Corona-Virus
Kärntner Transporteure: Gesperrte Parkplätze sind Problem

Sie leisten Großartiges, haben aber so ihre Probleme: die Kärntner Logistiker

Mit welchen Problemen sehen sich derzeit die fleißigen Kärntner Logistiker konfrontiert? Parkplätze an Autobahnen sind gesperrt, die Fahrer können nicht einmal eine Toilette benutzen, lange Wartezeiten an den Grenzen und viele haben Bedenken bei Italien-Fahrten.
Parkplätze sollen nun wieder aufgesperrt werden.

KÄRNTEN. Eine Personengruppe, die momentan Außergewöhnliches leistet, sind die Kärntner Transporteure und Güterbeförderer. Sie sind im Dauereinsatz, denn ohne sie würde der Warenaustausch zum Erliegen kommen. Für sie gilt derzeit auch per Erlass die Aussetzung der Lenk- und Ruhezeiten (Näheres siehe unten). 

Gesperrte Autobahn-Parkplätze

Doch auch die stehen vor großen Problemen, berichten Bruno Urschitz, Fachgruppenobmann, und Gerhard Eschig, Geschäftsführer der Sparte Spedition und Logistik der Kärntner Wirtschaftskammer. 
Die Parkplätze an den Autobahnen sind gesperrt. "Unsere Fahrer können nicht mehr aufs WC und auch nicht mehr die Hände waschen", so Urschitz. "Bei den Lade- und Abladestellen dürfen sie kein WC mehr benutzen."
Das ist auch aus sicherheitstechnischer Sicht problematisch: Die Fahrer müssten am Pannenstreifen stehenbleiben, um ihre Not zu verrichten. 
Derzeit, so Eschig, versuche man, bei der Asfinag zu intervenieren, um die Parkplätze – unter strengen Hygiene-Maßnahmen – vielleicht wieder nutzen zu können.

Parkplätze werden heute wieder aufgesperrt

Die WOCHE fragte bei der Asfinag nach. Pressesprecher Walter Mocnik erklärt: "Man darf etwas nicht verwechseln: Die großen Asfinag-Rastplätze mit Duschen & Co. waren und sind nicht zu. Wir hatten die kleineren Parkplätze gesperrt, wo es ohnehin nicht viele Stellplätze für LKW gibt. Diese werden allerdings nach Beschwerden heute wieder aufgesperrt."
Kapazitätsprobleme habe es aber nie gegeben. Auf den gut ausgestatteten Rastplätzen wurden die Reinigungsintervalle verstärkt und es gibt Hinweise, wie man richtig seine Hände wäscht.

98 Prozent der LKW-Stellplätze verfügbar

Mehr als 98 Prozent aller LKW-Stellplätze stehen damit laut Asfinag zur Verfügung – das gilt für alle Streckenabschnitte auf Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich.
Nur eine geringe Anzahl von Kleinstparkplätzen bleibt bis auf weiteres geschlossen, weil diese Parkmöglichkeiten zum größten Teil für PKW gedacht sind und das PKW-Aufkommen aufgrund der derzeit wirksamen Maßnahmen der Bundesregierung deutlich gesunken ist. "Wir können versichern, dass trotz der derzeitigen Krise die Asfinag alles Menschenmögliche unternimmt, um die Angebote der Autobahnen und Schnellstraßen in bestmöglicher Qualität zur Verfügung zu stellen", heißt es.

Viele wollen nicht mehr nach Italien

Ebenso problematisch sind die langen Wartezeiten an den Grenzen. Eschig: "Diese sind extrem, bei jedem Fahrer wird Fieber gemessen." Hannes Ogris, Fachgruppenobmann-Stellvertreter, erzählt: "Die Kärntner Spediteure und Logistiker sind sehr viel in Italien und generell im Alpen-Adria-Raum unterwegs, da dort der größte Teil des Warenaustauschs, etwa bei den adriatischen Häfen, stattfindet. Die Straßen in Italien sind, was den PKW-Verkehr betrifft, großteils leer, es gibt nur den notwendigsten LKW-Verkehr. An den Grenzen zu Österreich sind wir immer wieder mit Staus konfrontiert, da hier Kontrollen stattfinden. Diese gelten allerdings nur für Fahrer mit österreichischem Kennzeichen, ausländische LKW dürfen passieren – was nicht nachvollziehbar ist, denn auch diese haben zum Teil Güter für Österreich geladen."
Nachdem der Warenstrom zu Italien nach wie vor fließt, haben auch viele LKW-Fahrer Bedenken. Eschig: "Viele wollen verständlicherweise nicht mehr nach Italien fahren."

Die neuen Regelungen für Spedition und Logistik

  • Lenk- und Ruhezeit-Bestimmungen werden für bis zu 30 Tage ausgesetzt (bis 14. April befristet).
  • Dies gilt für Logistiker, die glaubhaft machen können, dass sie infolge der Corona-Krise entstandene Engpässe beseitigen müssen bzw. die allgemeine Versorgung aufrechterhalten müssen.
  • Artikel 6 bis 9 der Verordnung gelten nicht, also die Punkte "Tägliche Lenkzeit", "Fahrtunterbrechung", "Tägliche und wöchentliche Ruhezeiten" sowie "Kombiverkehrsregelung" 
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Autor:

Vanessa Pichler aus Klagenfurt

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