Klima- und Energiemodellregion
Erfahrungen aus der Energieberatung

Defektes Dachfenster

Über seine Erfahrungen aus der Energieberatung sprach die BezirksRundschau mit Christian Wolbring aus Kremsmünster, Manager der Klima- und Energiemodellregion Traunviertler Alpenvorland.

Herr Wolbring, sie sind Manager der Klima- und Energiemodellregion Traunviertler Alpenvorland. Was ist eigentlich eine Klima- und Energiemodellregion?
Wolbring: Die Bezeichnung ist schon sehr umständlich. In der Umgangssprache kürzen wir die Bezeichnung ab. Wir nennen es nur noch KEM. Eine KEM ist ein Förderprojekt des Klimafonds. Die KEM ist Vorort Anstifter, Begleiter und Projektmanager von Klima- und Energieprojekten sein. Unsere KEM wird von 23 Gemeinden aus den nördlichen Bezirken Steyr-Land und Kirchdorf getragen.

Was sind das für Projekte?
Die Bandbreite ist sehr groß. Wir informieren über diverse Medien über den aktuellen Stand der Möglichkeiten zur Energieeinsparung und zur CO2-Reduktion. Das geht bei dem Thema Boden bzw. Humus los, das geht über unser Mobilitätsverhalten bis hin zum Bau von Photovoltaik-Anlagen.
Für die Photovoltaik-Anlagen und das Carsharing haben wir sogar eine eigene Bürgerbeteiligungsgesellschaft, die BürgerEnergie, gegründet. Hiermit haben wir eine Basis Projekte zu finanzieren und Betreiber von Einzelmaßnahmen zu sein. Das Carsharing ist hier ein gutes Beispiel.

Was kann der Leser von Ihnen haben?
Wir geben natürlich gerne unsere Erfahrung weiter und besprechen die Anliegen oder anstehenden Projekte. Sehr großen Nutzen haben unsere Gespräche zur thermischen Sanierung von Gebäuden. Da bekommen wir doch sehr gute Rückmeldungen.

Was ist das Besondere an dem Angebot?
Als KEM müssen wir nichts verkaufen. Wenn ich zum Fensterbauer gehe, bekomme ich Fenster. Gehe ich zum Installateur, bekomme ich eine Heizung. Beim Dachdecker bekomme ich ein Dach, möglicherweise sogar gut gedämmt. Das Angebot ist sehr groß und für den Laien unübersichtlich. Bei uns gibt es einfach nur eine gute Beratung.

Man kann sich allerdings auch auf einer Energiesparmesse informieren.
Jedes Jahr habe ich Gespräche mit Besuchern der Energiesparmesse. Sie gehen meist mit einem sehr konkreten Anliegen hin. Die Entscheidung zu ihrem Vorhaben ist im Prinzip gefallen und wollen sich nur die letzten kleinen Informationen einholen. Meist gelingt das auf der Messe nicht. Die Informationsflut ist so groß. Die unterschiedlichen Angebote können oft nicht eingeordnet werden und führen nur zu einer großen Verwirrung. Das ursprüngliche Projekt wird häufig wegen der Unsicherheit verschoben.

Wie kann man es besser machen?
Insbesondere bei der Sanierung von Gebäuden ist eine Begehung von einem unabhängigen Fachmann sinnvoll. Am Gebäude sieht man den aktuellen thermischen Stand und vor allem die Baumängel.

Haben Sie ein Beispiel hierfür?
Ein typisches Beispiel ist das Fenster. Am Stock des Fensters erkennt man anhand der Flecken oder Schimmelbildung sehr genau, ob das Fenster gut eingebaut ist. Ein Fall hatte ich, da wurde einer Frau beinahe ein Glastausch angeboten. Hierbei bleibt der Rahmen bestehen. Das Problem war nur, dass zwischen dem Rahmen und der Mauer die kalte Luft in den Raum kam. Das Problem war das mangelhaft eingebaute Fenster und nicht das Glas. Das Problem des Luftzugs wird oft vernachlässigt. In einem Fall konnte nach meiner Beratung nur durch einfache Reparaturen von Dichtungen und einem geänderten Verhalten 20% Heizenergie eingespart werden.

Gibt es weitere Beispiele?
Ja, leider sehr viele. Bei einer meiner letzten Sanierungsberatungen gab es einige schwerwiegende Planungsfehler eines Baumeisters. Bei einer dünnen Wand zwischen dem zukünftigen Arbeitszimmer zur Garage wollte er eine Wandheizung einbauen. Richtig ist es hier die Wand zu dämmen. Das ist seitens der Investition und der Betriebskosten günstiger. Im gleichen Haus konnte man an den Wänden sehr gut anhand des Schimmelbildes die notwendigen Dämmmaßnahmen ableiten. Hier war teilweise keine Dämmung vorgesehen. Ich kann von solchen Beispielen abendfüllend erzählen.

Kostet Ihre Beratung etwas?
Nein, wir arbeiten für den Kunden kostenfrei und freuen uns auf jede Beratung.

Weitere Informationen gibt es bei Christian Wolbring (energie@leader-alpenvorland.at, 0676/88 68 0511).

Autor:

Martina Weymayer aus Kirchdorf

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