Betriebskostencheck
Vier Interventionsfälle aus der Praxis

Die Arbeiterkammer prüft Betriebskostenabrechnungen auf ihre Rechtmäßigkeit

Beim bereits sechsten kostenlosen Betriebskostencheck der Arbeiterkammer Kärnten, ließen sich 1.580 Mieter beraten. Hier findet ihr vier Beratungsbeispiele.

KÄRNTEN. Falsch berechnete oder überwälzte Kosten, fehlerhafte Nutzflachenschlüssel und vieles mehr deckt die AK Kärnten durch die Überprüfung von Betriebskostenabrechnungen auf.

1. Wasserkosten von Betrieben mit verrechnet

Bei der Abrechnung von 2018 fiel einem Mieter seine äußerst hohe Wasserrechnung auf. Da sich im selben Gebäude auch eine Putzerei und ein Blumengeschäft befinden, lag der Verdacht nahe, dass dadurch der Wasserverbrauch überdurchschnittlich hoch war.
Da für die Betriebe keine Subzählern installiert waren, wurde der Mehrverbrauch einfach über die Nutzfläche der Mieter überwälzt. Nach dem Einspruch der Ak versprach der Vermieter Subzählern einzubauen und bot dem Mieter an 2019 nur 100 Kubikmeter Wasser zu verrechnen.

2. Mehrfachbelastung

Einem Privatmieter wurden in der Abrechnung Aufzugskosten, ein Feuerwehreinsatz mit Personenbefreiung und eine Vollwartungspauschale, und mehrere Heizkosten aus unterschiedlichen Zeiträumen verrechnet.
Da er aber erst mit September 2018 in die Wohnung zog, durfte ihm jedoch nur der Nutzungszeitraum von September bis Dezember verrechnet werden. Nach einem schriftlichen Einspruch wurden die Aufzugskosten aus der Abrechnung sowie die Heiz- und Warmwasserkosten korrigiert.
Nach einer zweiten Intervention seitens der AK wurde schließlich auch die Zwischenablesung bei Bezug der Wohnung berücksichtig. So musste der Mieter statt 377 Euro nur noch 189 Euro nachzahlen.

3. Zu hohe Müllgebühr

In einem Klagenfurter Wohnhaus wurden Müllcontainer für 40 Personen beantragt obwohl nur 17 Personen in dem Haus gemeldet waren. Auffällig war auch, dass sich der Müllraum im weitaus größeren Nachbargebäude befand, dessen Müllgebühren geringer ausfielen. In diesem Fall wurden den fünf Mietern verrechnete Kosten in Höhe von 1.150 Euro zurückerstattet.

4. Versicherungen bei Buwog-Wohnungen

Wegen erhöhter Versicherungsprämien kam es bei vielen Buwog-Wohnungen zu hohen Betriebskostenabrechnungen. In einer Wohnanlage stiegen die Kosten im Vergleich zum Vorjahr sogar um 7.600 Euro an.
In einer ersten Stellungnahme gab die Buwog an, dass neue Versicherungsverträge mit mehr Transparenz, höherer Deckung und kürzerer Laufzeit abgeschlossen wurden. Durch die enormen Mehrkosten für die Mieter, ist jedoch die Sinn- und Zweckhaftigkeit der neuen Verträge zu hinterfragen. 
In den vorliegenden Fällen wird daher noch näher geprüft und gegebenenfalls gerichtlich interveniert.

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