29.11.2017, 00:00 Uhr

Bürgermeister Rudolf Mayr im Interview: "Sparen mit Maß und Ziel"

Rudolf Mayr (SPÖ), Bürgermeister der Gemeinde Klaus (Foto: SPOÖ)

Bürgermeister Rudolf Mayr aus Klaus an der Pyhrnbahn im Gespräch mit der BezirksRundschau.

Herr Bürgermeister, 2017 war das "Jahr der Jubiläen". Wer hatte denn Grund zum Feiern?
Mayr: Wir haben unter anderem das 25-Jahr-Jubiläum der Feuerwehr Klaus gefeiert. Die FF Steyrling feierte ihr 90-jähriges Bestehen, der Lokschuppm sein zehnjähriges. 2018 feiern wir 90 Jahre Musikverein Steyrling mit einem großen Fest am 8./9. Juni. Und auch die Volksschule Steyrling ist stolze 100 Jahre alt.

Welche Themen beschäftigen Sie derzeit?
Wir hatten eine Gemeindeprüfung vom Land und mussten einen umfangreichen Prüfbericht abarbeiten. Das Fazit ist: Einsparungen gehen zu Lasten der Bürger und der Servicequalität. Wir sollten Personal und Infrastruktur abbauen. So müssten etwa unsere zwei Schulstandorte auf einen zusammengeführt werden und auch das Freibad wird kritisiert. Wir haben einen Sparwillen, wollen uns aber nicht zu Tode sparen.

Forcieren Sie Kooperationen?
Wir arbeiten seit 20 Jahren mit St. Pankraz zusammen und werden künftig noch stärker kooperieren. Mit Molln haben wir ein Abkommen, was die Schulküche betrifft. Für Molln und Micheldorf betreuen wir auch Kanalpumpwerke. Wir wollen Kooperationen ausbauen und die Kosten optimieren. Mir ist aber klar, dass wir den geforderten "Schulden-Nuller" damit nicht schaffen.

Welche Projekte stehen an?
Die Radweg-Lücke schließt sich zusehends, im Oktober soll der Radweg eröffnet werden. Außerdem nehmen wir gerade sämtliche Gemeindestraßen auf und schauen, welche saniert werden müssen. Sehr positiv entwickelt sich das Betriebsbaugebiet. Kürzlich hat der Gemeinderat darüber hinaus Optionsverträge für leistbare Baugründe in Klaus beschlossen. 26 Parzellen entstehen in Klaus, 15 in Steyrling. Soviele auf einen Schlag hat es bei uns noch nie gegeben. Die Genehmigung zur Vorfinanzierung haben wir bereits.

Worauf sind Sie stolz?

Auf die hervorragenden Mitarbeiter im Bauhof und Innendienst der Gemeinde Klaus. Auch auf das ambitionierte Team im Wilderermuseum, das ein positives Jahr hingelegt hat. Der Bestand ist für 2018 gesichert. Und auf die ärztliche Versorgung. Angelika Reitböck ist ein Glücksfall für die Gemeinde.

Was wollten Sie immer schon einmal loswerden?
Ich komme noch einmal auf die Finanzen zurück. Überall hört man, wie wichtig es ist, den ländlichen Raum zu stärken. Mit den Vorgaben für die kleinen Gemeinden wird aber das Gegenteil bewirkt. Mir liegen auch die Vereine am Herzen. Das Ehrenamt ist so wichtig, aber ich müsste ihnen eigentlich die finanzielle Basis entziehen. Das tut mir sehr weh. Ein anderes Thema ist, dass viele Leute glauben, der Bürgermeister könne alles richten, etwa bei Bausachen. Tatsache ist, dass ich nur dann eine Unterschrift leisten darf, wenn alles den Vorgaben entspricht, sonst ist das Amtsmissbrauch. Mein Prinzip ist: gleiches Recht für alle!

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