17.12.2017, 19:39 Uhr

Kein Kreuz mehr mit dem Kreuz – durch Stabilisierung dauerhaft schmerzfrei

Unterarmstütz Grundposition

Statistisch gesehen sind 15 Prozent aller Rückenschmerzen auf spezifische Ursachen wie zum Beispiel Bandscheibenvorfall, Gewalteinwirkung, Entzündung oder Tumor zurückzuführen. Zu 85 Prozent schmerzt der Rücken ohne nachweisbare Befunde.

KREMSMÜNSTER. Stabilisierungstraining ist das Mittel der Wahl. Der Kremsmünsterer Leichtathletiktrainer Karlheinz Meidinger nennt Kjetil André Aamodt als Auslöser seines Interesses für effizientes Rückentraining. Der Norweger hatte 2006 vor den Olympischen Winterspielen in Turin seine chronischen Rückenschmerzen durch sensomotorisches Stabilisieren in den Griff bekommen und gewann Gold im Super-G. Dabei geht es um das Ansprechen der tief liegenden Muskeln, der „Halter“ oder Stabilisatoren. „Eine zu schwach ausgebildete tiefe Rückenmuskulatur erhöht das Risiko, chronische Rückenschmerzen zu bekommen“, sagt der Sportlehrer.

Diese Trainingsform hat sich seit mehr als zehn Jahren generell in der aktiven Behandlung von Beschwerden im Muskel- und Skelettsystem bewährt, schildert Meidinger. „Sie verbessert die Stabilisationsfähigkeit und damit die Körperhaltung und die Bewegungsabläufe im Alltag und im Sport.“ Das funktioniert ganz ohne Fitnessstudio und Kraftmaschinen. „Personen, die zweimal wöchentlich daheim mit dem eigenen Körpergewicht funktionelle Stabilisierungsübungen durchführen, kennen Rückenschmerzen nur (mehr) vom Hörensagen“, betont der Sport- und Biologielehrer.


Kräftigung des Körperkerns

„Ziel ist die Kräftigung des Körperkerns, also der die Bauchhöhle umgebenden Muskulatur. Dieses Training aktiviert Muskeln, die sich nicht willentlich ansteuern lassen. Dieser Effekt wird „über die Hintertür“ erreicht. Zur Anwendung kommen Übungen in instabilen Positionen (z.B. Heben von Bein oder/und Arm), auf instabilem Untergrund (Wackelkissen, Kippelbrett, Gymnastikball …) oder mit/in frei von der Decke hängenden Schlaufen“.

Übungsbeispiele:

Einsteiger beginnen mit der Grundstufe (G). Bereitet die Übung - 30 Sekunden technisch sauber durchgeführt - keine Probleme, kann zur Fortgeschrittenen- (F) und in der Folge zur Meisterstufe (M) gewechselt werden.

Unterarmstütz: 30 Sek. halten (G). Unterarmstütz: Ein Bein heben und 30 Sek. halten (F). Unterarmstütz: Ein Bein und den gegengleichen Arm heben und 30 Sek. halten (M)

Unterarmseitstütz: 30 Sek. halten (G). Unterarmseitstütz: Mit dem oberen Bein vorne und hinten 30 Sek. auftippen (F). Unterarmseitstütz: Das obere Bein heben und 30 Sek. halten (M).

Mehr Übungen: www.tus.kremsmuenster.at/LA

Fotos: Meidinger
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