Rückkehr des Wolfes
"Es ist fünf Minuten vor zwölf"

<f>Am 24. Mai 2018 </f>wurden in der Gemeinde Weyer, rund 20 Meter neben einem Siedlungsgebäude, zwei gerissene Schafe gefunden.
  • <f>Am 24. Mai 2018 </f>wurden in der Gemeinde Weyer, rund 20 Meter neben einem Siedlungsgebäude, zwei gerissene Schafe gefunden.
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Martina Weymayer

BEZIRK. Der Wolf kehrt zurück. Bauern in der Region fürchten um ihr Vieh auf den Weiden und Almen.

Im 19. Jahrhundert wurden die Wölfe in Österreich ausgerottet. Seit einigen Jahren gibt es sie aber wieder. In Allentsteig in Niederösterreich lebt seit 2016 ein Rudel. Von diesem setzen sich Jungtiere ab, um ihr eigenes Revier zu finden. Im vergangenen Frühjahr waren innerhalb weniger Wochen in Salzburg mehrere Nutztierschäden zu verzeichnen. Im Mai riss ein Wolf zwei Schafe aus einer Herde in Weyer. Der Vorfall fand nur wenige Meter neben dem Wohngebäude des Besitzers statt. In der Folge gab es weitere Risse nahe Wien. Die DNA-Auswertungen bestätigten, dass diese vom selben Wolf verursacht wurden. In Europa beziffert eine Studie des EU-Parlaments die Anzahl der Wölfe aktuell mit rund 17.000 Tieren. Die bisherige Entwicklung zeigt, dass sich die Bestände jeweils in einem Rhythmus von drei Jahren verdoppeln können. Aufgrund der europaweiten FFH-Richtlinie genießt der Wolf höchsten Schutzstatus – er darf weder gejagt noch gefangen oder getötet werden. FFH steht für "Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie". Ihr Ziel ist der Erhalt der natürlichen Lebensräume und der wildlebenden Tiere und Pflanzen.

"Der Wolf erzeugt in der Landwirtschaft sehr viele Ängste", sagt dazu Franz Karlhuber, Obmann der Bezirksbauernkammer Kirchdorf. "Die Frage ist: Passt er in unsere Kulturlandschaft? Wir sollen Schutzzäune und dergleichen errichten, damit er sich wieder ansiedeln kann. Wird etwa ein Schaf gerissen, muss der Landwirt beweisen, dass es ein Wolf war. Wir müssen vorher handeln, bevor das zum Problem wird, und brauchen Instrumente, um den Wolf entnehmen zu können."

"Ich behaupte, es ist fünf Minuten vor zwölf", bekräftigt Johann Feßl, Obmann des oö. Almvereins. "Die Entwicklung läuft darauf hinaus, dass die Anzahl der Rudel steigt. Wir wehren uns dagegen. Wenn man sieht, was ein Exemplar im Laufe kürzester Zeit anrichtet, kann man erahnen, was das bei einem oder mehreren Rudeln heißt. Wir Bauern wollen keine Tierarten ausrotten, aber es muss klare Regeln geben, sonst herrscht Chaos."

Podiumsdiskussion

Am Mittwoch, den 16. Jänner 2019, laden die BezirksRundschau Steyr und Kirchdorf sowie die Landwirtschaftskammer Kirchdorf-Steyr zur Podiumsdiskussion zum Thema "Wolf" ein. Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr, sie findet im Gasthaus Mandl in Ternberg statt.

Es diskutieren unter anderem:
• Wolf-Dietrich Schlemper, Wildschadensberater der Landwirtschaftskammer
• Helmut Mülleder, leitender Referent für Jagd und Fischerei der Abteilung Land- und Forstwirtschaft des Landes OÖ
• Johann Feßl, Obmann des oö. Almvereins
• Volkhard Maier, Direktor Nationalpark Kalkalpen
• Georg Rauer, Bärenanwalt und Wolfsbeauftragter

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