Bericht, der nun zur Nuntiatur nach Wien und dann nach Rom geht, umfasst 50 Seiten. Angehängt sei auch der Prüfbericht der Kärntner Diözesanleitung von 2018. Es seien Gespräche mit ca. 200 Kärntnern geführt worden, es habe 145 Gesprächsprotokolle und mehr als 2.600 schriftliche Kontakte gegeben.
Entscheidungen werden nun in Rom getroffen. 

Vorwürfe zurückgewiesen

Die (oben genannten) Vorwürfe des Domkapitels wies Lackner zurück. Man habe "den rechtlichen Vorgaben für kirchliche Verfahren entsprechend die Möglichkeit zur Einsicht geboten" - ebenfalls zur Stellungnahme. 
Wie lange Rom nun für eine Antwort braucht, ist offen. 
Lackner könne sich aber vorstellen, dass der Bericht nach Abschluss des kompletten Verfahrens veröffentlicht wird. Offen sind allerdings noch Fragen des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte.
Viele Gesprächspartner seien nämlich derart verletzt und gekränkt gewesen, dass sie nur mit dem Visitationsteam gesprochen hätten, weil ihnen absolute Diskretion zugesagt wurde.

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