Wirtschaft in Kärnten
Ein herausfordernder Herbst im Kärntner Gewerbe und Handwerk

WK-Spartenobmann Klaus Kronlechner, Spartenobmannstellvertreterin Irene Mitterbacher und Spartenobmannstellvertreter Rudolf Bredschneider fordern Impulse für das Kärntner Gewerbe und Handwerk
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  • WK-Spartenobmann Klaus Kronlechner, Spartenobmannstellvertreterin Irene Mitterbacher und Spartenobmannstellvertreter Rudolf Bredschneider fordern Impulse für das Kärntner Gewerbe und Handwerk
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Unsicherheit im Kärntner Gewerbe und Handwerk: Die Corona-Krise hat die Erwartungen in der Branche für den Herbst und Winter gedämpft. Im heutigen Pressegespräch wurde über die derzeitige Situation in den unterschiedlichen Branchen berichtet.

KÄRNTEN. Nach dem Lockdown im Frühjahr und der leichten Erholung im Sommer stellt der Herbst nun wieder eine Herausforderung für das Kärntner Gewerbe und Handwerk dar. Denn die täglichen Meldungen über die steigenden Fallzahlen verunsichern die Betriebe und trüben ihre Erwartungen. „Keiner von uns weiß, wie sich der Winter entwickeln wird. Und diese Unsicherheit macht sich auch bei unseren Betrieben bemerkbar“, berichtete Klaus Kronlechner, Spartenobmann des Kärntner Gewerbe und Handwerks, beim heutigen Pressegespräch. 

Weiterhin hoher Personalbedarf

Große Sorge bereitet den Betrieben auch die kommende Wintersaison im Kärntner Tourismus. Dieser gilt nämlich durch Bau- und Sanierungsaufträge als wichtiger Kunde. Ein weiterer besonders wichtiger Auftraggeber für das Kärntner Gewerbe und Handwerk ist die Industrie, die auch mit den Folgen der Corona-Krise zu kämpfen hat. Trotz allen Unsicherheiten, lässt sich eine hohe Stabilität bei der Beschäftigung von Mitarbeitern verzeichnen. Denn trotz der rückläufigen Auftragseingänge, ist der Bedarf an Personal nach wie vor hoch. Die über 16.000 aktiven Betriebe in Kärntens Gewerbe und Handwerk sorgen für über 63.000 Arbeitsplätze und sind damit die stabile Säule der Kärntner Wirtschaft in Bezug auf Wertschöpfung und Beschäftigung. Laut dem Spartenobmann steht fest: Jobs im Gewerbe und Handwerk gelten als sicher und krisenfest.

Gesamte Dienstleistungsbranche betroffen

Dazu zählen unter anderem die „persönlichen Dienstleister" wie Human-, Tier- und Raumenergetiker, Astrologen, Unternehmer aus der Kreativwirtschaft, die gesamte Veranstaltungsbranche sowie Schönheitsdienstleister wie Fußpfleger, Kosmetiker, Masseure und Friseure. Die kleinstrukturierten Betriebe haben mit sehr vielen besorgten Anrufern und Absagen zu tun. Nebenher müssen sie Klarheit in ihre eigene Situation schaffen, denn für die meisten steht die finanzielle Existenz auf dem Spiel. Auch die Fachgruppe der Kunsthandwerke, im Besonderen die Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände, musste in der Krise auf digitale Plattformen zurückgreifen und neue innovative Lösungen finden. 

Branchenübergreifende Unterschiede

Zusammenfassend konnte im Kärntner Gewerbe ein Minus von 11,7 Prozent im ersten Halbjahr 2020 verzeichnet werden (im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019). Verschlechtert hat sich die Situation bei den Gesundheits- und Wellnessunternehmen sowie bei den Kunsthandwerkern und im Bereich der Mode- und Bekleidungstechnikunternehmen. Denn hier gibt es im dritten Quartal bei 90 Prozent der Betriebe Umsatzrückgänge. Starke Rückgänge verzeichnet ebenfalls der Lebensmittelbereich. „Tägliche Meldungen über steigende Fallzahlen und das Risiko, rasch von gering auf hohes Risiko eingestuft zu werden, trüben die Erwartungen. Dazu kommt die begründete Sorge, dass gestundete Zahlungen bei Finanzamt, Sozialkassen und Banken eine Insolvenzwelle auslösen könnten. Firmenpleiten und eine höhere Zahl an Arbeitslosen in den nächsten Monaten sind ein durchaus realistisches Szenario“, zeigte sich Kronlechner besorgt.

Lehrlingskampagne der Sparte Gewerbe

Nahezu in allen Bereichen des Kärntner Gewerbe und Handwerks wurde die Lehrlingsausbildung weitergeführt und kaum Dienstnehmer freigesetzt. „Das zeigt den hohen Verantwortungsgrad unserer Unternehmen“, meinte Rudolf Bredschneider, Innungsmeister der Maler und Tapezierer, und ging speziell auf die Lehrlingssituation weiter ein: „Infolge der Corona-Krise und des Lockdowns in den Pflichtschulen hat die Sparte Gewerbe die Initiative ergriffen und hat die Kampagne ‚Lehre.jetzt‘ kurz vor Ferienbeginn ins Leben gerufen. Dadurch konnten deutlich mehr Lehrverträge, als man aufgrund der Umstände erwarten hätte können, abgeschlossen werden.“ Zum Stichtag 30.09.2020 ging die Zahl der neuen Lehrlinge österreichweit um 9,5 Prozent zurück – in Kärnten lediglich 6,4 Prozent.

Maßnahmen setzen

Aus der Sicht der Sparte Gewerbe und Handwerk sollte für die investitionsgüternahen Branchen der Handwerkerbonus „neu“ rasch beschlossen werden, um rechtzeitig seine Wirkung zu entfalten. Förderbar mit einem Fördersatz von 25 Prozent sollten Arbeitsleistungen für Erhaltung, Reparatur und Modernisierung von maximal 20.000 Euro pro Wohneinheit sein, wobei sowohl der Innen- wie auch der Außenbereich erfasst sein sollte. Das wäre eine sinnvolle Ergänzung zur Förderung Energie sparender Maßnahmen. Gleichermaßen sollte es Anreize für Reparaturen geben. Die EU gestattet bis dato einen reduzierten Mehrwertsteuersatz von zehn Prozent nur auf Bekleidungs- und Schuhreparaturen sowie Fahrradreparaturen. Für Elektro- und Elektronikgeräte gibt es in Kärnten bereits eine herzeigbare Förderung der Landesregierung. Neben dem Handwerkerbonus ist dem Spartenobmann auch die öffentliche Auftragsvergabe ein Anliegen: „Die Bauwirtschaft braucht Kontinuität, um ihren für Kärnten so wichtigen Anteil an der Wertschöpfung und Beschäftigung aufrecht erhalten zu können. Das heißt: Jetzt Projekte ausschreiben und so Betriebe schon für das Frühjahr absichern!“

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