19.10.2017, 20:03 Uhr

Kinderarmut in Kirchdorf? Das ist kein Märchen

Der Bezirksverein der Volkshilfe Wels-Kirchdorf mit der stv. Vorsitzenden Gertrude Sattler (links) und der Stützpunktbeauftragten Renate Aicher (2.v.re.). (Foto: Volkshilfe)

Am Dienstag, 17. Oktober, dem "Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut", rückte die Volkshilfe Oberösterreich das Thema „Kinderarmut“ ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

KIRCHDORF. Im ganzen Land waren die einzelnen Bezirksvereine in der Öffentlichkeit präsent. In Kirchdorf war die stellvertretende Bezirksvorsitzende Gertrude Sattler mit ihrem Team präsent. Neben Informationen zum Thema, wurden Gutscheine verteilt, die für die insgesamt 17 Volkshilfe-Shops in ganz Oberösterreich gültig sind.

350.000 Kinder und Jungendliche bis 19 Jahre sind in Österreich von Armut betroffen oder ausgrenzungsgefährdet. „Das Beseitigen von Kinderarmut ist für die Volkshilfe daher Kernthema und zentrales Anliegen“, sagte die stellvertretende Bezirksvorsitzende der Volkshilfe Wels-Kirchdorf Gertrude Sattler.

Die Vorsitzende hatte sich mit ihrem Team jeweils beim Volkshilfe Shop in in Kirchdorf positioniert und führte viele Gespräche mit Passanten. „Die Schere zwischen Arm und Reich darf nicht noch weiter auseinander gehen – Gerechtigkeit und Solidarität müssen uns allen ein Anliegen sein“, sagt Volkshilfe-Landesvorsitzender Michael Schodermayr.

Armut schließt Kinder konkret von zentralen kindlichen Lebensbereichen aus: 116.000 armutsgefährdete Kinder leben in Haushalten, die es sich nicht leisten können, auf Urlaub zu fahren. Rund 35.000 Kinder können es sich nicht leisten, jeden zweiten Tag Fisch, Fleisch oder eine vergleichbare vegetarische Speise zu essen. 220.000 Kinder wohnen in feuchten und schimmligen Zimmern. 164.000 armutsgefährdete Kinder leben in einem Haushalt, in dem es finanziell nicht möglich ist, unerwartete Ausgaben zu decken.

Eine zentrale Forderung der Volkshilfe am 17.10. war jene nach einer Kindergrundsicherung. Damit wird jedes Kind als Träger eines eigenen Rechtsanspruchs anerkannt und ein Beitrag zur Chancen- und Teilhabesicherung aller Kinder geleistet.
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