Pflichtschulen
Pflichtschulleiter oft an der Grenze der Belastbarkeit

Fordern Pädagogik statt Bürokratie: Ines Domenig und Stefan Sandrieser
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  • hochgeladen von Vanessa Pichler

Zu viel Bürokratie, zu wenig Zeit für die Kernaufgabe Pädagogik: Pflichtschulleiter in Kärnten nahmen zahlreich an Umfrage teil. Gewerkschaft fordert mehr administrative und pädagogische Unterstützung. 

KÄRNTEN. Die FSG-Personalvertreter haben sich im April 2019 bundesweit bei Leitern von Pflichtschulen umgehört. Wie geht es ihnen mit ihren Aufgaben, mit steigender Verantwortung? Wie hoch ist die Arbeitsbelastung? Teilgenommen haben österreichweit 26 Prozent der 3.705 befragten Schulleiter (969), in Kärnten sogar 54 Prozent (150 von 280). Das Ergebnis der Befragung (siehe unten) fasst der FSG-SLÖ-Vorsitzende LAbg. Stefan Sandrieser mit zwei Worten zusammen: "Game over!"

Hoher administratives Aufwand

Die hohe Beteiligung an der Umfrage zeige den Wunsch, sich zu äußern. Der Alltag von Pflichtschulleitern sehe so aus: immer mehr Verantwortung, immer mehr Administration, immer weniger Zeit für die Kernaufgabe Pädagogik trotz steigender "Erziehungsaufgaben", zu wenig Würdigung der Leistung der Lehrer. 

Beruf wird unattraktiver

In einer sechsten offenen Frage konnten sich Schulleiter frei äußern. Die Antworten würden widerspiegeln, was schon länger bemerkbar ist. Der Beruf wird zunehmend unattraktiver. "Das merken wir auch an immer weniger Bewerbungen. In Pflichtschulen muss der Schulleiter alles alleine machen, es gibt kaum Unterstützung. Die Grenze der Belastbarkeit ist oft erreicht", sagt Sandrieser.
Auch bei den Lehrern verzeichne man eine Zunahme an Krankenständen, vor allem aufgrund von Überbelastung. Es könne so nicht weitergehen.

Mehr Unterstützung

Daher hat die Pflichtschullehrer-Gewerkschaft klare Forderungen formuliert, zusammengefasst: "Es ist höchste Zeit, das verantwortungsvolle Tätigkeitsfeld der Direktoren im Pflichtschulbereich anzuerkennen und neu zu bewerten und den Schulen durch administrative Unterstützung in den Direktionskanzleien, aber auch durch pädagogischen Support in den Klassen, Anerkennung zukommen zu lassen."
Vor allem der administrative und pädagogische Support sei zentral. Hierfür müsse es eine bundesweite Lösung geben, um die Pädagogik wieder in den Mittelpunkt stellen zu können. 

Konkrete Forderungen:

  • Pädagogik statt Bürokratie
  • Neubewertung der Leiter-Tätigkeit
  • Neubewertung der zur Verfügung gestellten Finanzmittel durch den Bund
  • Support – sowohl administrativ als auch in den Klassen
  • Senkung der Unterrichtsverpflichtung der Schulleiter, denn zusätzlich zur Leiter-Tätigkeit müssen Direktoren an kleineren Schul-Standorten (unter acht Klassen) auch noch unterrichten (bis zu 80 Prozent), eine Vertretungsverpflichtung besteht ohnehin  

Resolution im Juni

In Klagenfurt will Ines Domenig, Vorsitzende des Zentralausschusses für allgemeinbildende Pflichtschulen in Klagenfurt-Stadt, am 24. Juni eine Resolution an die politisch Verantwortlichen übergeben, welche diese Forderungen zum Inhalt hat. Die Resolution richte sich von Pflichtschul-Lehrern und -Leitern an die Bildungsdiektion (Robert Klinglmair) sowie die Bildungsreferenten in Land (LH Peter Kaiser) und Stadt (Stadtrat Franz Petritz).   

Köfer schlägt Verwaltungsmanager vor

In einer Reaktion auf die Umfrage schlägt Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer schulübergreifende Verwaltungsmanager vor, welche die Lehrer bei Administration unterstützen könnten. "Hier sehe ich die Schulerhalter in der Verantwortung. Der Gemeindebund ist gefordert, in Abstimmung entsprechende Modelle zu erarbeiten", so Köfer.

Die Umfrage

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