08.09.2014, 15:45 Uhr

Trotz Rekord-Arbeitslosigkeit: „Ich habe meinen Traumberuf gefunden“

Andrea Fechter und Ewald Samhaber mit ihren Schützlingen Sabrina und Darko, die beide dank Volkshilfe eine Lehrstelle gefunden haben. (Foto: Foto: Volkshilfe)
KIRCHDORF (sta). Ende August hat die Zahl der Arbeitslosen in Oberösterreich einen traurigen Höchststand erreicht. Auch viele junge Menschen sind betroffen. Allein im Arbeitsmarktbezirk Kirchdorf waren 240 junge Mädchen und Burschen im Alter von 15 bis 24 Jahren arbeitslos gemeldet. Jugendcoaching und Jugendarbeitsassistenz, zwei Projekte der Volkshilfe, tragen wesentlich dazu bei, dass Jugendliche trotz dieses schwierigen Umfelds eine Ausbildung und einen Arbeitsplatz bekommen. Dabei begleitet die Volkshilfe die jungen Menschen von der Pflichtschule bis ins Berufsleben. Und das mit großem Erfolg.

„Ich kann dank Volkshilfe meinen Traumberuf ausüben“, sagt Sabrina. Die 15-Jährige hat bei 46 Firmen in eine Lehre reingeschnuppert und zahllose Absagen auf Bewerbungen erhalten. Jetzt hat sie eine Lehrstelle bei einem Friseur begonnen, „ich bin total glücklich“, sagt sie.

Ähnlich ist es Darko (16) ergangen. Absage um Absage. Auch er wurde so wie Sabrina beim Jugendcoaching und bei der Jugendarbeitsassistenz auf das Berufsleben vorbereitet. Schon bald wird er eine Lehrstelle als Koch antreten. „Die Beratungen, die Lernunterstützung und die gemeinsamen Vorstellungsgespräche haben mir enorm viel gebracht, dank Volkshilfe kann ich jetzt genau das machen, was ich immer schon wollte, nämlich kochen.“

Begleitung in die Berufswelt
Die Volkshilfe in Oberösterreich engagiert sich seit fünfzehn Jahren dafür, dass Jugendliche Chancen bekommen und diese nützen können. 38 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – davon zwei in Kirchdorf – begleiten jährlich mehr als 2.300 junge Menschen auf ihrem Weg in die Berufswelt.

Vor allem Jugendliche mit kognitiven oder körperlichen Defiziten haben es enorm schwer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. „Unser primäres Ziel ist es, die Jugendlichen so lange wie möglich im Bildungs- und Ausbildungssystem zu halten und geeignete Angebote zu finden, um die Chancen am Arbeitsmarkt nachhaltig zu festigen“, sagt Mag.a Andrea Fechter, Projektleiterin Jugendcoaching. Dabei arbeitet die Volkshilfe eng mit den Pflichtschulen und auch mit den Eltern zusammen. 1740 Jugendliche wurden im vergangenen Jahr im Jugendcoaching beraten, davon 71 in Kirchdorf.

Die Jugendarbeitsassistenz, kurz Jaass, ist die nahtlose Fortsetzung des Jugendcoaching. Jaass hilft den jungen Mädchen und Burschen, einen Praktikums- oder einen Lehrplatz zu finden. Zu den Schwerpunkten zählen das Erstellen von Bewerbungsunterlagen, Bewerbungstraining, oder das Organisieren von Schnuppertagen. „Darüber hinaus suchen wir nach geeigneten Betrieben, informieren die Firmen über Fördermöglichkeiten und stehen vermittelnd zur Seite, wenn es einmal Probleme am Arbeitsplatz geben sollte“, erklärt Ewald Samhaber, B.A., Projektleiter Jugendarbeitsassistenz.

Jugendcoaching bringt den Erfolg

Im vergangenen Jahr konnten in der Jaass oberösterreichweit 258 Jugendliche erfolgreich vermittelt beziehungsweise deren gefährdetes Dienstverhältnis gesichert werden. „Wir liegen mit unserer Erfolgsquote deutlich über den Vorgaben, die das Sozialministeriumservice setzt“, sagt Samhaber.
Die Erfolgsquote spiegelt sich auch in der Zufriedenheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wider. Die Fachhochschule Linz hat 273 Jugendliche befragt, die in einem der beiden Volkshilfe Projekte betreut wurden. Demnach würden 93 Prozent jener, die am Jugendcoaching teilgenommen haben, dieses nochmal in Anspruch nehmen. Bei der Jugendarbeitsassistenz sind 100 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer davon überzeugt, dass ihnen die Jaass hilft, ihr berufliches Ziel zu erreichen.

Die Volkshilfe-Projekte Jugendcoaching und Jugendarbeitsassistenz sind kostenlos, werden im Rahmen des Netzwerkes berufliche Assistenz (Neba) angeboten und vom Sozialministeriumservice gefördert.
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