19.05.2017, 10:57 Uhr

Naturnaher Garten: Weniger Aufwand, mehr Genuss und eine Oase für Mensch und Tier!

Der Garten der Leidenschaften von Gisi Helmberger in Micheldorf.

Jeder Gartenbesitzer kann mit einer biologischen Bewirtschaftung diesen wertvollen Beitrag für unsere Umwelt leisten.

MICHELDORF. "Umweltfreundlich Garteln bedeutet: mit der Natur zusammenarbeiten, nicht gegen sie", sagt Gisi Helmberger aus Micheldorf. Das beduetet: giftfrei, mit torffreier Pflanzerde, organischen Düngemitteln wie aus Gartenabfällen hergestellter Kompost, Mist, Hornspäne, Pflanzenjauche, Gründüngung und Regenwasser

Schädlinge bekämpfen, indem man Nützlinge fördert

Wer umweltfreundlich Garteln möchte, so Helmberger, sollte sich zuallererst mit diesem Gedanken anfreunden, dass es keinen Garten ohne Schädlinge gibt. Aber eben diese haben einen Sinn – denn sie sind Futter für die Nützlinge.

Förderung der Artenvielfalt

"Um zu einem ausgewogenen Gleichgewicht zu gelangen, ist die Förderung der Artenvielfalt enorm wichtig", weiß die Micheldorferin. "Je artenreicher ein Ökosystem ist, desto stabiler ist es. Also pflanzen wir Vogelschutzhecken – darunter beerentragende Gehölze- als Sicht- und Windschutz, errichten Vogelnistkästen, Insektenhotels, Trockensteinmauern und Totholzhaufen und locken somit jede Menge Nützlinge in unseren Garten." Schmetterlinge, Insekten, Käfer, Spinnen und viele andere Kleintiere erfüllen eine wichtige Funktion. Breiten sich Schädlinge aus, finden Vögel und die vielen anderen Tiere reichlich Nahrung. Helmberger: "Wir Gärtner üben uns in Geduld und Gelassenheit, mit der Gewissheit, dass sich bald dieses Gleichgewicht von Fressen und Gefressen werden einstellen wird. Giftige Bekämpfungsmittel würden dieses Gleichgewicht brutal zerstören."

Auch eine Wildblumenwiese ist eine tolle Möglichkeit, die Artenvielfalt im Garten zu erhöhen. Das bunte Durcheinander einer Mischkultur stärkt die Pflanzen und zieht unterschiedliche Nützlinge an. Verschiedene Pflanzen verbrauchen unterschiedliche Nährstoffe, der Boden wird nicht ausgelaugt. Vielfalt auf kleinem Raum ist eine Schädlings- und Krankheitsvorbeugung durch stärkende Wurzelausscheidungen und Pflanzenkombinationen. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Pflanzenabfällen hält die Feuchtigkeit im Boden, fördert den Humusaufbau und unterdrückt das Keimen von unerwünschten Wildkräutern.

Kraut oder Unkraut?

Vieles, was in unseren Gärten heranwächst, wird als Unkraut bezeichnet. Dabei handelt es sich meist um wertvolle Wild-und Heilkräuter. Daher sollten Brennnessel, Löwenzahn, Giersch und Co nicht länger als Unkräuter verunglimpft, sondern als Wild- und Heilkräuter geschätzt und vermehrt auf unserem Speiseplan vorkommen.

Tage der offenen Gartentür 2017

Der nach diesen Prinzipien bewirtschaftete "Garten der Leidenschaften" von Gisi Helmberger ist am 28. Mai und am 11. Juni , jeweils von 9 bis 17 Uhr, bei den Tagen der offenen Gartentür zu besichtigen.

garten-der-leidenschaften.com
gartentage.at

Fotos: Helmberger
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