Arbeitsmarkt Kärnten
Die Corona-Krise hinterlässt massive Spuren

Am Foto: Peter Wedenig, Geschäftsführer des AMS Kärnten und seine Stellvertreterin Melanie Jann.
  • Am Foto: Peter Wedenig, Geschäftsführer des AMS Kärnten und seine Stellvertreterin Melanie Jann.
  • Foto: AMS
  • hochgeladen von Julia Dellafior

Wie AMS Geschäftsführer Peter Wedenig und seine Stellvertreterin Melanie Jann bei der heutigen Pressekonferenz berichten, hat die Corona-Krise am Arbeitsmarkt 2020 massive Spuren hinterlassen. Mit wirtschaftsnahen Qualifizierungen, Upskillings und Beschäftigungsimpulsen sollen Wege aus der Krise gefunden und künftige Fachkräfte ausgebildet werden.

KÄRNTEN. Das vorige Jahr startete positiv: Sowohl im Jänner als auch im Februar konnte die Zahl der Arbeitslosen und Personen in Schulung gegenüber den Vorjahresmonaten gesenkt werden. Die positive Entwicklung am Kärntner Arbeitsmarkt wurde jedoch mit dem ersten Lockdown gestoppt. Am 31. März 2020 – zum Höchststand – waren 49.032 (+58,3 Prozent) Personen arbeitssuchend gemeldet oder in Schulung.

Corona-Kurzarbeit

 Rund 6.300 Kärntner Betriebe mit rund 75.000 MitarbeiterInnen befanden sich zum Höchststand in KUA. „Somit war zum Höchststand jede zweite Arbeitskraft von Arbeitslosigkeit betroffen oder in Kurzarbeit“, sagt Peter Wedenig, Geschäftsführer des Arbeitsmarktservice Kärnten.

Anstieg der Arbeitslosigkeit

Im Jahresdurchschnitt 2020 waren 26.749 Personen beim AMS Kärnten arbeitssuchend gemeldet. Das entspricht eine Zunahme von 6.000 Personen. Österreichweit ist die Arbeitslosigkeit um 35,9 Prozent gestiegen. Mit einem Plus von 31,9 Prozent ist die Arbeitslosigkeit bei Frauen stärker gestiegen als bei Männern (+26,3 Prozent). Die prozentuell höchsten Zuwächse gab es in Hermagor und in Wolfsberg.

Betroffene Branchen

Nach Branchen betrachtet hat die Arbeitslosigkeit am stärksten im Fremdenverkehr zugenommen, gefolgt vom Handel und von den Hilfsberufen. Entsprechend haben in den ersten beiden Kurzarbeitsphasen Unternehmen aus dem Handel am häufigsten Kurzarbeit in Anspruch genommen und in Phase 3 (ab Oktober) Tourismus- und Gastronomiebetriebe. „Insgesamt konnten durch die Kurzarbeitsbeihilfen im Jahr 2020 rund 97.400 Personen vor Arbeitslosigkeit bewahrt werden und wichtiges KnowHow in den Betrieben erhalten bleiben“, sagt Melanie Jann, stellvertretende Geschäftsführerin des AMS Kärnten. 7.042 Betriebe wurden durch die Covid-19-Kurzarbeit unterstützt, darunter vorwiegend Klein- und Kleinstbetriebe. Eingegangene Verpflichtungen: rund 407 Millionen Euro.

Betroffene Personengruppen

Die Corona-Krise hat am Arbeitsmarkt alle Altersklassen erreicht: Bei den Jugendlichen bis 25 Jahre ist die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt 2020 um 32 Prozent gestiegen (+614). Seitens des AMS Kärnten wurde gleich zu Beginn der Krise ein Schwerpunkt auf diese Zielgruppe gesetzt. Bei den Über-50-Jährigen nahm die Arbeitslosigkeit um 26 Prozent auf 9.335 Arbeitslose zu. Bei Langzeitarbeitslosen stieg sie um 37,1 Prozent auf 8.615 Personen. „Der Verfestigung von Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken und Langzeitarbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen, wird eine der großen Herausforderungen im Jahr 2021 sein", so Wedenig.

Mit Qualifizierung Zukunft sichern

Um die Folgen der Krise am Arbeitsmarkt abzufedern, wurde österreichweit die Corona-Joboffensive ins Leben gerufen. Der Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung von Fachkräften (Lehrabschluss) und Upskillings. Augenmerk wird auf die Digitalisierung gelegt sowie auf Ausbildungen im Pflegebereich. In Kärnten steht dafür ein Budget von 34,4 Millionen Euro zur Verfügung. Erste Programme befinden sich bereits in der Umsetzung.

Prognose

Wie sich der Arbeitsmarkt weiterhin entwickelt, ist derzeit schwer zu prognostizieren.Vieles wird davon abhängen, wie rasch und in welcher Form Hotellerie und Gastronomie öffnen dürfen, aber auch wie es mit der Impfung weitergeht. Laut Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO wird die Wirtschaft 2021 um 4,5 Prozent wachsen. Entsprechend dieser Prognose würde der Beschäftigtenstand 2021 in Kärnten leicht sinken auf 203.600 Beschäftigte (-1.200 / -0,6 Prozent) und die Zahl der Arbeitslosen mit 27.100 weitgehend gleich bleiben.

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Aktuell
Anzeige
Das Wiener Jaukerl und die Schluck I. - seit kurzem nur noch zensuriert erhältlich
2 4 4

Das Warten aufs Jaukerl hat ein Ende!

Wenn zwei Wiener Urgesteine zusammenfinden, entsteht etwas Großes! Das Bioweingut Lenikus und die bz-Wiener Bezirkszeitung haben mit dem "Wiener Jaukerl" und der "Schluck I." gemeinsam das 750ml Serum aus bestem gegorenem Traubensaft ins Leben gerufen. Das Jahr 2020 wird immer als das Jahr der weltweiten Pandemie in Erinnerung bleiben, und das Jahr 2021 als das, der weltweiten Impfung gegen Covid-19. Das „Serum“ hilft zwar offensichtlich nicht gegen das Virus und kann auch die richtige Covid-19...

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!




Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen