Anschluss im Bezirk Kirchdorf
Nur 27 sagten "Nein"

BEZIRK. Als die deutschen Truppen am 12. März 1938 in Österreich einmarschierten, fuhren auf der B138 zuerst motorisierte Einheiten der deutschen Wehrmacht nach Süden. Als danach die Infanteristen kamen, stürzten sie sich in die Geschäfte des Bezirks. Denn hier konnten sie mit der Reichsmark billig einkaufen – und es gab noch Waren, die im Deutschen Reich wegen der Rüstungswirtschaft nicht mehr zu kaufen waren. Unser Bezirk war damals für seine aktiven Nationalsozialisten bekannt und so heißt es in der "Chronik der Marktgemeinde Windischgarsten 1918-1945" auch: "Die erste Hakenkreuzfahne am 12. März hisste in Windischgarsten der Gendarmerieposten, die Frauen hatten in der Nacht daran genäht."

Unmittelbar danach wurden ohne Wahlen alle Bürgermeister des Bezirks ausgetauscht. „Missliebige Schulleiter, Lehrer und Gendarmen wurden ohne Verfahren pensioniert, versetzt oder zur Wehrmacht eingezogen“, heißt es in der Chronik unseres Bezirks. Auch die meisten Vereine wurden über Nacht aufgelöst und ihr Geld beschlagnahmt. Der Anschluss bracht unserem Bezirk auch neue Grenzen: Wartberg, Ried und Kremsmünster kamen dazu, Adlwang und Waldneukirchen stattdessen zu Steyr-Land.

Bei der Volksabstimmung am 10. April 1938 stimmten im Bezirk von 22.327 Wahlberechtigten nur 27 mit „Nein“.

Autor:

Sarah Strasser aus Kirchdorf

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