20.12.2017, 15:29 Uhr

Kraftort Burg soll weiterleben

Ehrgeizige Ziele hat sich der Verein mit Obfrau Julia Bauer (2.v.li.) für die Nachnutzung der Burg Altpernstein gesetzt. (Foto: Staudinger)

Der Verein „Freunde der Burg Altpernstein“ prüft ein neues Nutzungskonzept für Micheldorfer Denkmal.

MICHELDORF (sta). Seit vielen Jahrzehnten ist die Burg Altpernstein Ausflugsziel und Einkehrmöglichkeit für Wanderer, Begegnungsort der Katholischen Jugend und Unterkunft für zahlreiche Schulgruppen. „Beinahe jeder in der Region war zumindest schon einmal dort oder hat vielleicht sogar übernachtet – verbindet die Burg also mit positiven Erinnerungen“, erklärt der ehemalige Burg-Leiter und heutige SPES-Geschäftsführer Johannes Brandl. Weil das alte Bauwerk den Brandschutz-Anforderungen nicht genügt und auch nicht barrierefrei ist, wurden im Juni dieses Jahres die Burgtore jedoch endgültig für Gruppen und Nächtigungsgäste geschlossen. Der neu gegründete gemeinnützige Verein „Freunde der Burg Altpernstein“ prüft nun Möglichkeiten, der Burg neues Leben einzuhauchen, damit sie der Region erhalten bleibt und nicht in Privatbesitz übergeht.
„Das Anliegen des Stiftes Kremsmünster als Eigentümer ist es, die Burg als Zentrum für die Persönlichkeitsbildung von jungen Menschen zu erhalten. Es sollte daher alles geprüft werden, um die Burg für diese Zwecke nutzen zu können“, erklärt Abt Ambros Ebhart. 2018 wird ein viel weiter greifendes Nutzungskonzept erarbeitet, das für eine höhere Auslastung als bisher sorgen könnte. Zusätzlich zur schon bisher angesprochenen Zielgruppe der junger Menschen soll es auch Firmen und Organisationen ermöglicht werden, ihre Seminare in diesem ganz besonderen Ambiente abzuhalten.
An den Wochenenden und in Ferienzeiten soll der Schwerpunkt auf Familien(kurz)urlaube gelegt werden. Zusätzliche Frequenz könnten Tagesgäste bringen, die der angedachten, qualitativ hochwertigen, bodenständigen und leistbaren Gastronomie einen Besuch abstatten. Auch für Hochzeiten und Taufen, Literaturtage, Konzerte und Vorträge könnte die Burg Räumlichkeiten bieten. Dafür müssen allerdings erst die Umsetzbarkeit geprüft, statische Berechnungen durchgeführt und Pläne gezeichnet und genehmigt werden. Denn um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, wäre eine große Generalsanierung nötig, die neben einer hochwertigen Gastronomie- und Hotellandschaft mit bis zu 80 Betten auch die Sanitäranlagen, Haustechnik, Heizung, Lüftung sowie die Außenanlagen umfasst. Micheldorfs Bürgermeister, Ewald Lindinger sagt: "Wir unterstützen jede Initiative, die es ermöglicht, dass die Burg auch künftig öffentlich zugänglich bleibt. Sie ist eines der wichtigsten historischen Gebäude Micheldorfs und soll vor allem auch für die Jugend erhalten bleiben."

Auch eine Chance für die regionalen Versorger

Die gesamte Region würde vom geplanten Konzept des Vereines profitieren. Die Burg als denkmalgeschütztes Highlight bleibt gepflegt und als Ausflugsziel erhalten. Der Kraftort Burg wirkt anziehend auf Gäste von weiter weg, wodurch das Naherholungsgebiet belebt und aufgewertet wird. „Auch die Wertschöpfung für die Region ist nicht zu unterschätzen“, erklärt Steuer- und Unternehmensberater Heimo Czepl. „Die angedachte Nutzung würde Umsatzzuwachs für regionale Versorger wie Bäcker, Fleischer, Landwirte und Handwerksbetriebe sowie zahlreiche attraktive Arbeitsplätze bringen.“ Vereinsobfrau und AMS-Chefin Julia Bauer dazu: "Ich wäre wirklich sehr stolz, wenn wir durch unser Nutzungskonzept die Burg erhalten könnten."
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Franz Staudinger aus Kirchdorf | 20.12.2017 | 15:30   Melden
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