Schwerpunkt Lehre
Paul Bacher (Spar): „Auf Lehrlinge zu setzen, ist Teil unserer DNA“

Die Rennwegerin Anja Lax von Tann Wernberg ist Österreichs bester Fleischer-Lehrling und tritt bei der Lehrlings-EM in Frankfurt an. Spar unterstützt Lehrlingsbewerbe. Vor allem der Austausch unter den Lehrlingen sei sehr wertvoll
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  • Die Rennwegerin Anja Lax von Tann Wernberg ist Österreichs bester Fleischer-Lehrling und tritt bei der Lehrlings-EM in Frankfurt an. Spar unterstützt Lehrlingsbewerbe. Vor allem der Austausch unter den Lehrlingen sei sehr wertvoll
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  • hochgeladen von Vanessa Pichler

Spar ist der größte private Lehrlingsausbilder Österreichs. Grund genug für die WOCHE, im Rahmen des Lehrlings-Schwerpunktes u. a. mit Paul Bacher, Geschäftsführer von Spar Kärnten und Osttirol, zu sprechen.

KÄRNTEN. Spar Kärnten und Osttirol begrüßte kürzlich beim Lehrlingsauftakt wieder ca. 100 neue Lehrlinge im Unternehmen. In Kärnten und Osttirol gibt es derzeit etwa 240 Lehrlinge – in allen Vertriebsschienen – also bei Spar, Interspar, Tann, Hervis und bei selbständigen Einzelhändlern. Zehn verschiedene Lehrberufe kann man in Kärnten und Osttirol erlernen. "Heuer gibt es z. B. zum ersten mal einen Anlagen- und Betriebstechniker in unserer Tann-Produktion in Wernberg", bemerkt GF Paul Bacher. 
Blickt er zurück, könnte er sich für sich persönlich auf alle Fälle eine Lehre vorstellen. "Da stehen einem alle Möglichkeiten offen, vor allem durch Lehre mit Matura."

Lehre mit Matura boomt

Rund 20 Prozent der Spar-Lehrlinge absolvieren die Lehre mit Matura (mehr dazu unten). Der Trend zeigt nach oben, bestätigt Lehrlingsverantwortliche Sabrina Thaler. Vor ca. zwölf Jahren fand diese Innovation ihren Ausgang in Kärnten.
Bacher: "Spar ist jetzt 64 Jahre alt. Auf Ausbildung bzw. Lehre wurde hier immer gesetzt - das ist in unserer DNA drinnen. Unternehmen aus dem Lebensmittelbereich, die insolvent geworden sind: Das hat immer damit begonnen, wenn aufgehört wurde auf Personalentwicklung zu setzen."

Arbeitsplatzgarantie bei guter Leistung

Spar zieht sich die Führungskräfte von morgen selbst heran. Viele Lehrlinge bleiben im Unternehmen - für jeden guten Lehrling findet man immer Verwendung. "Ziel ist natürlich, sie nach der Ausbildung zu halten", sagt Bacher. "Und die Karrierechancen nach oben sind unbegrenzt, da gibt es zahlreiche Erfolgsbeispiele. Es gibt wahrscheinlich wenige Branchen, wo man so schnell Karriere machen kann. Wer ist schon mit 22 Marktleiterin, hat 15 Mitarbeiter unter sich und führt quasi ein Kleinunternehmen?"
Nach der Lehre bietet Spar einige Programme bis zum "Spar-Meister". Auch einige Lehrlinge haben diese interne Ausbildung absolviert. 

Spar-Chef "schnuppert" 

Vorurteile wie, dass ein Lehrling dem Unternehmen bis zum dritten Lehrjahr nicht viel bringt, lässt Bacher nicht gelten: "Das kann ich überhaupt nicht unterschreiben und ich weiß das aufgrund von Praxiserfahrung. Kürzlich habe ich mich in der Obst-Abteilung versucht - das übernimmt bei uns ein Lehrling im ersten Jahr. Und der ist dreimal so schnell und kennt alle Produkte, ist so nach einigen Wochen perfekt einsetzbar."
Bachers nächster Praxis-Einsatz wäre die Kassa - eine "echte Herausforderung". 

Am Image arbeiten

Nicht nachvollziehen kann Bacher Folgendes: "Unser duales Ausbildungssystem wird überall bewundert, trotzdem hat die Lehre vor allem im Einzelhandel ein schlechtes Image. Hier werden wir unterm Wert geschlagen." Dabei sei es ein schöner Beruf mit viel Abwechslung. "Sieht man in Italien wem zu, der den Prosciutto aufschneidet, scheint es, als ob es das Größte für ihn wäre. Da spürt man so viel Hingabe. Bei uns ist eine Arbeit in der Feinkost nicht so beliebt. Das schaffen wir noch nicht, daran müssen wir arbeiten."

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Lehre bei Spar

Lehre mit Matura:
Es handelt sich um eine vierjährige Doppellehre (Einzelhandel/Großhandel), die mit Matura abschließt. Zusätzlich zum zehnwöchigen Blocklehrgang in der Fachberufsschule Spittal (eigene Matura-Klasse neben der klassischen dreijährigen Klassen) absolviert man pro Woche einen Tag in der Berufsschule. Dieser zählt zur normalen Arbeitszeit, wird also von Spar „finanziert“.

Prämien-System:
Spar hat ein besonderes Bonus-System für Lehrlinge, das bereits vielfach Nachahmer fand. Für tolle Praxis-Leistungen (monatliche Leistungsbeurteilung) plus gute Berufsschulzeugnisse kann man so während drei Jahren Lehrzeit bis zu 4.500 Euro dazuverdienen. 
Wer in der Lehrzeit ausschließlich gute Praxis-Beurteilungen und Schulzeugnisse mit Auszeichnung erhält, bekommt von Spar auch noch den B-Führerschein bezahlt. 

E-Learning:
Spar setzt schon lange auf E-Learning mit monatlichen Wissenschecks, es gibt sogar eine App fürs Smartphone. Jetzt im Oktober wird das neueste Programm ausgerollt - "Sepp", eine Weiterentwicklung des E-Learning. Das innovative Programm bietet für jede Abteilung und Wissensstand kleine "Lern-Snacks". Auf diesem Sektor wird viel weiterentwickelt. 

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Spar-Geschäftsführer für Kärnten und Osttirol: Paul Bacher

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