Die Finanzen nun online vergleichen

Schuldenstände 2014 lt. Statistik Austria, 20 Bezirksgemeinden.
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BEZIRK KITZBÜHEL (wu/niko). Der Gemeindebund hat zum Jahreswechsel eine neue Internet-Plattform zur Darstellung der Gemeindefinanzen vorgestellt.
Auf www.gemeindefinanzen.at kann man ab sofort sehen, wie die politischen Vertreter auf kommunaler Ebene wirtschaften. Die Unser können die Einnahmen und Ausgaben der einzelnen Gemeinden abrufen und auch mit anderen Gemeinden vergleichen.

Grundlage sind Daten der Statistik Austria. Die Daten reichen fünf Jahre zurück. Sie basieren auf den jeweils aktuellsten verfügbaren Rechnungsabschlüssen der Gemeinden. Die derzeit jüngsten Daten stammen somit aus dem Jahr 2014.
„Das ist ein riesiger Schritt zur völligen Transparenz der kommunalen Haushalte jeder einzelnen Gemeinde“, so Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer.
Umgesetzt wurde das Projekt gemeinsam mit der Kommunalkredit Austria, programmiert hat es die Austria Presse Agentur. Einziger Haken: Wien ist wegen seiner Sonderstellung als Bundesland und Gemeinde nicht dabei.

20 Bezirksgemeinden

Die Bezirksgemeinden werden anhand verschiedener Parameter online vergleichbar. Bei den absoluten Beträgen muss man jeweils die Größe der Kommune in die Betrachtung miteinbeziehen. Klarerweise sind die Haushaltszahlen höher oder niedriger, je größer bzw. kleiner die Gemeinde ist – naturgemäß etwa bei Gesamteinnahmen/-ausgaben, Steuern, Ertragsanteilen oder der freien Finanzspitze (für Einzelinvestitionen verfügbares Geld im Haushalt).
Bei den Schulden hingegen kann sich auch ein anderes Bild ergeben, haben die Kleingemeinden doch zumeist schwerer an nötigen Investitionen (Infrastruktur etc.) zu tragen als große, potentere Orte. So hat etwa Schwendt mit 1,62 Millionen Euro im Verhältnis eine schwerere Schuldenbelastung zu tragen als etwa Kitzbühel (8,25 Mio. €). In absoluten Zahlen hatte im Jahr 2014 Fieberbrunn mit 15 Mio. € die höchste Schuldenlast, Reith mit 190.000 € die geringste. Kirchberg stand mit 12,3 Mio. in der Kreide, Itter nur mit 650.000 Euro.

Eigene Steuern

Die eigenen Steuern richten sich nach Größe und wirtschaftlicher Potenz sowie der Anzahl der im Ort Beschäftigten; je mehr Betriebe und Arbeitnehmer, umso höher ist etwa die Kommunalsteuer. Das Ranking führt Kitzbühel mit 9,8 Mio. € unangefochten an; es folgen St. Johann mit 5,56 Mio. € sowie Kirchberg, Hopfgarten und Fieberbrunn mit über 2 Mio. €. St. Jakob muss sich mit 290.000 €, Itter mit 380.000 € begnügen.

Über die höchste „freie Finanzspitze“ verfügte 2014 St. Johann mit 4,86 Mio. €, gefolgt von Kitzbühel mit 4,65 Mio. €. Schwendt brachte es auf ganze 44.205 Euro; negativ war diese Kennzahl in Kirchberg (–2,9 Mio. €), in St. Jakob und St. Ulrich.
Wichtiger Einnahmenteil in den Gemeindebudgets sind die Ertragsanteile (Anteile der Bundessteuern für Gemeinden aus dem Finanzausgleich). Auch hier waren Kitzbühel (7,94 Mio. €) und St. Johann (7,56 Mio. €) die größten Nutznießer – allein ob ihrer Größe. St. Jakob konnte dagegen nur 670.000 € einstreifen, auf Schwendt entfielen 700.000 Euro.

Bei den Gesamteinnahmen klaffte die Schere von Kitzbühel mit 44 Mio. € bis St. Jakob mit 2,24 Mio. € und Aurach mit 2,7 Mio. €; ebenso bei den Gesamtausgaben: Kitzbühel 42,87 Mio. €, St. Jakob 2,18 Mio. €.

ERTRAGSANTEILE 2014

Aurach: 950.000 €
Brixen: 2,450.000 €
Fieberbrunn: 3,890.000 €
Going: 1,770.000 €
Hochfilzen: 960.000 €
Hopfgarten: 4,870.000 €
Itter: 1,000.000 €
Jochberg: 1,340.000 €
Kirchberg: 4,850.000 €
Kirchdorf: 3,350.000 €
Kitzbühel: 7,940.000 €
Kössen: 3,820.000 €
Oberndorf: 1,700.000 €
Reith: 1,400.000 €
Schwendt: 700.000 €
St. Jakob: 670.000 €
St. Johann: 7,560.000 €
St. Ulrich: 1,440.000 €
Waidring: 1,790.000 €
Westendorf: 3,370.000 €

FREIE FINANZSPITZE
Aurach: 410.000 €
Brixen: 970.000 €
Fieberbrunn: 980.000 €
Going: 570.000 €
Hochfilzen: 260.000 €
Hopfgarten: 1,810.000 €
Itter: 290.000 €
Jochberg: 220.000 €
Kirchberg: –2,944.200 €
Kirchdorf: 660.000 €
Kitzbühel: 4,650.000 €
Kössen: 1,460.000 €
Oberndorf: 790.000 €
Reith: 590.000 €
Schwendt: 44.205 €
St. Jakob: –230.822 €
St. Johann: 4,860.000 €
St. Ulrich: –725.118 €
Waidring: 490.000 €
Westendorf: 980.000 €

EIGENE STEUERN

Aurach: 610.000 €
Brixen: 860.000 €
Fieberbrunn: 2 Mio. €
Going: 950.000 €
Hochfilzen: 530.000 €
Hopfgarten: 2,08 Mio. €
Itter: 380.000 €
Jochberg: 710.000 €
Kirchberg: 2,46 Mio. €
Kirchdorf: 1,78 Mio. €
Kitzbühel: 9,78 Mio. €
Kössen: 1,5 Mio. €
Oberndorf: 1,63 Mio. €
Reith: 760.000 €
Schwendt: 160.000 €
St. Jakob: 290.000 €
St. Johann: 5,56 Mio. €
St. Ulrich: 760.000 €
Waidring: 720.000 €
Westendorf: 1,13 Mio. €

Alle Angaben 2014, lt. Statistik Austria

Fotos, Grafik: Kogler (2), Reitter

Link: www.gemeindefinanzen.at

Autor:

Klaus Kogler aus Kitzbühel

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