Majoran – Heilpflanze des Monats

Verwendete Pflanzenteile: Das ganze blühende Kraut (ohne die Wurzeln).
Anbau und Ernte: Wer den Anbau auch in seinem Garten versuchen möchte, sät im März etwa 5g Majoransamen in einem Frühbeetkasten aus – die Pflanze ist sehr kälteempfindlich und würde im Freien möglicherweise gar nicht keimen.
Mitte Mai, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind, setzt man (für einen Normalhaushalt) 15 kräftige Pflanzen in leichten, doch nährstoffreichen Boden ins Freie. Der Abstand zwischen den einzelnen Pflänzchen soll 15 cm
betragen. Windgeschützt und warm gedeihen die Setzlinge ausgezeichnet, doch wachsen sie nur langsam. Man braucht Geduld und muss fleißig jäten. Ausgewachsene Pflanzen werden etwa 30 bis 40 cm hoch. Wenn sie blühen, soll man ernten. Zu dieser Zeit ist der Gehalt an Aromastoffen besonders groß. Man schneidet das Kraut kurz über dem Boden ab und trocknet gebündelt an der Luft. In gut verschlossenen Gefäßen hält sich der Majoran mehrere Jahre lang, ohne merklich an Wirkstoffen zu verlieren.
Inhaltsstoffe: Das ätherische Öl, das in guter Ware etwa zu 0,6 bis 1% enthalten ist, bildet den Hauptwirkstoff.
Bitterstoffe und Gerbstoffe ergänzen die Wirkung.

Heilwirkung und Anwendung:

Es gibt eine Menge Ärzte, die immer noch den Majoran bei Magen-, Darm- und
Gallebeschwerden verordnet. Ihre Patienten bestätigen übereinstimmend die gute Wirkung bei Verdauungsschwäche, Appetitlosigkeit, Blähungen und Durchfällen. Andere Ärzte hingegen lassen dieses Kraut allenfalls noch als gesundes Gewürz gelten. Noch unterschiedlicher ist die Wertschätzung der alten Majoran-Salbe, die als
Schnupfensalbe besonders für Säuglinge und Kleinkinder, als Einreibung bei Nervenschmerzen und zur Behandlung von Verrenkungen, Wunden und Geschwüren einstmals hoch im Kurs stand. Säuglinge können oft nicht schlafen, weil sie unter Magendruck oder Blähungen leiden. Da hilft meistens ein Fenchel- Tee oder ein Kümmel- Tee, denn diese beiden Drogen sind die besten Karminativa (= Mittel gegen
Blähungen). Doch nicht immer ist es angebracht, zur Flasche noch einen Tee zu geben. Das erhöht die Trinkmenge und bringt Unruhe. Da bewährt es sich, die Nabelgegend mit einer Majoran-Salbe einzureiben. Viele Mütter berichten, dass etwa 10 bis 20 Minuten nach dem Einreiben die Blähungen vergehen. Und der Schnupfen bei Säuglingen lässt sich
auch mit Majoran-Salbe behandeln. Die verstopfte Nase wird frei, der Säugling schläft beschwerdefrei.

So wird Majoran-Salbe zubereitet:

1 Teelöffel gepulverten Majoran übergießt man mit 1 Teelöffel Weingeist und lässt das Gemisch einige Stunden stehen. Dann gibt man 1 Teelöffel frische ungesalzene Biobutter dazu und erwärmt das Ganze im Wasserbad etwa 10 Minuten. Zuletzt seiht man durch ein Mulltuch und lässt abkühlen. Mit dieser Salbe, die aromatisch duftet, kann
man die Nase außen und innen leicht einschmieren. Wegen der geringen Haltbarkeit sollte man nur eine kleine Menge herstellen.

Verwendung als Gewürz:

Seit dem 16. Jahrhundert kennt man in unseren Breiten den Majoran – solange schätzt man ihn auch als Gewürz. Im Altertum war diese Pflanze der Aphrodite geweiht, und es ist ein wenig komisch, dass man Majoran heute auch als Wurstkraut bezeichnet. Zweifellos würzte man in der Antike nicht die Wurst, sondern den schweren Wein mit Majoran,
um Liebeskräfte und Liebesverlangen zu wecken.

Tipps für die Küche: Fette Braten, Würste, Kartoffelsuppen und Gemüseeintöpfe mit einem hohen Anteil an Hülsenfrüchten werden durch Majoran nicht nur schmackhafter, sondern viel bekömmlicher. Saucen, die man als Beigabe zu Nudeln und Spaghetti zubereitet, und fette Bratkartoffeln vertragen Majoran gut. Majoran passt auch
sehr gut in Gewürzmischungen zusammen mit Thymian, Rosmarin, Basilikum und Beifuß.

Anwendung in der Homöopathie: Die Homöopathie verwendet Origanum Majorana in der Hauptsache bei Störungen der Sexualität, weil es eine besondere Wirkung auf das Nervensystem und die Sexualorgane der Frau hat. Aber auch als Magenmittel und als Tonikum wird es gelegentlich verwendet. Die Dosierung ist sehr unterschiedlich. D4 bis D6 sind wohl die geeignetsten Potenzen des Mittels.

Majoran als Hausmittel:

Nervenkrankheiten, Bleichsucht, Erkältungskrankheiten mit Husten und Verschleimung, Asthma, Verdauungsbeschwerden mit Blähungen und Krämpfen, Schnupfen, auch Heuschnupfen, Mundschleimhautentzündungen und Zahnfleischbluten – das
alles sind Heilanzeigen für den Gebrauch des Majoran Tees. Für die Salbe erweitert sich das Anwendungsgebiet. Man behandelt Nervenschmerzen, Verrenkungen, und Verstauchungen, schlecht heilende Wunden, Geschwüre und Rheuma mit
der Salbe. Hier ist es schwer eine Wertung vorzunehmen, denn die Inhaltsstoffe schließen keine der genannten Heilanzeigen aus.

Nebenwirkungen:

Überdosierung und zu langer Gebrauch (regelmäßig über mehrere Wochen) können zu Kopfschmerzen und Benommenheit führen. Diese Begleiterscheinung dürfte auf das ätherische Öl zurückzuführen sein.

Ätherisches Majoranöl:
Das würzig herbe Majoran-Öl zählt zweifellos zu den Essenzen, die nicht wegen ihres entzückenden Duftes in die Aromalampe gegeben werden, sondern vielmehr um eine ganz gezielte Wirkung zu erhalten. In der Anwendung werden seine schleim- und krampflösenden Eigenschaften spürbar, besonders bei Stirnhöhlenentzündungen, Husten und Heiserkeit und bei Entzündungen im Mund-Rachenraum. Darüber hinaus wirkt er auch bei Kopfschmerz und Migräne entkrampfend und kann schnell Linderung herbeiführen. Die stark erwärmenden Eigenschaft des Majorans wird primär im geistig-seelischen Bereich spürbar und zwar immer dann, wenn extreme Gefühlsäußerungen beherrschend sind. Bei zusammenziehenden Gefühlen wie Angst, Verzweiflung und
Trauer, die mit einer inneren Abkühlung verbunden sind, kann Majoran mit seiner durchwärmenden Kraft schnell Entspannung und Beruhigung herbeiführen.
Majoran harmoniert gut mit Zitrone, Lavendel, Bergamotte und Zeder.

Eigenschaften:

erwärmend bei extremen Gefühlsäußerungen
entspannend bei Angst, Trauer, Depression
beruhigend bei nervösen Spannungen

schleimlösend bei Stirnhöhlenentzündung
krampflösend bei Husten, Heiserkeit, Migräne
stimulierend auf die Verdauung

Weitere Anwendung:

äußerlich: Verdünnt mit fettem Öl (Mandel- oder Arnikaöl) ist Majoran-Öl ein altbewährtes Heilmittel bei rheumatischen Beschwerden, Gliederschmerzen und Krampfadern. Bei Muskelverspannungen und Kopfschmerzen helfen Massagen mit Majoran-Öl in Arnika- oder Johanniskrautöl.
Inhalationen mit Majoran-Öl wirken lindernd und heilungsfördernd bei Stirnhöhlenentzündungen, Schnupfen und Husten.

Du gibst Kraft bei Angst und Trauer –
Dein Duft sprengt jede Mauer,
erwärmt, entspannt und stimuliert
die arme Seele, wenn sie friert.

Wo: Nationalpark Apotheke Molln, Marktstraße 6, 4591 Molln auf Karte anzeigen

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