Georg Matthäus Vischer
Ein Pfarrer mit ganz besonderer Berufung

<f>August Pfaffenhuemer</f> zeigt den Kasten mit historischen Schmiedeeisentürchen und drehbaren Schautafeln bei der Kirche Leonstein.
4Bilder
  • <f>August Pfaffenhuemer</f> zeigt den Kasten mit historischen Schmiedeeisentürchen und drehbaren Schautafeln bei der Kirche Leonstein.
  • hochgeladen von Martina Weymayer

GRÜNBURG-LEONSTEIN. Georg Matthäus Vischer zählt zu den bedeutendsten Kartografen und Topografen Österreichs.

Von 1666 bis 1668 war er Pfarrer in Leonstein. Sein seelsorgerisches Vermächtnis für die Pfarre hat keine großartigen Spuren hinterlassen, wohl aber seine künstlerische Begabung. Seine eigentliche Berufung war nämlich die Geografie beziehungsweise die Vermessungskunst.

Vischer wurde 1628 in Wenns in Tirol geboren, er war bäuerlicher Abstammung. Er besuchte einige Jahre die Klosterschule in Stams. Als 15-Jähriger diente er als Soldat im 30-jährigen Krieg unter dem Reitergeneral Johann von Sporck in der Schwäbischen Alb. Beim Militär dürfte er sich seine mathematischen und kartografischen Kenntnisse angeeignet haben. 1648 wurde er auf seine Bitte hin Novize im Stift Stams, verließ es aber wegen "ständiger Demütigungen" wieder. Vischer studierte Theologie, möglicherweise aber nur wenige Semester, und bewarb sich 1654 im Bistum Passau um eine Kaplanstelle in Oberösterreich. Nachgewiesen sind seine Tätigkeiten in Andrichsfurth, Wien und eben in Leonstein. Die Stelle in Leonstein wurde ihm vom Besitzer der Herrschaft Leonstein, Georg Siegmund Graf Salburg, zugesprochen, dessen Besitztümer Vischer seit 1622 erfasste.

"Während seiner Zeit als Geistlicher in Leonstein reifte in ihm die Idee, eine Karte von Oberösterreich zu zeichnen", erzählt August Pfaffenhuemer aus Leonstein. 1669 erschien die "Archiducatus Austriae Superioris Descriptio facta Anno 1667". Diese Karte des Erzherzogtums Österreich ob der Enns – des heutigen Oberösterreich – blieb ein Jahrhundert lang die genaueste und umfassendste Darstellung. Darüber hinaus zeichnete er weitere Landkarten, Städte, Burgen, Schlösser und Klöster und fertigte Kupferstiche an. Oft sind diese die ältesten erhaltenen Abbildungen. Trotz seiner Erfolge kam Vischer in finanzielle Schwierigkeiten und musste noch in seinem Todesjahr Bücher, Druckplatten und Instrumentarien an das Stift Kremsmünster verkaufen.

Georg Matthäus Vischer verstarb 1696 total verarmt in Linz. Seine Grabstätte ist nicht bekannt. An der Mauer beim Friedhofsportal in Leonstein gibt es seit kurzem eine Gedenkstelle für den bedeutenden Geistlichen.

Gedenkfeier am 13. März 2019

Gedenkfeier anlässlich des Wegganges von Georg Matthäus Vischer vor 350 Jahren aus Leonstein am Mittwoch, den 13. März 2019, Beginn um 18 Uhr, in der Pfarrkirche und anschließend im Pfarrzentrum Leonstein. Nach der Messe findet die Segnung der Gedenkstelle statt.
Auf viele Besucher freuen sich August Pfaffenhuemer, Pfarrer H. Josef Bartels aus Bonn sowie die Pfarre Leonstein und die Gemeinde Grünburg.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen