Zum 10. Oktober
Sadovnik: "Es geht um Zukunftschancen der Kinder"

Bernard Sadvonik bei einem Vortrag im September in Moskau
  • Bernard Sadvonik bei einem Vortrag im September in Moskau
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Thomas Klose

Zum 10. Oktober: Volksgruppenvertreter Bernard Sadovnik sieht in der Mehrsprachigkeit eine Chance für alle.

KÄRNTEN. Das verlängerte Jubiläum zur 100-jährigen Volksabstimmung neigt sich seinem Ende zu. Die letzten Veranstaltungen des offiziellen Jubiläumsjahres finden in diesen Wochen statt (siehe nebenan). Was bleibt vom Gedenkjahr und wie sieht der Ausblick aus? Die WOCHE im Gespräch mit einem der Volksgruppenvertreter: dem Vorsitzenden der Gemeinschaft der Kärntner Slowenen und Sloweninnen, Bernard Sadovnik.

In Moskau

Der Globasnitzer Bürgermeister Bernard Sadovnik kommt viel umher. Ende September sprach er in Moskau beim wissenschaftlichen Kolloquium der österreichisch-russischen Historikerkommission zum Thema "Das Massaker am Peršmanhof: Trauma und nationale Polarisierung unter den Kärntner Slowenen". "Das war sehr bewegend. Ich konnte erstmals über meine eigene Familiengeschichte, die ja sehr tragisch war (Sadovnik stammt väterlicherseits vom Peršmanhof ab, wo NS-Einheiten 1945 ein Massaker verübten, Anm.), einen Vortrag halten."

"Rücken zusammen"

Mit Blick auf das Jubiläumsjahr sagt er: "Man hat gemerkt, dass wir in Kärnten immer mehr zusammenrücken. Es geht nicht mehr um eine nationale Polarisierung, sondern um den Erhalt des Kulturerbes, das für das gesamte Land einen Mehrwert hat." Mit den drei Sprachen Deutsch, Slowenisch und Italienisch öffne sich die Welt.

"Um Zukunftschancen"

Sadovnik ist im heurigen Jahr Vorsitzender des Volksgruppenbeirates für die slowenische Volkgruppe. Er setzt sich dafür ein, dass "überall dort, wo Eltern es wünschen, dass Kinder eine mehrsprachige Ausbildung bekommen", dies auch möglich wird. Sadovnik: "Da geht es nicht um eine Forderung von einer Minderheit oder den Erhalt von Volksgruppensprachen. Da geht es um Zukunftschancen für die Kinder." Derlei mehrsprachige Ausbildung solle laut Sadovnik auch außerhalb der autochthonen Siedlungsgebiete möglich sein.

Im Kindergarten

In Kärnten gebe es "schon sehr viele Bildungsinstitutionen und Schulen, die diese Mehrsprachigkeit anbieten". Sadovnik weiter: "Sehr oft erscheint es mir halt interessant, dass man auf unsere Nachbarsprachen vergisst." Gerade in der Elementarpädagogik wäre Mehrsprachigkeit entscheidend. "Weil es ja sprachwissenschaftlich erwiesen ist, dass Kinder zwischen dem ersten und dem dritten Lebensjahr die Sprache nicht erlernen brauchen, sie nehmen sie einfach mit."

10. Oktober

Den heurigen 10. Oktober werde Bernard Sadovnik "feiern wie immer. Jetzt ist es eine Stimmung, bei der man merkt, dass sich die Menschen freuen, dass man den gemeinsamen Weg geschafft hat. Ich denke mir, es geht letztendlich darum, dass wir uns nicht dafür schämen sollten, dass wir ein Kulturerbe haben, sondern wir müssen weiterhin daran arbeiten, dass wir dieses Kulturerbe auch sichtbar machen." Entscheidend sei, dass man "die Bevölkerung auf dieser Reise mitnimmt".

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?

Werde Regionaut!

Jetzt registrieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen