Jägerlatein? Nein!

Rotwild – in Tirol sprichwörtlich unter Beschuss.
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Zur Halbzeit der Funktionsperiode zog der Tiroler Jägerverband Bilanz. Der Bezirk Kitzbühel weist Besonderheiten auf.

TIROL/BEZIRK. Landesjägermeister Karl Berktold lobt seine rund 16.000 Mitglieder für ihre verantwortungsvolle Ausübung der Jagd in Tirol. Die Jäger haben alles unternommen, um die vorgeschriebenen Abschüsse zu erfüllen. Es gebe räumlich eingrenzbare überhöhte Wildbestände, aber der Großteil der Jäger erfülle seine Aufgaben vorbildlich. Der Jägerverband fordert von allen Beteiligten Rücksicht auf den immer enger werdenden Lebensraum des Wildes. Die Jäger wollen mit Bewusstseinsbildung die Tiroler und die Gäste für mehr Ruhe im Wald gewinnen. Für eine mögliche Novellierung des Jagdgesetzes bieten die Jägervertreter den Dialog mit dem Land an.

Landesjägermeister-Stv. Stefan Zelger erinnert daran, dass im Rotwildgutachten, das vom Land in Auftrag gegebenen wurde, das Tiroler Jagdgesetz als bestes in Österreich bezeichnet wird. Wenn das Gesetz novelliert werde, dann müsse das eine klare Verbesserung bringen. Wenn diese aber dazu führe, dass Reviere auseinander gerissen werden (für kleinere Eigenjagdgebiete), dann sei das ein Rückschritt und nicht im Interesse von Wald und Wild. „Die Jagd darf nicht für Gefälligkeitspolitik missbraucht werden,“ bringt es Berktold auf den Punkt. Der Tiroler Jägerverband erwartet sich die volle Einbindung in die Vorbereitung der Novelle. Das sei bisher nicht geschehen, so die Kritik in Richtung Landesregierung. Angezweifelt wurden auch die hohen Gutachter-Zahlen zum Rotwildbestand.

Der Jägerverband fordert, dass alle Beteiligten dazu beitragen, den Lebensraum des Wildes zu erhalten. Im tourismusintensiven Tirol sei der Druck auf Wald und Wild enorm. Wenn Erholungssuchende, Sportler und Schwammerlsucher unterwegs sind, dann seien die Jäger auf verlorenem Posten. Auch Grundeigentümer und Forst seien gefordert, die Jagdausübung zu erleichtern.
Der Jägerverband setzt auf Bewusstseinsbildung und Information und kündigt für 2011 eine entsprechende Kampagne an.

Bezirk ist „anders“
„Im Jagdjahr 2009/10 gab es im Bezirk Kitzbühel eine enorm hohe Abschussquote von 99 %. 2010/11 werden diese außergewöhnlich hohen Abschusszahlen nicht erreicht; die Zahlen werden aber erst ab 21. Jänner vorliegen“, erklärt BH Michael Berger.

Das bestätigt auch Bezirksjägermeister Martin Antretter. „2009/10 war außergewöhnlich. Wir hatten hohe Reduktionsabschüsse, das können wir heuer nicht mehr erreichen. Da waren wir schon am Limit. Der vorgegebene Mindestabschuss sollte sich aber ausgehen. Das Rotwild-Problem wie etwa im Oberland haben wir im Bezirk nicht. Unser Gebiet können wir sehr ruhig führen.“

Zur Problematik der Freizeit-Nutzung heimischer Wälder meint Antretter: „Ein positives Beispiel ist das Leader-Projekt ‚Woipertouringer‘ im Brixental; dazu gibt es auch bereits Anfragen aus anderen Gebieten wie aus dem Zillertal. Dabei wird versucht, die Freizeit-Ströme zu lenken und dem Wild Ruheräume zu geben; wir haben da sehr gute Erfahrungen. Insgesamt ist das Miteinander von Mensch, Tourismus und dem Wild immer eine Gratwanderung.“

Zahlen aus dem Bezirk (2009/10): Jagdfläche 112.000 Hektar, 17 Hegebezirke, 187 Jagdgebiete, drei Berufsjäger, 198 Jagdaufseher, 1.420 Jäger, 80 Jagdkarten ausgegeben; erlegt wurden 1.328 Stück Rotwild, 534 Stück Gamswild, 1.963 Stück Rehwild; insgesamt 3.905 Stück Schalenwild, davon 532 Hegeabschuss und Fallwild; 61 Birk- und 19 Auerhähne, 183 Murmeltiere.

Jagdverband im Bezirk: Mitglieder 1.456 (davon 328 Ausländer, 143 Frauen). Tirol: 11.057 Stück Rotwild, 13.898 Stück Rehwild, 7.838 Stück Gamswild erlegt.

Rotwild – in Tirol sprichwörtlich unter Beschuss.
Autor:

Klaus Kogler aus Kitzbühel

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