Viele kranke und verletzte Rehkitze
Das Tierparadies Schabenreith ist durchgehend im Einsatz

Bockkitz „Luigi“ hatte innere Blutungen und musste mit einem Spezialsauger gefüttert werden, denn er nahm zunächst das Fläschchen nicht an.
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  • Bockkitz „Luigi“ hatte innere Blutungen und musste mit einem Spezialsauger gefüttert werden, denn er nahm zunächst das Fläschchen nicht an.
  • Foto: Tierparadies Schabenreith | Hofner
  • hochgeladen von Martina Weymayer

Alle paar Stunden treffen im Tierparadies Schabenreith in Steinbach am Ziehberg Rehkitze ein, denn das Tierheim ist auch eine Auffang- und Pflegestation für Wildtiere.

STEINBACH AM ZIEHBERG. Die Frühlingszeit ist für das Team des Tierparadies Schabenreith eine sehr stressige Zeit, denn sie bringt verletzte Wildtierkinder zuhauf mit sich. Den Anfang machte ein wenige Tage altes Rehkitz mit Darmentzündung, das medizinisch intensiv betreut werden musste. Kurz darauf folgte ein blindes Rehkitz. Vergangenen Sonntag traf ein Bockkitz mit inneren Blutungen und starken Schmerzen ein. Das Sorgenkind nahm zunächst das Fläschchen nicht an, dabei ist die Aufnahme einer ausreichenden Menge Milch gerade bei jungen Tieren lebenswichtig.

Keine Kuhmilch geben!

Das Tierparadies weist dringend darauf hin, dass auf gar keinen Fall Kuhmilch gegeben werden darf, da dies zu Durchfall und Bauchkrämpfen bis zum Tod führen kann. Harald Hofner erklärt, was bei Fund eines verletzten oder kranken Wildtieres zu tun ist:

„Bei der Versorgung verletzter Tiere sind oft Minuten entscheidend. Bitte kontaktieren Sie sofort die örtliche Tierrettung oder bringen Sie das Tier zum Tierarzt.“

Ein Rehkitz wurde mit nur drei Beinen gebracht. Eine Mähmaschine hatte das rechte Hinterbein abgetrennt und auch die Wirbelsäule verletzt. Junge Kitze haben bis zur vierten Lebenswoche noch keinen Fluchtinstinkt, viele sterben jedes Jahr einen vermeidbaren Tod. Das Tierparadies appelliert dringend an alle Landwirte, vor dem Mähen die Felder nach Rehkitzen abzusuchen oder diese mittels Drohnen mit Wärmebild- bzw. Infrarotkameras aufzuspüren. JägerInnen und auch das Tierparadies Schabenreith helfen hier gerne. Die Aufzucht von Rehkitzen erfordert Fachwissen und Durchhaltevermögen, denn alle zwei Stunden muss gefüttert werden.

Im Video: Die beiden Rehkitze werden alle zwei Stunden gefüttert



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