Skiweltcup 2020
"Arbeiten an Umsetzung der Pläne"

OK-Chef Herwig Grabner, Skiclub-Obmann Gerold Hackl und FIS-Renndirektor Hannes Trinkl (von links).
  • OK-Chef Herwig Grabner, Skiclub-Obmann Gerold Hackl und FIS-Renndirektor Hannes Trinkl (von links).
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Am 29. Februar und 1. März 2020 macht der Skiweltcup bereits zum zehnten Mal in Hinterstoder Station. Wie viel Aufwand dahinter steckt, wann mit den Vorbereitungen begonnen wurde und welcher Österreicher ganz vorne dabei sein wird verraten Hannes Trinkl, Herwig Grabner und Gerold Hackl.

HINTERSTODER (mef). Es ist das Jahr 1986, als der erste Skiweltcup in Hinterstoder ausgetragen wird. "Damals fanden die Bewerbe noch auf der Bärenalm statt. Der erste Bewerb überhaupt war übrigens ein Slalom", sagt Skiclubobmann Gerold Hackl. Als Sieger des Bewerbes konnte sich der Deutsche Armin Bittner behaupten. "Das war mitunter die beste Werbung für Hinterstoder. Waren doch zahlreiche deutsche Touristen vor Ort."

Seit dieser Premiere vor 33 Jahren ist in Hinterstoder einiges passiert. So wurde etwa das Weltcup-Areal ins Hinterstoderer Zentrum und im Jahr 2005 offiziell eröffnet. "Der erste Weltcup fand dann 2006 statt. Aufgrund des schneearmen Winters wurde der Kurs nur bis zur Mittelstation gesetzt. Erst vier Jahre später führte die Strecke zum ersten Mal von der Bergstation bis ins Tal", sagt Hackl. Damals wurden noch ein Super-G und ein Riesentorlauf, kurz RTL, ausgetragen.

Änderungen im Programm

2020 findet in Hinterstder anstelle des RTL nach Bormio und Wengen das Finale der Alpinen Kombination statt. "Diese Entscheidung hat Peter Schröcksnadel, seines Zeichens Präsident des Österreichischen Skiverbandes, kurz ÖSV, getroffen", sagt FIS-Renndirektor und Abfahrtsweltmeister des Jahres 2001 Hannes Trinkl. Der heute 51-jährige und in Sankt Pankraz wohnhafte Vater von drei erwachsenen Kindern halte diesen Bewerb "für nicht mehr zeitgemäß." "Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass Techniker und Speedfahrer in ihren Disziplinen einen sehr großen Trainingsaufwand betreiben. Aufgrund dessen ist es beinahe unmöglich, dass Speedfahrer gleichzeitig für einen Slalom und umgekehrt trainieren. Entsprechend hoch ist das Verletzungsrisiko", sagt Trinkl, der seine Weltcupremiere 1992 in Gröden feierte und seine Skikarriere eigentlich als Slalomläufer begann. "Ich wechselte dann aber zur Abfahrt und den Speedbewerben. Dieser Wechsel war meiner Statur geschuldet."

Unabhängig von Trainingseinheiten, Staturen und Bewerben treten heuer 60 bis 70 Athleten aus bis zu 20 Nationen in Hinterstoder gegeneinander an. "Die Sportler sind allesamt in der Pyhrn-Priel-Region untergebracht. Die Athleten der Top-Nationen finden ihre Unterkunft direkt in Hinterstoder", sagt der Chef des Organisationskomitees, kurz OK, Herwig Grabner. Ob Trinkl nach Marcel Hirschers Karriereende einen neuen österreichischen Favoriten hat? "Ja, definitiv. Mein Favorit ist Vincent Kriechmayr. Er kennt die Strecke seit seinen Kindertagen." "Dieses Mal werden die Österreicher sowieso um den Sieg mitfahren können", ergänzt Grabner.

Die Kurssetzung übernimmt laut Trinkl ein "Männertrio". Wer dahintersteckt, dürfe er jedoch noch nicht verraten, da "die Läufer jene dann etwa zu den Trainingseinheiten einladen und dadurch einen Vorteil für die Rennen ergattern können." Die Namen des Trios werden fünf Tage vor den Bewerben bekannt gegeben. Fix sei jedoch, dass es "keine Österreicher sind."

Einfluss von Marcel Hirscher

Das Karrierende des Salzburger wirke sich zudem nicht gerade positiv auf die Besucherzahlen aus. "Natürlich wären viele Menschen wegen Marcel Hirscher nach Hinterstoder gereist", sagt er. "Sobald Kriechmayr dann erstmals auf dem Podest steht, wird sich die Situation aber wieder bessern. Das Interesse an Hinterstoder ist sowieso ein anderes als beispielsweise in Tirol, wo in kürzeren zeitlichen Abständen ein Weltcup stattfindet. Hier findet alle vier Jahre ein Cup statt", sagt Hackl, der selbst in Hinterstoder wohnt.

Bis zu 500 freiwillige Helfer

Wie es um die Organisation der Großveranstaltung steht, weiß Herwig Grabner. "Das Team hat die Vorbereitungen mittlerweile abgeschlossen und arbeitet derzeit an der Umsetzung der Pläne. Mit dem Weltcupauftakt in Sölden kann die Skisaison endlich kommen", sagt der 46-Jährige Hinterstoderer. 

Grundsätzlich sei die Organisation in einen sportlichen und einen generellen Teil geteilt. "Während Hannes und vor allem Rennleiterin Eveline Rohregger etwa für die Skipiste verantwortlich ist, gilt mein Aufgabenbereich dem generellem Teil. Darin enthalten ist zum Beispiel alles, was mit den Besuchern zu tun hat. Ich habe zum Beispiel dafür Sorge zu tragen, dass auch bei Schlechtwetter alles ruhig und gesittet vonstatten geht", sagt Grabner.

Mit seiner Arbeit begonnen hat das 30-köpfige Team um Grabner bereits im Mai 2018. "Damals erhielten wir den Zuschlag, dass der Weltcup im März 2020 auch in Hinterstoder ausgetragen wird. Anschließend folgte die Eintragung in den provisorischen Kalender." Nach und nach wurde dann das Organisationsteam aufgestellt und nach Geldgebern gesucht. "Die Teammitglieder betreffend, haben wir vor allem nach jenen Freiwilligen gesucht, die schon einmal dabei waren. Während der Veranstaltung wächst die Mannschaft dann auf bis zu 500 Personen, darunter auch Polizisten und Mitglieder der Bergettung sowie des Roten Kreuzes. Schließlich gehören Sicherheitsbereich und Netze aufgebaut, die Pisten präpariert sowie das Gelände und die 30 bis 40.000 erwarteten Besucher entsprechend gesichert."

Das Budget beträgt rund 1,1 Millionen Euro. Unterstützung kommt maßgeblich vom Land Oberösterreich. "Zudem wurde eine neue Beschneiungsanlage und ein Pumphaus vom Land Oberösterreich teilfinanziert und von der Hinterstoder-Wurzeralm Bergbahnen AG umgesetzt", sagt Grabner. In den letzten Monaten vor dem Skispektakel in Hinterstoder gelte es, "noch viel Werbung dafür zu machen."

Wasser, Luft und Kälte

Apropos Beschneiungsanlage: "Diese ist nötig, da reine Naturschneepisten eigentlich nicht existieren. Außerdem halte ich die Bezeichnung 'Kunstschnee' für einen Blödsinn. Zutreffender ist 'Maschinenschnee'. Dieser besteht ja nur aus Wasser, Luft und Kälte. Maschinenschnee herzustellen ist keine Kunst", sagt Trinkl. Anschließend lacht er. Maschinenschnee sei zudem "kompakter und lebendiger" als Naturschnee. "Lebendiger bedeutet, dass der Maschinenschnee leichter zu ver- sowie bearbeiten und schlussendlich leichter zu befahren ist."

Tipps für Besucher

In weiser Voraussicht auf die beiden Weltcuptage in Hinterstoder empfiehlt Grabner den Besuchern

  • ... rechtzeitig anzureisen.
  • ... die Shuttlebusse zu nutzen. Diese bringen Besucher von Klaus/Steyrling direkt zum Eventgelände.
  • ... zeitnah Karten zu erwerben.
  • ... das bald erscheinende Verkehrskonzept auf der offiziellen Weltcupseite zu beachten.
Autor:

Florian Meingast aus Wels & Wels Land

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