"Regiolix"
"Wollte so einfach und sexy wie möglich regional einkaufen"

Sabina Brandtner, Michael Medweschek und Markus Geilehner (v.l.) gründeten das Unternehmen "Regiolix".
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  • Sabina Brandtner, Michael Medweschek und Markus Geilehner (v.l.) gründeten das Unternehmen "Regiolix".
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Mit "Regiolix" schufen Sabina Brantner, Markus Geilehner und Michael Medweschek eine neue App, die es Konsumenten erlaubt, lokal produzierte Lebensmittel "so einfach und sexy wie möglich" einzukaufen. Ihren Betrieb wird die App am 12. Juli aufnehmen.

BEZIRKE KIRCHDORF UND STEYR-LAND. "Regiolix ist, einfach gesagt, eine regionale Plattform, die es Konsumenten ermöglicht, Lebensmittel von lokalen Direktvermarktern auf bequeme Art und Weise einzukaufen", sagt der 22-Jährige Medweschek. Er lebt in Kremsmünster und Linz und ist dafür verantwortlich, dass die App auf iPhones läuft. Darüber hinaus ist er für die Konzeptionierung und das Design der App und Webanwendungen zuständig.

Zudem kommen Menschen durch die Plattform mit Erzeugern in Kontakt, von denen sie sonst nur über Mundpropaganda erfahren hätten oder "einfach an ihnen vorbeigefahren wären".

Start im Sommer 2020

Die Idee für die Plattform hatte Brantner im Juli 2020. Damals suchte sie nach Möglichkeiten, um "so einfach und sexy wie möglich regional einzukaufen." Aus diesem Grund begann die 22-Jährige aus Bad Hall sämtliche Direktvermarkter in ihrer Umgebung auf einer Liste zusammenzuschreiben.
Daraus entwickelte sich dann eine Geschäftsidee. "Gemeinsam mit Markus und Michi machte ich mich dann daran, die Idee umzusetzen. Wir schrieben also zum Beispiel einen Business-Plan, programmierten die App, gründeten eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, kurz GmbH, reichten Förderungen ein und hielten eine Infoveranstaltung für interessierte Direktvermarkter. Finanziert haben wir das ganze aus eigener Tasche", sagt sie.

Kirchdorf und Steyr-Land

Während dieser Veranstaltung gelang es den dreien, 25 Direktvermarkter aus den Bezirken Kirchdorf und Steyr-Land von ihrer Idee zu begeistern. Sie bieten unter anderem Speck, Fleisch, Eier, Obst, Gemüse, Schnaps und Most an.

Auch exotische Produkte werden angeboten. "So werden auch die Garnelen eines Direktvermarkters aus Kremsmünster im Sortiment sein", sagt der ebenfalls 22-Jährige Geilehner aus Bad Hall, der sich im Unternehmen unter anderem für Infrastruktur und Server- sowie Web-Entwicklung verantwortlich zeigt. "Mit der aktiven Suche nach Direktvermarktern, die mit uns zusammenarbeiten möchten, starten wir übrigens Anfang Juni", sagt Brantner.

"Ganz einfach"

Damit es für die teilnehmenden Direktvermarkter "ganz einfach" ist, Produkte über die App anzubieten, gaben sich die drei Absolventen der HTL Leonding Mühe, die Oberfläche so simpel und verständlich wie möglich zu gestalten. "Wir stellen sie in den Mittelpunkt. Die Direktvermarkter müssen daher zum Beispiel keine Marketing- und IT-Profis sein", sagt Brantner.

Ihre Aufgabe im Unternehmen ist es übrigens, zu garantieren, dass die App auch auf Android-Geräten funktioniert. "Außerdem unterstütze ich Michi beim Designen und übernehme betriebswirtschaftliche Aufgaben. Zusätzlich zur betriebswirtschaftlichen Ausbildung an der HTL eigneten wir uns das Wissen für unsere Aufgaben oft im Selbststudium an”, sagt Brantner.

Direkt vom Erzeuger und aus Abholstationen

Bei der Gestaltung der App gingen die drei Freunde, die sich während ihrer Zeit an der HTL kennenlernten, aus Konsumentensicht einen anderen Weg. "Wir schauten, dass die App für sie technisch und visuell so ansprechend wie nur möglich ist", sagt Geilehner.

Daher wird zum Beispiel der gesamte Kaufprozess – also von der Auswahl der Produkte über die Bestellung bis hin zum Bezahlen – in der App abgewickelt. Die Konsumenten können die Produkte dann direkt bei den Erzeugern oder in Sammelstationen abholen. Künftig ist auch geplant, dass die bestellten Produkte nach Hause geliefert werden. Dafür arbeiten sie mit den Verantwortlichen des Logistik-Zweigs der Fachhochschule, kurz FH, Steyr zusammen.

Zudem bietet die App auch eine Routenplanung. "Wenn ich bei mehreren Erzeugern eine Vorbestellung tätige, zeigt mir die App dann die Route mit der kürzesten Fahrzeit an", sagt Geilehner.

Nummerierte Boxen

Die erste der Sammelstationen soll übrigens bei der alten Feuerwehr in Bad Hall entstehen. "Das sind eigentlich Container. Darin sind Regale und Kühlschränke. In diesen sind dann wieder nummerierte Boxen. Hier geben die Direktvermarkter die Bestellungen der Kunden hinein", sagt Brantner.

Mitgliedsbeiträge und Aufschläge

Finanzieren soll sich das Start-Up künftig unter anderem aus Mitgliedsbeiträgen für die Direktvermarkter. "Wie hoch diese sein werden, wissen wir bereits, ist jedoch noch nicht in Stein gemeißelt“, sagt Brantner. Für weitere 50 an der Plattform interessierte Produzenten haben die drei übrigens noch ein ganz besonders Zuckerl parat: So lange sie dabei sind, bezahlen sie nämlich keinen Beitrag.

Die Ausgaben für die Abholstationen, auf der anderen Seite, werden über Produktaufschläge für Kunden hereingeholt. Wie hoch diese sind, beschreibt Geilehner so: “Ohne Namen zu nennen schlagen regionale Verkaufsstellen zwischen 40 und 50 Prozent auf. Unsere Aufschläge sind niedriger."

Von Bad Hall nach ganz Österreich

Vorerst haben die drei vor, den Fokus auf Direktvermarkter aus den Bezirken Kirchdorf und Steyr-Land zu legen. "Im Vergleich zu anderen Plattformen ist, die “richtige Regionalität” unser Alleinstellungsmerkmal. Wir konzentrieren uns nämlich wirklich auf Erzeuger und Produkte aus der direkten Umgebung des jeweiligen Kunden. Andere bezeichnen sich als 'regional', beziehen ihre Produkte aber aus ganz Österreich", sagt Brantner.

Künftig können sich die drei vorstellen, ihr Geschäftsmodell mit "Fokus auf Regionalität und lokale Produkte" auf ganz Österreich auszuweiten.

Sabina Brandtner, Michael Medweschek und Markus Geilehner (v.l.) gründeten das Unternehmen "Regiolix".
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