Die Ehe ist romantisch UND vernünftig

Daniela Baldessari, Juristin der Frauenberatungsstelle BERTA
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KIRCHDORF (wey). Maria und Hubert leben seit fast 25 Jahren zusammen in Huberts großem Haus und genießen das gemeinsame Leben. Maria ist auf Grund eines Herzleidens Invaliditätspensionistin und erhält eine niedrige Eigenpension. Hubert hat zwei Kinder aus erster Ehe, zu denen wenig Kontakt besteht.

Absicherung durch die Ehe
Als Hubert völlig unerwartet an einem Herzinfarkt stirbt, hat Maria keinen Anspruch auf eine Witwenpension und erhält mangels Vorliegens eines Testamentes keinen Anteil an Huberts Vermögen. Als Lebensgefährtin hat sie auch keinen gesetzlichen Anspruch, in der gemeinsamen Wohnung zu bleiben. Huberts Kinder, die gesetzlichen Erben, haben schnell einen Käufer für das Haus gefunden und setzen Maria eine Frist von wenigen Wochen, um auszuziehen. "Rechtlich gesehen, ist Frau/Mann noch immer am besten in der Ehe abgesichert. So sieht es der Gesetzgeber beziehungsweise die Politik vor", erklärt Daniela Baldessari, Juristin der Frauenberatungsstelle BERTA aus Kirchdorf. "Die wirtschaftlichen Gründe für eine Eheschließung erscheinen in der heutigen Zeit oft überholt, zumal Frauen in der Regel gut ausgebildet und auch selbst erwerbstätig sind. Dennoch gibt es Zeiten, in denen die Leistungsfähigkeit von Frauen vorübergehend oder auch dauerhaft herabgesetzt ist. Eine Frau, die Betreuungspflichten für kleine Kinder inne hat, kann in der Regel keiner Vollzeitbeschäftigung nachgehen. Im Krankheitsfall (Invaliditätspension) und vor allem im Alter erhalten Frauen oft eine deutlich niedrigere Pension, als es ihrem finanziellen Bedarf entspricht. Da die Teilung der Lebenskosten mit dem Tod des Partners beziehungsweise mit der Beendigung der Lebensgemeinschaft wegfällt, schlittern Frauen oft in die Armutsfalle."

Witwenpension & Wohnrecht
Der überlebende Lebenspartner erhält keine Witwen-/Witwerpension. Lebenspartner haben kein gesetzliches Erbrecht (und somit auch kein Recht, weiterhin in der Ehewohnung zu bleiben). "Die Entscheidung, ob eine Ehe (standesamtliche Trauung) geschlossen werden sollte oder nicht, hängt von vielen verschiedenen Aspekten ab. Die Kenntnis der Vor- und Nachteile einer Ehe stellt jedenfalls ein unerlässliches Entscheidungskriterium dar", so Baldessari.

Autor:

Martina Weymayer aus Kirchdorf

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