30.11.2016, 19:25 Uhr

Ein "Zivi" trat ein und brachte Glück herein

Lukas Straßmayr (21) war neun Monate als Zivildiener bei Ulrike Meixner am Bruderhof in Hinterstoder.

Lukas Straßmayr aus Kremsmünster war neun Monate lang als Zivildiener am "Bruderhof" im Einsatz.

HINTERSTODER (wey). Es gibt Menschen, die stets auf die Butterseite des Lebens fallen. Manchen wird nicht ganz soviel Glück zuteil. Ulrike Meixner vom "Bruderhof" in Hinterstoder musste schmerzlich erfahren, wie es ist, wenn der Lebensgefährte stirbt und auch sonst niemand aus der Familie übrig bleibt. Eigentlich wäre sie mit ihren zwei Söhnen nun ganz allein auf dem Hof – gäbe es da nicht die Menschen in der Nachbarschaft, die ihr tatkräftig zur Seite stehen.

Ein Glücksfall namens Lukas

Manchmal kommt der Sonnenschein aber auch in anderer Form daher – in Ulrike Meixners Fall in Gestalt von Lukas Straßmayr. Der 21-jährige Kremsmünsterer kam als Zivildiener auf den Hof. Weil es pro Jahr in Oberösterreich nur 25 Plätze für Zivildiener in der Landwirtschaft gibt, musste Straßmayr eineinhalb Jahre auf seinen Einsatz warten. Heuer im März war es endlich soweit. "Ich habe nicht gewusst, dass man als Zivi in der Landwirtschaft arbeiten kann, wenn man selbst nicht vom Bauernhof stammt", sagt Lukas. "Auf dem Weg hierher war ich schon nervös. Ich wusste ja nicht, was das für eine ist", grinst er Ulrike augenzwinkernd an. Die Aufregung war jedoch unbegründet. Man habe sich auf Anhieb gut verstanden, viel miteinander gelacht und gute Gespräche geführt. In den vergangenen Monaten war der Zivildiener mehr am Hof als daheim. "Lukas ist ein Glücksgriff für mich und meinen Sohn, den Bauernhof und auch für die Nachbarschaft. Er hat sich schnell mit den Maschinen zurechtgefunden und hat ein irrsinniges Gespür für die Tiere." Statt darauf zu warten, bis man ihm Arbeit aufträgt, wird er selbst aktiv. Vom Stallgehen bis zum Silieren gibt es nichts, was der engagierte Zivildiener nicht macht – oder besser gesagt: gemacht hat, denn die Zeit auf dem Hof ist mit Ende November zu Ende gegangen. "Im März hab ich mir noch gedacht, die neun Monate werden lang werden. Und dann ist die Zeit so schnell vergangen", bedauert Lukas.
Nicht nur mit Ulrike und ihrem sechsjährigen Sohn, sondern auch mit den Nachbarn ist eine Freundschaft entstanden. "Ich hab selbst soviel gelernt", zieht Lukas Straßmayr Resümee. "Ich glaube, die vergangenen Monate waren ein Glücksfall für beide Seiten. Es hat einfach super gepasst!" Mehr über Zivildienst in der Landwirtschaft: https://ooe.lko.at.

Fotos: Privat

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