Immer mehr Kärntner sind für das Heer untauglich

Der Kärntner Militär-Kommandant Walter Gitschthaler alamiert: "Die Untauglichkeit nimmt zu. Wir müssen Maßnahmen ergreifen."
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  • hochgeladen von Gerd Leitner

KÄRNTEN. Rund 500 neue Arbeitsplätze hat das Kärntner Heer derzeit zu vergeben. Militärkommandant Walter Gitschthaler freut sich: "Wir haben die dreifache Anzahl an Interessenten." Den Grund ortet er im höheren Ansehen der Bundesheeres in der Bevölkerung. Sie sei die Folge von unschönen Szenarien – Naturkatastrophen und das "Ankommen des Terrors in Europa vor zwei Jahren". Dennoch: "Die immense Steigerung des Images hat sich bewährt", sagt Gitschthaler.
Allzu leicht ist es trotzdem nicht, freie Stellen zu besetzen. Ein Grund dafür ist eine anstehende Pensionierungswelle. Gitschthaler: "Bis 2022 gehen 150 von 500 Personen im Militärkommando in den Ruhestand; diese müssen wir ersetzen."

Kärntner Job-Offensive geht weiter

Derzeit sei man bei dieser Herausforderung noch "gut unterwegs". "Wir haben 120 Personen über Stand", so der Militärkommandant. Bei der 2017 gestarteten Offensive bleibt das Kärntner Heer dennoch "auf dem Drücker".
Notwendig ist das, weil die Zahl an Grundwehrdienern wegen geburtenschwacher Jahrgänge zurückgeht. "Bei den Stellungspflichtigen haben wir einen Rückgang von rund 15 Prozent", sagt Gitschthaler. Waren es 2009 noch 8.049 junge Kärntner, die zur Stellungskommission mussten, zählte man 2017 nur 6.735 Stellungspflichtige.

Mehr Untaugliche in Kärnten

Eine weitere Herausforderung sei es junge Kärntner für das Heer zu begeistern. "Zwar geht die Zahl der Zivildiener zurück", sagt Gitschthaler, "eine Trendwende ist aber noch nicht erreicht." In Zahlen: 2014 meldeten sich 790 Kärntner für den Zivildienst an, 2017 waren es 659 – bei deutlich weniger Stellungspflichtigen.
Große Sorgen macht sich Gitschthaler über die Gesundheit der Kärntner. "Die Untauglichkeit steigt", warnt er. Bereits ein Drittel der Stellungspflichtigen ist für das Heer nicht tauglich, ein Viertel ist dies dauerhaft.
"Die Probleme teilen sich gleichmäßig auf Stützapparat, psychische Probleme und sonstige auf", erklärt der Kommandant. "Wir werden Maßnahmen wie verstärkten Schulsport ergreifen müssen."

Mehr Frauen beim Heer

Gezielt will Gitschthaler auch Frauen zum Heer locken. "Wir haben eine Vielfalt an Berufsbildern, und: Frauen haben die gleichen Chancen wie Männer", wirbt er. Er strebt eine Quote von zehn Prozent an – derzeit liegt das Kärntner Heer bei 3 Prozent Frauenanteil. Das sind 72 weibliche Soldaten.

Investitionen beim Kärntner Heer

  • Im Jahr 2017 investierte das Kärntner Bundesheer 3,8 Millionen Euro in die Infrastruktur.
  • Schwerpunkt waren die Khevenhüller-Kaserne und das Stellungsgebäude. In Letzteres allein flossen 1,3 Millionen Euro.
  • Heuer sind 4,3 Millionen Euro für Investitionen budgetiert.
  • Augenmerk liegt auf der Windisch- und der Laudron-Kaserne. Die Heizungen werden von Öl auf Fernwärme umgestellt.
  • Weiters fließen 800.000 Euro in den Ersatz der Container in Glainach und 700.000 in das Cyber-Defence-Center in der Villacher Lutschounig-Kaserne.

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