22.11.2016, 15:47 Uhr

DIG-Tagesheimstätte Kirchdorf wurde umfassend saniert

Das Gebäude der DIG-Tagesheimstätte in Kirchdorf wurde umfassend saniert und barrierefrei gemacht.

Dringend notwendiger Umbau und Infrastrukturverbesserung der DIG-Kirchdorf erfolgreich abgeschlossen. Klienten und Mitarbeiter laden anlässlich der Eröffnung herzlich in den neuen Verkaufsraum „DIG kreativ“ ein. Am 25. November wird die Eröffnungswoche mit einem „langen Freitag“ beschlossen. Aus diesem Anlass ist der Verkaufsladen bis 19 Uhr geöffnet.

KIRCHDORF (wey). „Schloss Klaus – Diakonie in der Gemeinde (DIG)“ ist als gemeinnütziger, evangelischkirchlich anerkannter Verein in der Behindertenhilfe sowie in der Psychiatrischen Vor- und Nachsorge tätig. Derzeit werden 89 Betreuungsplätze in der Tagesheimstätte in Kirchdorf, der Tagesheimstätte mit Verkaufsladen und Wohnhaus in Windischgarsten sowie im Adelsmayrhof in Ried angeboten. In jüngster Zeit waren Sanierungsmaßnahmen und die Verbesserung der Infrastruktur bei der DIG-Kirchdorf dringend notwendig. Der umfangreiche Zu- und Umbau wurde vor Kurzem erfolgreich beendet. "Der Umbau war aus mehreren Gründen notwendig", erklärt Geschäftsführer Ralf Kettwig, "einerseits aufgrund von Schäden in der baulichen Substanz, und andererseits, weil das Gebäude vor vielen Jahren für einen anderen Zweck gebaut wurde und daher alles andere als behindertengerecht war." Die Arbeitsbedingungen für mehr als 30 Menschen mit Beeinträchtigung haben sich nun wesentlich verbessert.

Was ist geschehen?

2014/15 wurden das Dach des Hauptgebäudes erneuert und die Voraussetzung für den Innenausbau des Dachgeschoßes geschaffen. Das Stiegenhaus mit Lift wurde bis ins Dachgeschoß hochgezogen. Das war die Grundlage, um jeden Teil des Gebäudes barrierefrei erreichen zu können. Errichtet wurde ein Verbindungstrakt zwischen Hauptgebäude und Holzwerkstatt, wo sich nun Haupteingang und Garderobe befinden. Auch der Keller wurde erweitert. Heuer wurde der Altbestand im Erdgeschoß und im ersten Obergeschoß saniert. Ein integrativer Verkaufsraum wurde eingerichtet, in dem die Menschen mit Beeinträchtigung gemeinsam mit dem Betreuungspersonal Kreativprodukte verkaufen können. Das erste Obergeschoß wurde baulich an das neue Stiegenhaus mit Lift angeschlossen. Auch die Fassade wurde saniert und mit Vollwärmeschutz versehen.

Effiziente Rahmenbedingungen geschaffen

Bisher wurden die Kreativprodukte in einem eher dunklen Gang ausgestellt, wobei nur sehr wenigen Leuten bewusst war, dass man in der DIG Produkte erwerben kann. "Durch den neuen, großzügig gestalteten integrativen Verkaufsraum mit Schaufenstern und einem eigenen Kundeneingang erleben wir, dass die Kundenfrequenz deutlich steigt", so Geschäftsführer Ralf Kettwig. "Unser Anliegen war es, möglichst gute, freundliche und effiziente Rahmenbedingungen für die von uns begleiteten Menschen mit Behinderung zu schaffen. Weiters wollten wir durch den neuen integrativen Verkaufsraum verstärkt dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderung als selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft wahrgenommen werden, um dadurch Hemmschwellen und Berührungsängste abzubauen. Diese Anliegen waren und sind von dem christlichen Menschenbild geprägt, das der Arbeit der DIG zugrunde liegt: nämlich dass Wert und Würde eines Menschen von Gott verliehen sind – gleichgültig ob mit oder ohne "Beeinträchtigung."

"Jeder Mensch ist wertvoll"

Aus der Initiative einiger Eltern von Jugendlichen mit Beeinträchtigungen im Bezirk Kirchdorf und der Hilfe eines privaten Trägerkreises um das Jugendfreizeitheim Schloss Klaus begann 1980 das Projekt einer "Werkstätte für angepasste Arbeit". Die Betreuung von fünf Klienten in zwei Privatwohnungen, im evangelischen Gemeindesaal und schließlich im Gebäude des ehemaligen Gesundheitsamtes in Kirchdorf waren äußere Entwicklungsschritte dieser lokalen Initiative. 1981 wurde der DIG-Tagesheimstätte die Anerkennung im Sinne des Behindertengesetzes durch die Landesregierung zugesprochen.
Auf Grund des damals noch wenig entwickelten Angebotes in der ländlichen Region und der nun entstandenen Möglichkeit einer "Nahversorgung" wuchs die Anzahl der betreuten Menschen verhältnismäßig schnell. So war 1986 eine geografische Teilung der Einrichtung zwischen Kirchdorf und Windischgarsten naheliegend. Inzwischen werden insgesamt 60 Betreuungsplätze angeboten. Mit der Errichtung eines Wohnhauses in den Jahren 1990/91 gibt es derzeit 14 Betreuungsplätze im Bereich Wohnen. 1987 begann die Arbeit am Adelsmayrhof in Ried im Traunkreis. Hier stehen neun Plätze im Rahmen der „Psychiatrischen Vor- und Nachsorge“ zur Verfügung.

Fotos: DIG Kirchdorf
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