Schulbeginn
Ohne Angst ins erste Schuljahr

Viele Schulanfänge, aber auch ihre Eltern, blicken dem neuen Lebensabschnitt mit gemischten Gefühlen entgegen.
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Die Einschulung ist für Kinder ein bedeutendes Ereignis, das einige Veränderungen mit sich bringt.

BEZIRK KIRCHDORF. Nicht nur bei den Kleinsten ist der Schulbeginn daher oft mit gemischten Gefühlen verbunden. "Auch bei den Eltern kann er unterschiedliche Emotionen auslösen", weiß die Psychologin Alexandra Steiner aus Kirchdorf (www.praxis-steiner.at). "Zum einen haben sie Erinnerungen an die eigene Schulzeit und die damit verbundenen Gefühle, zum anderen ist mit dem Schuleintritt ein weiteres Loslassen notwendig." Wichtig sei es, so Steiner, dass diese Gefühle wahrgenommen und nicht unbewusst auf das Kind übertragen werden. "Neben der Vorfreude können Unsicherheiten und Ängste auftreten. Daher ist es in der Zeit um den Schulbeginn besonders wichtig, dem Kind Sicherheit zu geben, etwa durch Rituale, und aufmerksam zu sein, falls das Kind ängstlich ist."

Keine zu hohen Erwartungen

Viele Eltern legen zuviel Anspannung in den Schulstart, sagt die Allgemeinmedizinerin und Psychotherapeutin Barbara Reiterer aus Micheldorf und rät: "Je entspannter und liebevoller Eltern ihr Kind begleiten, je klarer und wertschätzender sie ihm helfen Hürden zu nehmen, desto besser ist es vorbereitet." Eine zu hohe Erwartungshaltung könne zu Enttäuschungen führen. "Eltern sollten immer wieder vermitteln, dass Leistungen nichts mit dem Wert des Kindes zu tun haben und dass es unabhängig von den Noten geliebt wird", fügt Alexandra Steiner hinzu.

Ein wesentlicher Punkt ist es, über Ängste und Befürchtungen zu sprechen. Kinder sollen das Gefühl haben, dass sie mit allen Problemen zu den Eltern kommen können. Gibt es dennoch Schwierigkeiten, führt der erste Weg zum Klassenlehrer. Verbessert sich die Situation nicht, kann man zum Beispiel das Angebot der schulpsychologischen Beratungsstelle oder den Service von "Rat auf Draht" nutzen.

Schulpsychologische Beratungsstelle

„Mit dem Übergang vom Kindergarten in die Volksschule gehen große Veränderungen sowohl für die Kinder als auch die Eltern einher“ erklärt die Schulpsychologin Karin Bayer-Daschill, Leiterin der schulpsychologischen Beratungsstelle in Steyr. „Der Schulanfang ist eine sehr sensible Zeit. Die meisten Schulanfänger sind positiv aufgeregt und neugierig. Gleichzeitig ist es aber auch ein Abschiednehmen vom vertrauten Leben.“ Daher sei es besonders wichtig, dass Eltern ihre Kinder gut auf den Schulstart vorbereiten. „Am besten geht man sensibel auf die Umstellung ein, erzählt vielleicht vom eigenen Schulanfang und wie dieser erlebt wurde, um mögliche Ängste zu reduzieren.“ Wichtig sei auch, dass die Kinder das Schulgebäude vorher kennenlernen. „In den Bezirken Steyr-Stadt, Steyr-Land und Kirchdorf besuchen viele Kindergärten die Volksschulen bereits vorab." Mit den Kindern über ihre Ängste und Befürchtungen zu sprechen, sei ein weiterer wichtiger Punkt.

Die schulpsychologische Beratungsstelle Steyr ist für die Bezirke Steyr-Stadt, Steyr-Land und Kirchdorf zuständig, rund 22.000 Schüler fallen damit in den Zuständigkeitsbereich der vier ausgebildeten Schulpsychologinnen. Das Beratungsangebot steht außerdem auch für Eltern,  Lehrer und Schulleiter zur Verfügung. Zusätzlich zum Angebot in Steyr finden auch im Bundesschulzentrum Kirchdorf regelmäßige Beratungsstage statt. Das Angebot der schulpsychologischen Beratungsstelle ist kostenlos.

Informationen gibt es auf der Seite www.lsr-ooe.gv.at/schulpsychologie-schulaerztlicher-dienst/schulpsychologie oder per Mail:
schulpsychologie.steyr@bildung-ooe.gv.at

Rat auf Draht: Tipps für einen gelungenen Schulstart

„Der Schulbeginn und damit die Neu-Organisation des familiären Alltags kann Stress mit sich bringen“, sagt Birgit Satke, Leiterin von Rat auf Draht. Die Expertin rät, sich bereits gegen Ferienende mit dem neuen Schuljahr zu beschäftigen, damit der Start reibungslos läuft:

Positives Einstimmen
Stimmen Sie Ihr Kind positiv auf die Schule ein, indem Sie den Fokus auf die schönen Aspekte legen – zum Beispiel, Freunde wiederzusehen und Interessantes zu lernen. Vielleicht teilen Sie auch schöne Erinnerungen an Ihre eigene Schulzeit mit Ihrem Kind. Vermeiden Sie auf alle Fälle negativ belegte Sätze wie "Nun weht wieder ein anderer Wind.“ oder "Das werden sie dir in der Schule schon austreiben."

Stoff wiederholen

Die letzten Ferientage sollten dazu genutzt werden, nochmal einen Blick in die Hefte des vergangenen Schuljahres zu werfen. Wer sich die wichtigsten Schwerpunkte in Erinnerung ruft, hat einen besseren Start und verhindert, gleich am Anfang den Anschluss zu verlieren oder sich überfordert zu fühlen.

Schulsachen gemeinsam vorbereiten
Der Schulbeginn bringt meist eine lange Liste an benötigten Utensilien mit sich. Machen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind eine gründliche Bestandsaufnahme. Viele Dinge kann man aus vorherigen Schuljahren weiterverwenden. Beziehen Sie Ihr Kind auch in die Besorgung von neuen Schulsachen mit ein. Es hat vielleicht Spaß daran, sich Farbe oder Modell der neuen Utensilien auszusuchen und wird sie dann später auch lieber verwenden.

Gute Lernbedingungen schaffen
Mit der Schule kommen auch Hausaufgaben und Lernstoff. Dafür ist eine gute Lernumgebung wichtig. Am Ende der Ferien sollte der Schreibtisch bereit und aufgeräumt sein. Ausreichend Platz und Licht sind für ein ordentliches Erledigen der Hausübungen essenziell. Achten Sie darauf, dass der Tisch nicht mit anderen Dingen beladen ist, die ablenken und zum Spielen verleiten.

Auf den nächsten Tag vorbereiten
Um in der Früh Stress zu vermeiden, sollte der kommende Schultag bereits am Vortag vorbereitet werden. Besonders Schulanfänger, aber auch ältere Kinder, brauchen dabei Ihre Unterstützung. Besprechen Sie am Abend gemeinsam den nächsten Tag und helfen Sie Ihrem Kind am Anfang beim Packen der Schultasche. Oft sind Check-Listen hilfreich, anhand derer man überprüft, ob alles da ist.

Tagesrhythmus finden
Passen Sie den Tagesablauf an das Schulleben an. Achten Sie darauf, wie viel Schlaf Ihr Kind braucht, um in der Früh ausgeschlafen zu sein, und richten Sie die Bettgehenszeit danach. Für den Morgen sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Optimal ist ein gemeinsames Frühstück, bei dem der neue Tag besprochen werden kann.

Schulkalender führen

Hängen Sie einen Kalender auf, in dem Sie gemeinsam mit Ihrem Kind laufend alle wichtigen Termine wie Wandertage, Schularbeiten oder den Schulfotografen eintragen. So behält die ganze Familie den Überblick.

Leistungsdruck vermeiden

Üben Sie keinen Erfolgsdruck auf Ihr Kind aus und loben Sie positive Leistungen. Sollten Sie Schwierigkeiten bemerken, reden Sie mit Ihrem Kind darüber und bieten Sie Hilfestellungen an. Auch ein Gespräch mit der Lehrerin oder dem Lehrer kann helfen, die schulischen Probleme des Kindes besser zu verstehen. Auf jeden Fall sollte Ihr Kind wissen, dass Sie als Elternteil hinter ihm stehen, unabhängig von Schulnoten.

Gesunde Jause
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Achten Sie darum auf eine gesunde Jause und vermitteln Sie ihren Kindern ein ausgewogenes Ernährungsverhalten. Seien Sie dabei ein gutes Vorbild. Wenn Sie selbst Fast Food zelebrieren, liegt es nahe, dass auch Ihre Kinder den zumeist ungesunden Snacks zusprechen.

Freizeit für Erholung lassen
Manche Kinder erledigen ihre Hausübung sofort wenn sie nach Hause kommen, andere brauchen erst eine Pause. Wichtig ist, dass genügend Zeit für Erholung bleibt. Kinder brauchen Zeit um die Geschehnisse in der Schule zu verarbeiten und sich zu regenerieren. Achten Sie darauf, ob Ihr Kind direkt nach der Schule die nötige Energie und Konzentration für die Hausübung hat. Wenn es zu unruhig ist, klappt es nach ein bisschen Spielen und Abschalten vielleicht besser.

Rat auf Draht ist unter der Notrufnummer 147 rund um die Uhr aus ganz Österreich erreichbar. Der Anruf kostet nichts und ist anonym.
www.rataufdraht.at

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