Mario Pramberger
"Die Situation als Chance nutzen"

Mario Pramberger

Vor 1,5 Jahren hat Mario Pramberger aus Schlierbach sein Unternehmen gegründet.

SCHLIERBACH. "Voller Euphorie – hinein in eine Hochphase des Dienstleistungssektors", beschreibt der Inhaber von "Unternehmenshandwerk". Das erste Kalenderjahr 2019 war noch durchwachsen, "es hat aber schon gut funktioniert. Die ersten Produkte fingen an am Markt bekannter zu werden und zu ` funktionieren´ . Die Jahresplanung konnte unterm Strich noch fast auf den Euro genau erreicht werden."

2020 fing grandios an ...

Die Buchungslage wurde besser und besser. "Anfang 2020 war ich schon kurz davor zu planen, was ich alles investieren kann", berichtet Mario Pramberger weiter. Dann hörte er allerdings zum ersten Mal etwas vom Corona-Virus – darüber, was in China passiert und von den Auswirkungen auf die Wirtschaft. "Familienmitglieder, die in exportorientierten Betrieben arbeiten, erzählten plötzlich von ganz neuen wirtschaftlichen Herausforderungen. Ich dachte mir da noch: schwierige Situation für die Exportbetriebe, aber kein Thema für die regionale Wirtschaft – schon gar kein Thema für mich. Ein paar Tage danach wurde der erste Termin bei mir im Kalender storniert."

Ein paar Tage danach war sein Kalender für Wochen leergefegt. Die beiden Kinder sind nun von der Schule zu Hause, die Frau ebenfalls im Home-Office. "Eine komplette Lebensumstellung von heute auf morgen. Ausgangssperre für Wochen. Kein Einkommen – ebenfalls für Wochen. Sogar der übliche Dreier-Schnapser am Sonntag mit der Oma muss nun ausbleiben. Am schmerzhaftesten sicher für die Oma, die bald 90 wird. Und kein genaues Datum in Sicht, wann es wieder anders wird."

Viele Fragen geistern im Kopf herum ...

Durch den Austausch mit Gleichgesinnten/Gleichbetroffenen, so der selbstständige Unternehmensberater, werden manche Fragezeichen kleiner, aber neue entstehen. "Ich lerne in diesen Tagen zahlreiche neue Online-Tools kennen und die dazugehörigen Verhaltensregeln in effektiven Online-Meetings. Wie oft hab ich gehört, dass HomeOffice und Online-Konferenzen nicht funktionieren. Das wurde innerhalb kürzester Zeit wiederlegt. Ja wie oft hab ich im unternehmerischen Umfeld in der Vergangenheit gehört: Das geht nicht aus diesem Grund und das kann man nicht machen aus diesem Grund. Jetzt wurde auf einmal so viel möglich. Klar hätten wir uns alle eine andere Situation gewünscht, aber es ist fast wohltuend zu sehen, wie anpassungsfähig wir doch immer wieder sind! Das könnte doch was sein, was man für danach mitnehmen könnte."

Die Pause nutzen 

Das hört man oft in diesen Tagen. Mario Pramberger nutzt diese Pausen für die Familie, übt sich als Lehrer, nutzt die Tage für eine echte Pause, für tolle Podcasts und für spannenden Lesestoff wie die neueste Kolumne von Mathias Horx. "Mir gefällt, was ich da lese", sagt er. "Der weitere Verlauf unseres gemeinsamen Lebens wird sich ab sofort ändern. Diese kollektive Situation verändert unser Denken. Wenn ich mir das so überlege, freue ich mich drauf. Es war sowieso Vieles schon ziemlich verrückt." So würde er sich freuen, wenn das Kaufverhalten der Menschen wieder regionaler wird, das Zusammenarbeiten wieder intensiver und ehrlicher, "und wenn unsere schöne Naturregion vom verringerten Verkehrsaufkommen auf Straßen und in der Luft langfristig profitieren kann. Ja – hoffentlich nicht nur unsere Region!"

Situation als Chance sehen

Mario Pramberger nutzt diese Phase auch für strategische Überlegungen, was die persönliche unternehmerische Zukunft betrifft. "Als Strategieberater wäre ich wohl verkehrt am Markt, wenn ich das nicht machen würde. Wie können Unternehmer aus dieser Situation lernen? Wie könnte ein Reflexionsprozess von Unternehmern gemeinsam mit ihren Teams aussehen, sodass man gemeinsam überlegt: Was kann man aus dieser Situation lernen? Was wollen wir übernehmen und beibehalten? Schnell haben wir gesehen, wie viele neue Dienstleistungen innerhalb von Tagen notwendig und auch möglich wurden. Ich glaube, das ist erst der Beginn. Wir sollten diese Situation als Chance nutzen."

www.unternehmenshandwerk.at

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