07.10.2014, 13:33 Uhr

Wildfleisch: Biologischer geht´s kaum

Franz Humpl (Foto: Humpl)

Nicht einmal ein Kilogramm Wildbret essen die Österreicher im Jahr pro Kopf. Dabei hat es viele Vorzüge.

BEZIRK (wey). Herr und Frau Österreicher sind wahre Fleischtiger. Ganze 60 Kilo vertilgen sie pro Kopf und Jahr. Wildbret ist dabei allerdings ein Stiefkind - noch, denn die Nachfrage nach Wildfleisch aus heimischen Wäldern steigt.
Wer zu Wildbret greift, greift zu Biofleisch schlechthin. Es ist wohlschmeckend, mineralstoffreich, fettarm und leicht verdaulich. Sein Proteingehalt übertrifft den des Fleisches von Schlachttieren. Durch die natürliche Bewegungsfreiheit und die freie Nahrungsaufnahme der Wildtiere enthält das Fleisch viele ungesättigte Fettsäuren. Diese sind für den menschlichen Organismus positiv, weil sie unter anderem Herz- und Gefäßkrankheiten vorbeugen sollen. Landesjägermeister Sepp Brandmayr erklärt: „Dass die Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren unter anderem im Fisch enthalten sind, wissen viele.
Dass aber genau diese ungesättigten Fettsäuren im heimischen Wildbret in großer Menge enthalten sind, wissen weniger. Außerdem ist auch der zarte Geschmack des Wildes diesen Fettsäuren zuzuschreiben – und das ist das Geheimnis unseres hervorragenden und leicht zuzubereitenden Wildbrets.“ Besonders stechen der Feldhase und das Reh hervor, die in Oberösterreich in sehr guten Beständen vorkommen und in größerer Menge nachhaltig bejagt werden können.

Tierschutz- & artgerecht

Die Jagd hat nicht nur die Haltung eines artgerechten, gesunden Wildstandes in Wald und Feld zum Ziel, sondern auch die sinnvolle naturschutzgerechte Nutzung der vielfältigen Wildbestände. Die Jagdgesetze stellen sicher, dass eine Übernutzung und damit eine Gefährdung der Bestände ausgeschlossen ist. Jagd ist somit tierschutzgerechte Fleischgewinnung. "Eine Pflicht des Jägers ist es außerdem, das Wild nach dem Erlegen so schnell wie möglich sauber zu versorgen, aufzubrechen und in die Kühlkette zu bringen. Es gibt hier sehr strenge Richtlinien", so Franz Humpl, Leiter der Genossenschaftsjagd in Spital am Pyhrn und Delegierter zum OÖ. Landesjagdausschuss.

Gütesiegel für Gaststätten

Wildbret ist heute das ganze Jahr über zu bekommen, wobei es zeitliche frische Saisonprodukte gibt, etwa das Rebhuhn im Oktober, Hase und Fasan von Mitte Oktober bis Mitte Dezember beziehungsweise Reh- und Rotwildfleisch in der zweiten Jahreshälfte.
Frisches Wildbret bezieht man am besten unmittelbar bei der örtlichen Jägerschaft oder bei bewährten Wildbrethändlern. Oberösterreichs Landesjagdverband zeichnet darüber jene Gaststätten besonders aus, bei denen man traditionell hervorragende Wildgerichte aus heimischen Jagdrevieren bekommt. Ein Beispiel ist das Gasthaus Sandner Linde in Steinbach an der Steyr. Nähere Infos über die Jagd in OÖ. findet man unter www.ooeljv.at.
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