Corona-Virus
Viele Wirte halten nicht mehr lange durch

Nicht nur an der momentanen Situation sollte sich für die Gastronomie bald etwas ändern, auch an den Rahmenbedingungen generell, so die WK-Fachgruppe.
  • Nicht nur an der momentanen Situation sollte sich für die Gastronomie bald etwas ändern, auch an den Rahmenbedingungen generell, so die WK-Fachgruppe.
  • Foto: Pixabay/Free-Photos
  • hochgeladen von Vanessa Pichler

Große Gefahr besteht, dass viele Wirte die Schließungen nicht überstehen werden. Eine zeitnahe Öffnung der Gastronomie ist dringend, so die Wirtschaftskammer-Fachgruppe. Doch auch weitere Maßnahmen seien nötig, etwa eine Anpassung des Kurzarbeitsmodells, eine Entbürokratisierung des Modells und generell bessere Rahmenbedingungen.

KÄRNTEN. Kärntner Gastronomen hoffen auf eine baldige Öffnung. Wann diese erfolgt, steht noch in den Sternen. Doch jeder Tag mehr der Schließung macht die Situation schwieriger. Wirtschaftskammer-Fachgruppenobmann Stefan Sternad warnt die Gesetzgeber: "Was wir auf keinen Fall brauchen können, sind beispielsweise Öffnungszeiten nur über die Mittagszeit. Das wäre auch nur schwer zu argumentieren: Warum sollte man nur zu Mittag essen dürfen – und abends nicht?"
Es wäre für die Wirte auch wichtig, dass private Familienfeiern mit 50 bis 100 Personen im Sommer wieder möglich sind. 

Wirte sind Hygiene-Experten

Gastronomen wissen auch sehr viel über das Thema Hygiene, so Sternad. Das spreche auch für eine zeitnahe Öffnung. "Hygieneschulungen gehören zum gastronomischen Einmaleins. Die Gastronomie hat in Österreich enorm hohe Standards im Hygienebereich zu erfüllen, deren Einhaltung schon bisher laufend kontrolliert wurde. Gastronomen sind also Profis in Sachen Hygiene! Und wir werden unseren Gästen auch in Zukunft größtmögliche Sicherheit bieten."

Kurzarbeitsmodell anpassen

Eine Wiederöffnung werde aber nicht reichen, so Sternad. Das Kurzarbeitsmodell müsse auf die Bedürfnisse der Branche angepasst werden. Sternad konkretisiert: "Wir brauchen ein Modell, das auch für jene Mitarbeiter gilt, die nach ,dem Hochfahren' neu eingestellt werden. Niemand weiß, wie die Gäste auf die Öffnung der Gastronomiebetriebe reagieren werden. Wenn die Personalkosten dann die erwirtschafteten Umsätze übersteigen, ist niemandem geholfen."

Zu viel Bürokratie

Kurzarbeit sei derzeit auch noch mit sehr bürokratischen Hürden verbunden. Bei einem Anstieg der Arbeitszeiten müssten Unternehmer neue Formulare und Einverständniserklärungen der Mitarbeiter einreichen. Sternad ärgert sich: "Damit blockiert man gerade jene, die sich engagieren und deren Betriebe gut anlaufen. Und jedem muss klar sein: Das kostet viel Geld. Die Anträge sind so kompliziert, dass man sie ohne Lohnverrechner oder Steuerberater de facto nicht ausfüllen kann."

"Mehr Netto vom Brutto"

Die Krise zeige generell, wie gering die Rücklagen in der Branche sind. Schon lange fordere man, dass Gewinne über einen Zeitraum von fünf Jahren steuerfrei entnehmbar sind – für Investitionen oder für die Bildung von Rücklagen. Daher brauche man generell – abgesehen von der Corona-Krise – bessere Rahmenbedingungen. 
Lange schon werde "mehr Netto vom Brutto" gefordert. Sternad: "Wir brauchen mehr Möglichkeiten und mehr Flexibilität. Sehr wichtig wäre beispielsweise ein pauschaliertes Besteuerungsmodell für Aushilfen, damit sich ein Zweitjob in der Gastronomie rentiert."

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