12.06.2017, 10:42 Uhr

Innovation bei der Blutabnahme: Digitalisierung erhöht Sicherheit für Patienten

Axel Kühner, Vorstandsvorsitzender der Greiner Gruppe (Foto: Greiner Gruppe)

Die strategischen Innovationspartner gespag und Greiner Bio-One haben mit der Einführung einer weltweit neuen digitalen Systemlösung am Pilotspital Steyr den Blutabnahmeprozess optimiert.

KREMSMÜNSTER, STEYR. Die Systemlösungen von Greiner eHealth Technology, kurz GeT, ermöglichen eine digitale Abarbeitung und Dokumentation des gesamten präanalytischen Prozesses – von der Anforderung der Blutabnahme bis zum Endbefund. Sämtliche manuelle Schritte gehören somit der Vergangenheit an. Dies garantiert die hundertprozentige Nachverfolgbarkeit und Transparenz.

„Kooperationen und Allianzen aktiv zu fördern, entspricht seit vielen Jahren dem Selbstverständnis der Oö. Gesundheits- und Spitals-AG. Im Rahmen einer Innovationspartnerschaft – innerhalb des Medizintechnikclusters (MTC) – haben wir nun auch erstmals eine Kooperation mit der Industrie eingehen können, die klare Vorteile für beide Seiten mit sich bringt: Die gespag-Patienten profitieren von der Innovation und wir öffnen der Firma Greiner Bio-One im Gegenzug den Markt als namhafte Referenz im Gesundheitswesen“, erklärt gespag-Vorstand Karl Lehner die Hintergründe der Kooperation mit der Greiner Gruppe.

Sicherheit für Patienten im Fokus

Die bestmögliche Sicherheit für Patienten ist ein wesentliches Ziel der gespag und ihrer acht Kliniken. Mit der Implementierung der neuen GeT-Lösungen im LKH Steyr, sowie der sukzessiven Einführung an allen gespag-Standorten setzt die gespag einen weiteren Schritt, um die zukünftigen Anforderungen durch innovative Lösungen zu meistern.

"Weltweites Best Practise-Beispiel"

„Auf Basis der strategischen Partnerschaft zwischen gespag und Greiner Bio-One ist es gelungen, ein weltweites Best Practise-Beispiel für die digitale Probenverarbeitung zu schaffen. Das internationale Interesse von Medizintechnik-Branchenkennern bestätigt unsere Vorreiterrolle im Bereich von Systemlösungen für die Blutabnahme“, sagt Axel Kühner, Vorstandsvorsitzender der Greiner Gruppe.
„Greiner Bio-One hat schon vor längerer Zeit die Zeichen der Zeit erkannt und setzt auf die Digitalisierung der Präanalytik rund um die Probenentnahme. Dies deckt den gesamten Prozess von der Probenanforderung bis zur Befundrückübermittlung ab. GeT verknüpft in idealer Weise unseren Kernbereich, die Blutentnahme, mit eigenentwickelter Software. Gemeinsam mit internationalen Partnern wie Herstellern von Laborinformationssystemen tragen wir somit wesentlich zur Erhöhung der Proben- und Behandlungsqualität bei“, so Manfred Buchberger, Geschäftsführer Preanalytics Greiner Bio-One.

Vorteile und Mehrwert für Patienten

Konkret bedeutet die Digitalisierung, dass ab sofort alle Probenröhrchen mit einem Barcode versehen sind. Das bisher weltweit gängige manuelle Etikettieren der Röhrchen sowie weitere administrative Prozessschritte durch das Pflegepersonal gehören demnach der Vergangenheit an.

Am Beginn der Blutabnahme steht die Identifikation der Patienten. Diese erfolgt neben der verbalen Kommunikation zudem mittels Scan der ID auf dem Identifikationsarmband. Der Name des Patienten ist hierbei nicht mehr auf dem Röhrchen vermerkt – dies garantiert hundertprozentigen Datenschutz.
Auch der Laborauftrag wird mittels Scan automatisch geöffnet und die benötigten Probenbehälter werden angezeigt.

Bei der Blutabnahme sieht das Pflegepersonal auf einen Blick, welche Röhrchen, in welcher Reihenfolge abzunehmen sind. Der jeweilige Barcode der Proben wird schließlich mit der Patientenidentifikation verknüpft, im System gespeichert und der Laborauftrag automatisch initiiert.

Verwechslungsgefahr gleich null und perfekte Probenqualität

„Die Experten im Labor wissen demnach genau, ob sie das richtige Proberöhrchen verwenden. Verwechslungen oder falsche Analysen können ausgeschlossen werden“, untermauert Walpurga Auinger, Pflegedirektorin des gespag-Pilotspitals, die größten Vorteile der Digitalisierung und ergänzt: „Weiters ist durch die automatische Erfassung ersichtlich, wann genau die Probe entnommen wurde.
Dies wiederum ist für die Analyse maßgeblich, denn es gibt Parameter, die sich mit der Zeit verändern können. Wenn beispielsweise zu viel Zeit zwischen der Abnahme und der Analyse vergeht, könnte es zu falschen Werten kommen. Durch das neue System ist dies auszuschließen.“

Außerdem sorgt ein effizientes „Blood Management“ dafür, dass mit der vorhandenen Blutmenge möglichst viele Laborparameter untersucht werden können und den Patienten nicht unnötig viel Blut abgenommen werden muss.

Rollout läuft auf Hochtouren

„Aufgrund der positiven Erfahrungswerte, die die Experten an den zwei chirurgischen Stationen im Steyrer Spital sammeln konnten, wurde Anfang April mit der Ausweitung auf andere Abteilungen begonnen. Sobald die gesamte Implementierung am LKH Steyr abgeschlossen ist, soll Schritt für Schritt das gespag-weite Rollout starten“, erklärt gespag-Vorstand Karl Lehner.
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