Digitalisierung
Digitale Kompetenzen der Kärntner steigern

Kärntner Bevölkerung soll mehr digitale Kompetenz aufbauen. Um diese Richtung einzuschlagen, gibt es nun einen Schulterschluss zwischen Land, Städten, Gemeinden, Sozialpartnern und dem Verein "fit4internet".
  • Kärntner Bevölkerung soll mehr digitale Kompetenz aufbauen. Um diese Richtung einzuschlagen, gibt es nun einen Schulterschluss zwischen Land, Städten, Gemeinden, Sozialpartnern und dem Verein "fit4internet".
  • Foto: Pixabay/geralt
  • hochgeladen von Vanessa Pichler

Gemeinsam mit dem Verein "fit4internet" wollen die Städte Klagenfurt und Villach sowie alle Kärntner Gemeinden die Kärntner beim Aufbau von digitalen Kompetenzen unterstützen. Es geht darum, die Chancen der Digitalisierung für Gesellschaft und Wirtschaft bestmöglich zu nutzen. 

KÄRNTEN. "Wir wollen Kärnten als digitale Vorzeigeregion gestalten", so Landesrat und Gemeinde-Referent Daniel Fellner. Im Bereich der Digitalisierung habe die Corona-Krise vieles beschleunigt. Nun will man hier ansetzen und gemeinsam mit dem Verein "fit4internet" (Verein zur Steigerung der digitalen Kompetenzen in Österreich, initiiert vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort) die digitalen Kompetenzen der Kärntner Bevölkerung steigern. Mit im Boot sind die Städte Klagenfurt und Villach, die Kärntner Gemeinden und Sozialpartner wie Wirtschafts- und Arbeiterkammer. 

Digitale Kompetenzen "checken"

Gestartet wird mit einem Check für "Digitale Alltagskompetenz", der online abrufbar ist (hier), auch auf den Homepages der Städte. So wird eruiert, welche Bedarfsprofile es in Kärnten gibt, um Angebote in Aus- und Weiterbildung gezielt zu bündeln. Im Juli geht in einem zweiten Schritt ein Check für berufsbezogene digitale Kompetenz online, um auch hier Aus- und Weiterbildungsprogramme auf den Weg zu bringen. 

Digitales Gemeindeamt

Fellner sieht auch Potential in der öffentlichen Verwaltung. Er gibt zu bedenken, dass in den nächsten zehn Jahren rund 50 Prozent der Gemeindebediensteten in Ruhestand gehen. "Wenn wir Digitalisierung als Chance sehen, können wir in der Verwaltung ein attraktiver Arbeitgeber sein." Als attraktiv sieht er etwa die Kombination aus Büro und Home-Office.
Aber es müsse auch das Ziel sein, nahezu 100 Prozent der Verwaltungsabläufe digital abzubilden. "Außer für eine Eheschließung kann man den Weg zum Gemeindeamt immer digital abbilden", so Fellner. Aus seinem Referat fließen im Bereich der Digitalisierung jährlich 1,2 Millionen Euro. Das werde sich auch nicht ändern, wenn nun aufgrund der Corona-Krise viele Förderschienen im Land abgesagt werden müssen. 

Wissenslücken schließen

Josef Haller vom Gemeinde-Servicezentrum berichtet, dass das Zentrum die Kommunen bereits mit IT-Lösungen unterstützt. Gemeinde-Mitarbeiter werden geschult. Doch auch die Bürger müssen geschult werden, um ein "digitales Gemeindeamt" nutzen zu können. ",fit4internet' ist als gemeinnützige Organisation ein idealer Partner, um hier Wissenslücken zu schließen", so Haller. 

Alle Generationen mitnehmen

Die digitale Kompetenz der Bürger sei wesentlich, so die Bürgermeister Maria-Luise Mathiaschitz (Klagenfurt) und Günther Albel (Villach), man dürfe auch auf die Senioren nicht vergessen. Albel gibt zu bedenken, dass die digitale Kompetenz und Infrastruktur auch eine soziale Frage ist und erinnert an die Corona-Krise mit "Homeschooling": "Da haben wir gesehen, dass Schüler ohne digitale Infrastruktur nicht am Unterricht teilnehmen konnten."

Chance für den Wirtschaftsstandort

Wie wesentlich Digitalisierung im beruflichen Umfeld ist, zeigt eine Zahl: 90 Prozent aller heutigen Jobs setzen digitale Basiskompetenzen voraus. Der Corona-Lockdown habe die Bedeutung nochmal deutlich gezeigt, auch für den Wirtschaftsstandort. "Unternehmen, die sich schon mehr damit beschäftigt haben, konnten mit Kunden in Kontakt bleiben, es kristallisieren sich neue Geschäftsmodelle heraus", sagt Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl. "Wir müssen die digitale Kompetenz in allen Bereichen deutlich verbessern." Die Wirtschaftskammer stelle sich seit Jahren darauf ein, auch mit entsprechenden Wifi-Bildungsangeboten. 

Arbeitsplätze der Zukunft

Infineon-CEO Sabine Herlitschka ist auch Vize-Präsidentin des Vereins "fit4internet". Sie bezeichnet digitale Kompetenz als vierte Grundkompetenz neben Lesen, Schreiben und Rechnen. "Der Lockdown war ein Digitalisierungspush, der vielen gezeigt hat, was in diesem Bereich alles möglich ist", so Herlitschka. Auch bei Infineon treibe man das Thema voran, weil man hier die Arbeitsplätze der Zukunft sieht. Sie freut sich, dass nun auch die Kärntner Städte und Gemeinden mit Partnern wie der Wirtschaftskammer ihre Beiträge leisten. 
Aufholbedarf gebe es im Bereich digitale Sicherheit (Stichwort: Cybercrime), hier müsse man in der Aus- und Weiterbildung einen Schwerpunkt setzen.

Newsletter Anmeldung!

Autor:

Vanessa Pichler aus Klagenfurt

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

34 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen