Leserbrief
"Wenn es weiter so ` bergauf´ geht, geht’s bald bergab!"

Leserbrief von Landwirtin und Hüttenwirtin Martina Ramsebner aus Vorderstoder

Derzeit gibt es wieder einmal große Diskusionen und große zum Teil sehr weit hergeholte Gegenstimmung für eine Erweiterung touristisch genutzter fläche im Winter wie im Sommer. Wobei die Lobby mehr gegen die Skifahrer stimmt. Es wir groß über Naturschutz gesprochen, wobei aber die Gedanken dabei sehr eigenützig sind und nicht der eigentlichen Natur gedacht sind.
Deswegen frage ich die Naturschützer: Wofür belügt ihr euch täglich selber?

Eventuell für:
Täglich suchen Leute aus Nah und Fern Erholung und Befriedigung bei einer genüßlichen Tour durch den bis zu 2 m hohen Schnee in „ihrer" Natur. Wildtiere, die bei solchen Wetterlagen an ihre höchste Belastbarkeitsgrenze kommen, werden natürlich aus dem Ruhebereich auf gescheucht. Sie sollten ja wissen, die Natur gehört den Naturliebhabern!
Ist nicht genug Schnee, können die Wildtiere leichter flüchten, dafür sorgen die Skikanten für eine natürliche Selektion der Jungbaumpflanzen.

In den Sommermonaten sorgen dann unsere Naturliebhaber für die natürliche Düngung des Waldbodens. Natürlich mit Nachhaltigkeit, da Taschtücher oder Feuchttücher eine gewisse Verottungszeit haben!
Bzw. sagen solche Wander Wegzeichen „bitte nicht vom Wanderweg abkommen es wäre Scheiße“! Haben Sie schon mal einen Skifahrer in den Schnee sch... gesehen?

Beim vielen Bergaufgehen nützt sich so manches ab und sollte auf natürlichstem Wege entsorgt werden. Eine Gruppe in Vorderstoder hatte wieder eine sehr gute Idee, Mutter Natur sehr nachhaltig mit Sondermüll zu beschenken. Alte Bergschuhe bieten einen Nährboden für die Natur, und der Sondermüll muss nicht verbrannt werden, somit entsteht keine schlechte Luft. Vielleicht findet das eine oder andere Käferl ja auch ein Dach überm Kopf! Besonders in der Region um das Naturjuwel Schafferteich und Loigistal findet man solche Entsorgunspunkte.

Seit Generationen weiden in Hinterstoder auf den im Winter genutzen Skiflächen glückliche Weiderinder in den verschiedensten Herdeformen. Ich hab noch nie gehört, dass sich ein Rindvieh beschwert hätte, dass es in saftigen Almwiesen fressen, schlafen und einen schönen Almsommer verbringen kann. Auch Wildtiere finden so hier ihre Nahrung und müssen nicht zwischen felsigem Geröll schwer nach Almkräutern suchen. Für diese Art von Lebewesen, die sicher naturnaher sind, haben wir einen Lebensraum zu erhalten! Nicht für eigenützige Abseitzdenker und Geher. Die sagen, diese Flächen stehen ¾ vom Jahr ungenützt. Es gibt Landwirte, die hegen und pflegen diese Flächen und diese Arbeit ist ein Teil ihrer Existenz! Wo bleibt der Naturschutz, wenn bestimmte Meinungsgruppen ihre Wanderschuhe entsorgen, im wirklichen Nuturschutzgebiet und Wasserschongebiet bei jeder Jahreszeit in den Lebensraum der Tiere eindringen?

Es wurde sogar einer unserer Bäume als Wanderwegtafel-Halterung in Gebrauch genommen. Sehr nachhaltig! Junger Baum muss nicht gefällt werden; wir nageln einfach auf einen alten fremden Baum, ohne den Grundbesitzer zu fragen. Aber wozu sollte man eigentlich noch, egal in welcher Angelegenheit, einen Grundbesitzer fragen? Schließlich wissen doch eine bestimmte Gruppe aus Nah und Fern, was gut und böse ist für die Natur, ohne eigenützigen Interessen nachzugehen.

Wenn es weiter so „bergauf geht“, geht’s bald bergab mit der Region!!
Eine pensionierte Kindergärtnerin muss sich keine Sorgen machen, wenn die Kinder im Kindergarten ausbleiben, wenn die Schule geschlossen wird, weil Jungfamilien abwandern, dem Bergladen die Kaufkraft wegbleibt, weil alle auswärts arbeiten und woanders einkaufen.

Wir leben hier, wir wollen selbst entscheiden!

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