World Social Work Day
Was wäre die Gesellschaft ohne Sozialarbeit?

Lisa Fian und Mahammad, der sich auch dank der Diakonie de La Tour, ein Leben in Kärnten aufbauen kann.
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  • Lisa Fian und Mahammad, der sich auch dank der Diakonie de La Tour, ein Leben in Kärnten aufbauen kann.
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Die wertvolle Arbeit von Sozialarbeitern in die Auslage stellen: dafür steht der "World Social Work Day" am 17. März. Auch in der Integration leisten Sozialarbeiter Großes. Davon kann Mohammad aus Afghanistan erzählen.

KLAGENFURT (vp). Am 17. März feiern Sozialarbeiter weltweit den "World Social Work Day", um auf die Wichtigkeit und den Wert dieser Arbeit hinzuweisen. Auch in Klagenfurt hätte es eine große Aktion dazu gegeben. Sie wurde wegen dem Corona-Virus abgesagt.

Blick des Klienten auf Soziale Arbeit

Doch was steckt alles hinter Sozialer Arbeit? Stellvertretend für die vielen Sozialarbeiter aus den unterschiedlichsten Bereichen im Land haben wir mit einem Klienten, Mohammad aus Afghanistan, und Sozialarbeiterin Lisa Fian, bei der Diakonie de La Tour im Bereich Flucht und Inklusion vor allem zuständig für Arbeitsmarkt-Projekte, gesprochen.

Erste Schritte bei "TourIK"

Mohammad ist seit dem Jahr 2015 in Kärnten. Schon während des Projektes "TourIK" wurde er ab 2017 als Teilnehmer durch die Diakonie de La Tour sozialpädagogisch betreut. Dabei wurden geflüchtete Personen in Gastronomie-Berufen vorqualifiziert, um anschließend eine Lehrstelle in Angriff nehmen zu können. Und Mohammad hätte eine Lehrstelle im Lakeside Park bekommen.
Wenn nicht durch einen Erlass 2018 alles anders gekommen wäre: Asylwerber durften keine Lehre mehr beginnen, auch nicht in Mangelberufen. 

"Schlag ins Gesicht"

Die Enttäuschung war groß. Sowohl bei Mohammad als auch bei Lisa Fian. "Der Lehrstopp für Asylwerber war damals ein Schlag ins Gesicht, Mohammad war nicht der einzige Teilnehmer, der betroffen war", so die Sozialarbeiterin. Trotzdem: Niemals, so Mohammad, wurde er damals von seinen Betreuern alleine gelassen. "Die Diakonie hat mir überall geholfen – auch bei privaten Problemen."

Vielfältige Aufgaben

Im Integrationsbereich kann die Sozialarbeit mit Schnittstellen-Management verglichen werden. "Wir vermitteln zwischen möglichem Arbeitgeber und Klienten, mit dem Arbeitsmarktservice (AMS), bieten niederschwellige fremdenrechtliche Beratung, stehen bei Wohnungssuche zur Seite, Mediation ist ebenso ein Teil", erzählt Fian aus dem Arbeitsalltag. 

Mohammad: "Die Diakonie hat mir überall geholfen – auch bei privaten Problemen."
  • Mohammad: "Die Diakonie hat mir überall geholfen – auch bei privaten Problemen."
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In Mohammads Fall gab es Erfolg: 2019 erhielt er einen positiven Asylbescheid. Er konnte danach ganz offiziell als Küchenhilfe arbeiten. Doch sein Berufswunsch ist ein anderer: Automechaniker, denn als solcher war er auch schon in Afghanistan tätig. 
Eine Chance dazu könnte er durch das neue Diakonie-Arbeitsmarkt-Projekt "A:Life" erhalten, das nun wieder startet und das es seit dem Jahr 2016 erfolgreich gibt. 

Neue Chance: "A:Life"

Bei "A:Life" werden die 30 Teilnehmer von März bis Ende Juli für die Berufsschule in Kooperation mit dem "bfi" in Mathematik, Deutsch und EDV qualifiziert, unterbrochen durch zwei Praxis-Phasen in unterschiedlichsten Berufen. Das Ziel ist, im Herbst eine Lehrstelle vermitteln zu können. Fian: "Hier haben wir eine hohe Vermittlungsquote und tolle Partner – von Infineon bis zu kleinen Malerbetrieben. Ohne solche Betriebe und die gute Kooperation, unter anderem mit AMS und Industriellenvereinigung, könnten wir unsere Arbeit nicht machen."
Durch die Diakonie werden die Teilnehmer noch bis Februar 2021 sozialpädagogisch betreut. 
Mohammad, auch begeisterter Hobby-Fußballer, hofft, einen Platz im Programm zu erhalten, und so seinen Traum – Automechaniker zu werden – einen Schritt näher zu kommen. 

Die aktuelle Flüchtlingssituation an der griechischen Grenze stimmt ihn traurig. Auch Lisa Fian wünscht sich – ganz im Sinne des "World Social Work Day" – mehr Solidarität und "einen ganzheitlichen Blick" auf das Thema.

Autor:

Vanessa Pichler aus Klagenfurt

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