Kurzarbeit NEU – eine Option für den Bezirk?

Rudolf Diensthuber

Die Sozialpartner ÖGB und Wirtschaftskammer haben eine weitere langfristige Variante eines staatlich geförderten Kurzarbeitsmodells auf die Beine gestellt. Inwieweit dies auch für den Bezirk Kirchdorf eine Hilfestellung sein kann, wird sich weisen. Der ÖGB Kirchdorf beurteilt dieses Fördermodell deutlich positiv.

BEZIRK KIRCHDORF. ÖGB-Kirchdorf-Vorsitzender Rudolf Diensthuber ist sich sicher: "Mit den beiden abgelaufenen Kurzarbeitsmodellen eins und zwei bis 30. September ist die bedrohliche Lage am Arbeitsmarkt noch lange nicht bewältigt. Zahlreiche Betriebe, die ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit hatten, werden dann bei weitem nicht alle wieder in Beschäftigung bringen – dazu ist der Konsum noch viel zu langsam in Bewegung und die Inlandsnachfrage deutlich zurückhaltend. Betriebe, die auf Exportmärkte angewiesen sind, kommen nur schleppend in die Spur, weil die Absatzländer andere Rahmenbedingungen im Umgang mit Corona haben."

Um diesen Umständen entgegenzuwirken und ein zwischenzeitliches Ansteigen der Arbeitslosigkeit zu verhindern, hat der ÖGB zusammen mit der Wirtschaftskammer ein weiteres, langfristiges Kurzarbeitsmodell auf den Weg gebracht. Dabei geht es darum, einerseits Menschen vor längerer Arbeitslosigkeit und somit deutlich geringerem Einkommen zu bewahren und andererseits, um Betrieben die Möglichkeit zu verschaffen, ihre Personalressourcen durch steuerliche Förderungen in Wartestellung zu halten.

Der Kirchdorfer ÖGB-Chef weiter: „Arbeitslosigkeit ist nicht nur für die Betroffenen längerfristig eine bedrohliche Situation, sondern volkswirtschaftlich und ökonomisch auch für den Staat. Nichts ist für den Steuerzahler teurer als Menschen ohne Arbeit, die den Konsum nicht beleben können. Eine Achillesferse bleiben dabei die Bereiche Tourismus, Fremdenverkehr und Gastronomie. Hier wird es schwierig, alternative Konzepte zur herkömmlichen Strategie zu entwickeln, denn im Gegensatz zu Produktionsbetrieben ist hier weder Homeoffice noch Telearbeit eine Alternative – hier geht es darum, Menschen und Gäste bestmöglich zu betreuen. Wenn diese ausbleiben, bricht der Umsatz und die Beschäftigung drastisch ein“.

Kurzarbeit neu

Bei der „Kurzarbeit neu“ so Diensthuber, sind die Rahmenbedingungen ab Oktober bis 31. März 2021 insofern verändert, als die Arbeitszeit zwischen 30 bis 80 Prozent liegen soll und die Entlohnung zwischen 80 und 90 Prozent. Das Unternehmen zahlt nur die tatsächlich geleisteten Stunden, der Rest wird aus Steuermitteln über das AMS ergänzt. Diensthuber: "Dies sollte vor allem unserer südlichen Tourismusregion über eine allfällige unausgelastete Wintersaison hinweghelfen und einigermaßen Planungssicherheit verschaffen. Wenn Arbeitskräfte ihre Normalarbeitszeit reduzieren wollen und das Unternehmen dafür eine neue Arbeitskraft einstellt, gibt es eine zusätzliche Förderung vom AMS. Um das neue Corona-Kurzarbeitsmodell zu nutzen, muss auch die Weiterbildungsbereitschaft der Beschäftigten gegeben sein. Mitarbeiter müssen bereit sein, in der Kurzarbeitszeit eine Weiterbildung zu machen, wenn dies vom Unternehmen angeboten wird."

Steuerstundungen durch die Regierung für Betriebe sind aus Sicht des ÖGB Kirchdorf keine Lösung für Unternehmen und Arbeitsplätze, "denn aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben“, sagt Diensthuber abschließend.

Newsletter Anmeldung!

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen