Der beste Freund – und Probleme mit ihm...

Der Hund gilt als der beste Freund des Menschen.
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BEZIRK KITZBÜHEL (niko). Liegengelassener bzw. nicht (ordnungsgemäß) entsorgter Hundekot auf Wegen und Wiesen, freilaufende (und z. T. wildernde) Hunde, unliebsame Vorfälle mit Vierbeinern, Missachtung von Leinenzwängen/-verordnungen – das Thema "Hundeärgernisse" ist ebenso breit gefächert wie breit und emotional diskutiert.

In den Bezirksgemeinden versucht man der Thematik überwiegend mit Aufklärung/Information, Kontrolle und Ermahnungen zu begegnen, in manchen Orten mit Verordnungen und auch Strafen. In Gemeindezeitungen gibt es (z. T. gleichlautende) Appelle an die Hundebesitzer, sich an bestehende Regeln (bzw. Gesetze/Verordnungen) zu halten. Immer wird dabei darauf hingewiesen, dass die meisten Hundehalter korrekt und gewissenhaft handeln. Diese werden jedoch von (wenigen) Ausnahmen in Verruf gebracht.

"Es gibt vermehrt Beschwerden über Verschmutzungen durch Hundekot. Wir rufen daher dazu auf, dass im Sinne eines Miteinanders die Hinterlassenschaften des vierbeinigen Freundes mitgenommen und entsorgt wird. Hundekot auf der Straße ist grausig, in Feldern können sogar Infektionen von Rindern samt Fehlgeburten und Missbildungen auftreten", so Bgm. Walter Astner aus Fieberbrunn. Neben örtlichen Verordnungen gilt auch das Tiroler Landespolizeigesetz, wonach Hunde zu beaufsichten oder zu verwahren sind, damit Dritte nicht gefährdet oder über das zumutbare Maß hinaus belästigt werden, macht der Ortschef aufmerksam.

Beschwerdeliste

Man dürfe Hundehalter nicht "anfeinden", aber die Beschwerdeliste werde länger, so Hochfilzens Bgm. Konrad Walk. Auch Beschwerden von Jägern über freilaufende Hunde seien evident. Er versuche dann die Wogen zu glätten, künftig stünden aber Anzeigen im Raum, z. B. bei Missachtung der Leinenpflicht. "Wird die Leinenpflicht eingehalten und Hundehäufchen ordnungsgemäß entsorgt (Gassi-Säckchen, Papierkorb, Depotboxen...) wären Streitigkeiten gelöst. Wir versuchen z. B. Beschilderungen zu verbessern, um Vorfälle hintanzuhalten", so Walk.

"Viele Hundehalter handeln vorbildlich. Es gibt aber auch andere, die den Kot liegen lassen. In landwirtschaftlichen Flächen ist das ein besonderes, auch hygienisches Problem. Die Vorstellung, dass der Kot über die Nahrungskette (Rind, Mensch) letztlich auf unserem Tisch landet, lässt mich nicht kalt. Es kann zu ernsthaften Gesundheitsgefährdungen kommen. Außerdem ist das Verunreinigen von Agrarflächen im Tiroler Feldschutzgesetz geregelt. Es drohen hohe Geldstrafen", so Bgm. Josef Kahn aus Itter und Bgm. Paul Sieberer aus Hopfgarten.

Aufklärung, Kontrolle

"Im Vorjahr haben wir 865 kg Hundekot in den Dog-Stationen gesammelt. Es gab aber auch viele liegen gelassene Hundstrümmerl auf Gehsteigen, auf Wanderwegen, auf Feldern oder in Siedlungsgebieten. Das ist unverantwortlich, da spielen z. B. auch Kinder. Diese Ausnahmen bringen die ordentlichen Hundebesitzer in Verruf. Wenn unsere Aufklärung nicht fruchtet, müssen wir mehr Kontrollen durchführen, damit die Verordnung eingehalten wird. Hundekotsackerl gibt's bei uns gratis, das sollten Beherbergungsbetriebe auch bei ihren Gästen kommunizieren", so Bgm. Leo Niedermoser (St. Jakob).

Schwarze Schafe

"Es ist schade, wenn es durch einzelne schwarze Schafe zu Unstimmigkeiten kommt", so Bgm. Reinhold Hörl in Kössen. Leinenfreie Zonen seien ausgewiesen, Gassisackerl seien erhältich. "Öfters wird zwar der Kot eingesammelt, das Sackerl dann aber achtlos in die Natur geworfen wird statt in die Müllkübel", macht Flörl auf ein weiteres Problem aufmerksam. In Kössen kam es auch zu einem Zwischenfall mit einem freilaufenden Hund, der ein Huhn tötete und weitere verletzte. Der Leinenzwang war dabei missachtet worden (wir berichteten).

In Kirchdorf wurde eine verschärfte, auf das gesamte Gemeindegebiet ausgeweitete  Hundeverordnung beschlossen. Hier ist vor allem das Erholungsgebiet Großache stark von Hunde-Hinterlassenschaften und freilaufenden Tieren betroffen. Es drohen empfindliche Strafen.

Gassi-Sackerl

Auch in St. Johann gibt es vermehrt Beschwerden über die offensichtliche Nichteinhaltung der "Verordnung über das Halten von Hunden", die seit 2000 besteht und u. a. eine Kot-Entfernungspflicht enthält. Gassi-Sackerl werden an Hundebesitzer versendet, auch bei Gassi-Automaten gibt es Gratissäcke und an Wegen stehen 84 spezielle Mülltonnen zur Kot-Entsorgung (sowie über 300 Straßenmülleimer), wie von Seiten der Gemeinde betont wird. In ausgewiesenen Bereichen besteht in der Marktgemeinde auch ein Leinenzwang.
"Bei uns werden jährlich 150.000 Gassisackerl verbraucht. Die Verwendung der Sackler ist ein wichtiger Beitrag zur Hygiene und Gesundheit für Mensch und Tier", so Bgm. Stefan Seiwald.

Eigene Hundewiese

In Kitzbühel wird die Leinenpflicht verstärkt kontrolliert, vor allem im Bereich Schwarzsee und in der Innenstadt (durch Bergwacht und Stadtpolizei, Anm.). Seit 2010 besteht eine entsprechende Verordnung. Die Gamsstadt ist auch eine von wenigen Gemeinden, die eine ausgewiesene Hundewiese (Reither Kreuzung) haben, die auch sehr gut angenommen wird.
Auch in Kitzbühel und den Umlandgemeinden sorgt nicht entsorgter Hundekot für verstärkten Ärger. Hier ist die Bergwacht angehalten, die Entsorgungspflicht zu kontrollieren. "Die Aufklärung steht aber im Vordergrund. Letztlich kann jeder durch vorbildliches Handeln zur Bewusstseinsbildung bei allen beitragen", so Bgm. Klaus Winkler.

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