Vetropack Kremsmünster
Nachzahlung in Millionenhöhe

Vetropack ist der bedeutendste Glasverpackungshersteller in Österreich
  • Vetropack ist der bedeutendste Glasverpackungshersteller in Österreich
  • Foto: Staudinger
  • hochgeladen von Franz Staudinger

Die Vetropack Austria GmbH rechnet mit einer Kanalgebührennachzahlung an die Gemeinde Kremsmünster in der Höhe von rund vier Millionen Euro. Wie das Unternehmen jetzt festgestellt hat, waren die jährlichen Behördenmeldungen zu den Abwassermengen und den Luft-Emissionswerten des Werks Kremsmünster nicht richtig.

KREMSMÜNSTER (sta). Das Unternehmen betont, dass zu keiner Zeit Gefahr für die Gesundheit und die Umwelt bestand. Die Geschäftsleitung der Vetropack Austria GmbH hat bei einer internen Überprüfung festgestellt, dass den zuständigen Behörden in den Jahren 2010 bis 2019 unrichtige Werte über die Menge der betrieblichen Abwässer und über die Luft-Emissionen des Werks Krems-münster übermittelt wurden. In diesen Jahren waren die jährlichen Meldungen an die zuständigen Behörden zum Teil erheblich geschönt. Darüber wurde die Marktgemeinde Kremsmünster, als zuständige Abgabenbehörde für die Kanalgebühren und die Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf, informiert.

Alle Grenzwerte wurden eingehalten

Die umfangreichen Unterlagen und Expertisen, die der Gemeinde Kremsmünster und der Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf übergeben wurden, belegen, dass alle geltenden Grenzwerte sowohl für die Abwasserinhaltsstoffe als auch für die Luft-Immissionen in den Jahren 2010 bis 2019 eingehalten und grossteils deutlich unterschritten wurden, versichert das Unternehmen.

Interne Untersuchungen laufen noch
Wie und warum es zur Übermittlung unrichtiger Werte gekommen ist, ist noch nicht geklärt. Die internen Ermittlungen dazu sind noch am Laufen.

Stellungnahme der Gemeinde Kremsmünster

zur Vetropack-Offenlegung am 27.3.2020
bezüglich Gebührenhinterziehung und Meldung falscher Abgaswerte.
Seit Bekanntwerden der Selbstanzeige durch die Firma Vetropack prüft die Marktgemeinde Kremsmünster sämtliche damit zusammenhängende Umstände in technischer und kaufmännischer Hinsicht. Einerseits wird die Selbstanzeige mit der Wasserrechtsbehörde der BH Kirchdorf geprüft, andererseits wird die genaue Summe der Ansprüche unter Beiziehung von Sachverständigen aus Sicht der Gemeinde ermittelt.

Bezüglich Verwendung der hinterzogenen Gebühren weist die Gemeinde auf die Zweckbindung für die Abwasserentsorgung hin. Alleine die aushaftenden Kanaldarlehen betragen rund 2,8 Millionen Euro, ebenso besteht wie in allen Gemeinden ein großer Sanierungsbedarf. Ein Thema sind auch die finanziellen Auswirkungen auf den Reinhalteverband und auf das Finanzamt.

Die über die Schornsteine abgeleiteten Abgase stellen laut Aussage der Vetropack keine Gefährdung der Bevölkerung dar. Die Überprüfung fällt in die Zuständigkeit der Bezirksverwaltungsbehörde, die Gemeinde wird sich im Verfahren beteiligen und auf eine Verbesserung der Situation drängen.

Insgesamt wird jedoch eine gemeinsame Vereinbarung mit Vetropack für Vergangenheit und die Zukunft angestrebt, da die Firma Vetropack ein wichtiger Arbeitgeber in der Region ist. Die umfangreichen Verhandlungen wird die Gemeinde auch zur Verbesserung der Geruchsbelästigung durch Vetropack nützen. Ebenso ein Thema bei den Verhandlungen wird die von Vetropack verursachte Verkehrsbelastung sein.

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?

Werde Regionaut!

Jetzt registrieren

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.