01.11.2016, 09:16 Uhr

Damit der (Kinder-)Schuh nicht drückt: Auf die richtige Größe kommt es an

Primar Vinzenz Auersperg, Leiter der Abteilung für Orthopädie im LKH Kirchdorf (Foto: gespag)

Kinderschuhe müssen passen und regelmäßig getauscht werden. Zu kurze oder zu enge Schuhe können Ursache für spätere Fußschäden sein und auf Dauer sowohl die Gesundheit als auch die Entwicklung der Kinder empfindlich beeinflussen.

KIRCHDORF. Im Herbst steht vielen Eltern eine große Shoppingtour ins Haus.
Mit Beginn der kühleren Tage muss der stetig wachsende Spross meist von Kopf bis
Fuß neu eingekleidet werden. Eine besondere Herausforderung ist dabei häufig der
Schuhkauf. Viel zu oft haben Kinder wenig Nerv, um in Ruhe den passenden
Wohlfühlschuh zu suchen und verlangen lieber lautstark nach dem blinkenden, mit
Superhelden bedruckten, Schuhmodell. Primar Vinzenz Auersperg, Leiter der
Abteilung für Orthopädie im LKH Kirchdorf, rät Eltern jedoch, sich beim Schuhkauf nicht beirren zu lassen. Kinderschuhe müssen passen und regelmäßig ausgetauscht werden. Zu kurze oder zu enge Schuhe können Ursache für spätere Fußschäden sein und auf Dauer sowohl die Gesundheit als auch die Entwicklung der Kinder empfindlich beeinflussen.

Kinderfuß wächst einen Millimeter pro Monat

Im Alter zwischen drei und sechs Jahren wächst ein Kinderfuß etwa einen Millimeter pro Monat. Aufgrund des raschen Wachstums stecken viele Kinder immer wieder in zu kurzen Schuhen. „Kinderfüße sind – anders als jene von Erwachsenen – noch sehr weich und formbar“, weiß der Experte. „Deshalb und aufgrund des noch nicht voll entwickelten Nervensystems merken Kinder häufig nicht, dass ein Schuh längst zu klein geworden ist und drückt.“ Dabei kann es schon vorkommen, dass ein getragener Lieblingsschuh um bis zu drei Nummern zu klein gerät.

Bedenkliche Langzeitfolgen

Eltern sind daher gefordert, Füße und Schuhe des Nachwuchses alle drei bis vier Monate einer Kontrolle zu unterziehen. Längerfristig kann nicht passendes Schuhwerk bedenkliche Gesundheitsschäden nach sich ziehen. „Durch eine dauerhafte Stauchung – durch zu enge und zu kurze Schuhe – verändert sich die Zehenstellung. Dies kann jedoch Gelenksentzündungen und krankhafte Gelenksveränderungen verursachen“ berichtet Prim. Auersperg, „aber auch die natürliche Zugrichtung der Muskulatur wird durch eine Zehenschiefstellung verändert.“

Damit nicht genug: Gesunde, passende Schuhe haben auch einen enormen Einfluss auf eine harmonische Gesamtentwicklung des Kindes. Veränderungen von Gelenken, Zehen und Muskeln beeinträchtigen die gesamte körperliche Statik, können Knie-, Hüft- und Rückenbeschwerden auslösen und somit dem Kind auch den Spaß an der Bewegung nehmen.


Die Wahl des richtigen Schuhs

Umso wichtiger ist es, dass Kinder viel barfuß laufen, um Fuß, Muskeln und Gelenke zu stärken. Naturgemäß ist dies in kühleren Jahreszeiten nur schwer möglich – genügend Platz im Schuh ist daher das Gebot der Stunde. „Die Größe der Füße verändert sich über den Tag“, weiß der Orthopäde, „morgens sind sie zumeist kürzer und schmäler als abends, zudem schieben die Zehen bei jedem Schritt im Schuh nach vorne. Der Schuh sollte daher etwa 12 mm größer als der Fuß selbst sein. Bei einem Neukauf sogar noch etwas größer.“ Gerechnet wird hier natürlich vom Innenteil des Schuhes. Bei der Wahl des passenden Kinderschuhs kommt es im Übrigen nicht auf den Preis an. Wichtig ist vor allem, dass die Schuhe weich und biegsam sind sowie über genügend Platz verfügen. Ein gesunder Kinderfuß benötigt nicht, wie häufig angenommen, eine besonders stabile Stütze. Auch gebrauchte Schuhe sind eine Option, aber nur dann, wenn diese nicht einseitig abgelaufen sind.

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