25.10.2017, 10:30 Uhr

Pistengehen wird in OÖ immer beliebter

Helmut Holzinger, Obmann der Fachgruppe Seilbahnen der WK OÖ setzt sich für ein sicheres und friedliches Miteinander zwischen Pistengehern, Skifahrern und Betreibern ein. (Foto: HIWU)

Immer mehr Wintersportler suchen den sicheren Aufstieg über Pisten. Die OÖ Seilbahnen starten daher eine gemeinsame Initiative für Pistengeher.

BEZIRK. Seit einigen Jahren wird in Oberösterreichs Skigebieten ein deutlicher Trend ersichtlich: immer mehr Wintersportler wählen für ihren Aufstieg mit Tourenskiern oder Schneeschuhen präparierte Pisten. Was für die einen eine sportliche Herausforderung bedeutet, ist für die anderen ein Sicherheitsthema. Nun starten die Seilbahnen OÖ eine Initiative, um über Möglichkeiten zu informieren und auch auf allfällige Gefahren hinzuweisen.

Zahl der Pistengeher nimmt rasch zu

„In unseren Skigebieten nutzen teilweise bis zu 25 Prozent der Tagesgäste die Möglichkeit, mit Tourenskiern die herrliche Bergwelt tagsüber oder in der Nacht zu begehen“, so  Helmut Holzinger, Obmann der Fachgruppe Seilbahnen der Wirtschaftskammer Oberösterreich. Das bedeutet, dass sie einen Teil der von den Seilbahnbetrieben zur Verfügung gestellten Infrastruktur, wie beispielsweise Parkplätze, Pisten usw, nutzen, um ihren Sport auszuüben. „Die große Herausforderung besteht darin, einen gemeinsamen Kompromiss zu finden, der Pistengeher, Skifahrer und Betreiber zufrieden stellt“, so Holzinger.

Information als erster wichtiger Schritt

Der erste Schritt in eine gemeinsame Richtung wurde soeben beschlossen. Noch vor Saisonstart wird es eine Homepage geben, die über die Möglichkeiten des Pistengehens in Oberösterreich informiert. Unter www.pistengehen.atfindet man am Saisonbeginn alle OÖ Skigebiete sowie Informationen darüber, wo Pistengehen zu welchen Bedingungen und Preisen möglich ist. Diese Informationsseite ist eine gemeinsame Initiative der OÖ Seilbahnen.

Derzeit gibt es oberösterreichweit vier Skigebiete, in denen Pistengehen tagsüber und teilweise auch nachts möglich ist: am Sternstein, auf der Katrin in Bad Ischl, am Kasberg und auf der Wurzeralm.

Skigebiete investieren in sicheres Miteinander

Es stehen in einigen Skigebieten eigene Aufstiegsspuren für Pistengeher und Schneeschuhgeher zur Verfügung. Für die Benutzung des Parkplatzes sowie der präparierten Pisten und einer oder mehrerer zusätzlichen Bergfahrt(en) werden oberösterreichweit zwischen 4 und 20 Euro  tagsüber verrechnet. In drei Skigebieten, am Kasberg, dem Sternstein und auf der Wurzeralm gibt es eigene Aufstiegsspuren. Auf der Katrin gibt es eine Versorgungsspur zu einer Skihütte, die auf eigene Gefahr tagsüber und nachts benützt werden kann. In allen anderen Gebieten ist das Pistengehen aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres verboten.

„Wir wissen, unsere Lösung ist ein erster Schritt. Wir werden laufend daran arbeiten, ein friedliches Miteinander von Wintersportlern unter Berücksichtigung höchster Sicherheit für Skifahrer, Pistengeher und Mitarbeiter der Seilbahnen bieten zu können“, so Helmut Holzinger.

Lösungen gemeinsam mit Bergrettung erarbeitet

„Es sollte allen bewusst sein, dass Tourengehen und Pistengehen zwei verschiedene Sportarten sind“, so Georg Schürrer, Obmann der Bergrettung Spital am Pyhrn. „Der Sprung vom Pistengehen zum Tourengehen sollte nicht unterschätzt werden. Als Pistengeher befinde ich mich auf gesichertem Terrain, ohne Lawinengefahr und ohne alpiner Gefahr. Verlasse ich dieses und begebe ich mich ins freie Gelände, muss ich auf viele Dinge vorbereitet sein“, so Schürrer. Die Belegung eines speziellen Bergkurses ist hier durchaus sinnvoll und wird von der Bergrettung empfohlen.

„Pistengeher müssen aus Sicherheitsgründen bestimmte Regeln beim Aufsteigen beachten, um ein sicheres Miteinander zu gewährleisten. Dazu zählt auch die Einhaltung von Pistensperren,“ so Helmut Holzinger.
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