29.11.2016, 11:29 Uhr

Wintersport in Molln – Einst und Jetzt

Nocklauf 1949 (Foto: Privat)

Der Wintersport kann in Molln auf eine lange Tradition zurückblicken.

Kriegsheimkehrer gründeten bereits 1946 einen Wintersportverein, aus dem Jahre später der heutige Sportverein mit seinen fünf Sektionen hervorging. Was in einer Mollner Wirtshausküche begann, erreichte seinen Höhepunkt im internationalen Ski-Zirkus, als sich Franz Gruber als einziger Oberösterreicher im ÖSV-Kader zu einem Weltklasseläufer entwickelte und jahrelang als bester Slalomfahrer Österreichs galt. 1983 feierte Gruber in Kranjska Gora seinen Weltcupsieg und in der Saison 1983/1984 errang er den dritten Platz im Slalom Weltcup. Aber schon lange vorher machte sich Molln als Zentrum des Wintersportes einen Namen. Wenig bekannt ist, dass es mit den Marken „Eder-Ski“ und „Nock-Ski“ eine eigene Skiproduktion gab. Und es ist dem Ehrgeiz und der Zielstrebigkeit eines Pioniers vom Format eines Anton Lintner zu verdanken, dass mit der Gründung und weltweiten Expansion der „Dachstein-Schischuhfabrik“ internationale Wintersportgrößen ihren Weg nach Molln fanden. In einem Interview im Mollner Heimatbuch erinnert sich z.B. die Skilegende Annemarie Moser-Pröll an die Zeit in Molln und an ihre Erlebnisse mit Firmengründer Anton Lintner. Dem Rückhalt dieses Unternehmens ist es auch zu verdanken, dass sich die Wintersportsektion an die Durchführung internationaler FIS-Rennen und an die Organisation von Trainingswochen für den ÖSV-Kadar heranwagen konnte. Ludwig Hasenleithner und Erich Kammerhuber waren hier federführend als Funktionäre tätig. Letzterer war es auch, der Franz Gruber als ÖSV-Trainer und ständiger Wegbegleiter an die Weltspitze heranführte.
Die Mollner Wintersportszene brachte aber auch zahlreiche Landesmeistertitel hervor. Willi Vorderwinkler, Josef und Hubert Wecht, Siegrun Loidl und Karl Klausberger seien hier beispielhaft erwähnt. Großer Beliebtheit erfreut sich nach wie vor der sogen. „Nock-Lauf“, der bereits 1948 zum ersten Mal durchgeführt wurde und bekannte Rennläufer aus nah und fern anlockte. Kaum jemand erinnert sich heute noch daran, dass Mollner einst auch in den Disziplinen Langlauf und Skisprung Erfolge verbuchen und dabei sogar Landesmeistertitel erringen konnten.

In den letzten 10 Jahren

konzentriert sich die Sektion Wintersport unter Sektionsleiter Alois Steiner vor allem auf eine breite Nachwuchsarbeit. Der Schwerpunkt wird dabei auf eine fundierte, schitechnische Ausbildung gelegt. Wichtig ist den verantwortlichen Funktionären, den Kindern gemeinsam mit ihren Eltern sportliche und soziale Erlebnisse in der Natur zu ermöglichen. Das weckt nicht nur den Kampfgeist sondern fördert auch den Zusammenhalt innerhalb der Schifamilie. Zur Neugewinnung von Nachwuchstalenten erfreut sich der jährliche Kinderschikurs in den Weihnachtsferien großer Beliebtheit. In den besten Zeiten erlernten auf diese Weise bis zu 100 Kinder den Schisport. Leider musste die beliebte Veranstaltung witterungsbedingt auch schon einige Male abgesagt werden.

Am Rennlauftraining auf der Höss in Hinterstoder und an Hallentrainings nehmen jährlich circa 25 Kinder und Jugendliche teil. Die Trainingseinheiten werden durch staatlich ausgebildete Trainer geleitet. In naher Zukunft werden sie durch vier weitere Trainer, großteils in Ausbildung befindliche Jugendliche aus dem eigenen Nachwuchs, unterstützt.

Nachwuchstalent Julia Steiner
Im Wettkampfbereich lag vor allem der regionale Kremstalcup, bei dem zahlreiche tolle sportliche Erfolge eingefahren wurden, im Focus. Neben bis zu 14 jährlichen Klassensiegen in der Gesamtwertung sind vor allem die drei Erfolge von Julia Steiner in der Damengesamtwertung hervorzuheben. Auf Landesebene konnte Julia im Kinder und Schülerbereich einen Vizelandesmeistertitel und zahlreiche Podestplätze erringen.

Im Masterbereich sind der Staatsmeistertitel und der Vizeweltmeistertitel von Hermine Lindner besonders zu erwähnen.

In Molln hat der Wintersport dank zahlreicher ehrenamtlicher Aktivisten nach wie vor einen hohen Stellenwert. Jetzt hoffen alle auf einen guten, schneereichen Winter. Besonders die Kinder können es kaum erwarten, dass Frau Holle ihrer Aufgabe gerecht wird und das Land möglichst bald in eine tief verschneite Winterlandschaft verwandelt.
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