Ludwig Sonnleithner
Viel mehr als nur ein "grüner Daumen"

Ludwig Sonnleithner hat offensichtlich nicht nur einen einzelnen grünen Daumen, sondern gleich ein ganzes goldenes Händchen fürs Gemüse. Unter anderem haben sich die Kürbisse (am Foto: ein elf Kilo schwerer "Langer von Neapel") heuer zu stattlichen Kalibern entwickelt.
3Bilder
  • Ludwig Sonnleithner hat offensichtlich nicht nur einen einzelnen grünen Daumen, sondern gleich ein ganzes goldenes Händchen fürs Gemüse. Unter anderem haben sich die Kürbisse (am Foto: ein elf Kilo schwerer "Langer von Neapel") heuer zu stattlichen Kalibern entwickelt.
  • Foto: Weymayer
  • hochgeladen von Martina Weymayer

"Für die Natur und mit der Natur" lautet das Motto von Ludwig Sonnleithner aus Spital am Pyhrn.

SPITAL/PYHRN. "Genau so geht Bio-Garten" heißt ein Buch von Gartenexperte Karl Ploberger. Wie man komplett giftfrei gartelt und trotzdem mehrere hundert Kilo Obst und Gemüse pro Saison erntet, das weiß auch Ludwig Sonnleithner. Der Spitaler, besser bekannt als "Helml Wick", hat mehr als einen grünen Daumen – vielmehr ein goldenes Händchen. Oder zwei, wenn man sich den 1.300 Quadratmeter großen Garten des leidenschaftlichen Hobbygärtners so anschaut. Überall blüht es farbenfroh, Gemüse gedeiht in Hülle und Fülle. Sogar dem Wein taugt´s.

In den üppigen Sommerfliedern summen zahllose Insekten. In den Beeten warten Kürbisse, Kraut, Sellerie und Karotten von stattlichem Kaliber darauf, alsbald geerntet zu werden. Da kommt´s schon mal vor, dass die Kürbisse viermal so schwer werden wie normal (siehe Titelseite). Außerdem findet man gewaltige Zucchini, an die zwölf Sorten Tomaten, Kohlsprossen, Rauna, Zwiebel, Karfiol und etliches mehr. Nicht zu vergessen die diversen Obstbäume, die heuer ebenso reichlich Früchte tragen. "Ich bin fürs Gemüse zuständig, meine Frau für die Blumen", verdeutlicht Ludwig Sonnleithner augenzwinkernd die Arbeitsaufteilung. "Mir gefällt es, wenn man dem Zeug beim Wachsen zuschauen kann. Man muss sich aber schon ein wenig beschäftigen damit. Ich bin seit sieben Jahren in der Pension – ich habe Zeit." Die braucht er auch. "Locker fünf Stunden pro Tag" ist er im Garten zugange. Um fünf Uhr morgens rückt er schon mit dem Spritzkrug aus. "In der Früh fängt der Tag an. Wenn man erst mittags gießt, verdunstet sehr viel Wasser." Was schlecht wäre, denn auch so braucht er pro Woche rund 1.500 Liter Wasser zum Gießen.

Kompost und Brennnesseljauche

Auf die Frage nach seinem Erfolgsgeheimnis sagt er: "Ich setze auf Kompost und Brennnesseljauche. Zehn bis 14 Tage lasse ich die Jauche stehen, dann ist sie optimal. Sie ist ein super Dünger und gut fürs Aroma, speziell bei den Tomaten. Nach dem Setzen der Pflanzen, egal welche, gebe ich Rasenschnitt dazu, der vorher zwei Tage lang trocknen konnte. Er verrottet langsam, speichert Wasser und hält Schnecken fern." Schneckenkorn kommt ihm übrigens keines an die Pflanzen, und auch sonst "kein einziges Körndl Chemie", "da hab ich lieber ein bissl weniger Ertrag". Er fügt hinzu: "Man kommt auf vieles drauf. Dadurch, dass ich beruflich auf allen Kontinenten unterwegs war, habe ich auch allerhand gesehen." Die meisten Pflanzen zieht er selbst. Angesät wird "beim wachsenden Februarmond". "Alle Pflanzen, bei denen die Früchte über der Erde wachsen, werden bei zunehmendem Mond gesetzt, alle unter der Erde bei abnehmendem Mond. Ich halte viel davon." Man müsse ein Jahr nach vorn denken, sagt Sonnleithner. "Nächstes Jahr ist der wachsende Mond Ende des Monats, das passt gut." Auch die Eisheiligen wartet er ab. "Das halte ich ein. Nur einmal habe ich Pech gehabt, da hatten wir am 20. Mai minus vier Grad und alles war hin." Heuer war ein ideales Wetter, "mit Ausnahme von Mai. Das hat wehgetan, der war zu kalt und zu nass". Das weiß er deshalb so genau, weil er seit Jahrzehnten täglich Wetteraufzeichnungen macht. "Ich messe Niederschlag, Temperatur etc. Das ist hochinteressant."

"Umwelt ist massives Thema"

Und nicht nur das: Auch über den Stromverbrauch führt er penibel Buch. Heizte er früher ausschließlich mit Holz, hat er mittlerweile eine Wärmepumpe und eine 7-kW-Photovoltaikanlage. Seine Botschaft: "Ich lebe für die Natur und mit der Natur. Man kann trotz allem Luxus, den man sich leistet, umweltfreundlich unterwegs sein."

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!




Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen