Corona-Pandemie, Nachtgastronomie
"Die Nachtgastronomie ist schwer angezählt!"

Keine DJs, kein Tanz, kein Ausgehen bis in die Morgenstunden: Die Nachgastro ist in Ruhezustand.
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Der Verband Österreichischer Nachtgastronomen fordert Runden Tisch mit der Bundesregierung; Perspektiven wichtig für's Überleben.
WIEN, TIROL, BEZIRK KITZBÜHEL. Seit einem Jahr ist die heimische Nachtgastronomie geschlossen. Nach dem Gastronomie-Gipfel am 1. März ist eine Öffnung in schier unerreichbare Ferne gerückt:  "In eine wirtschaftlich unerreichbare Ferne, denn selbst, wenn man hervorragend gewirtschaftet hat, ist es unmöglich, einen Betrieb über ein Jahr hinweg ohne adäquater finanzieller Unterstützung des Staates am Leben zu erhalten“, so Stefan Ratzenberger, Obmann des Verbandes Österreichischer Nachtgastronomen (VÖNG).

„An Öffnung denkt derzeit kein Nachtgastronom, aber an eine Perspektive und die Hoffnung, wirtschaftlich zu überleben und nicht in allen Entscheidungsprozessen 'ausgeblendet' zu werden“, so Ratzenberger.

Nicht berücksichtigt

Alle finanziellen Unterstützungen und sämtliche Lockerungsschritte in der Tourismusbranche seien laut VÖNG rein auf die Hotellerie und Tagesgastronomie ausgerichtet. Auf die Anforderungen und die Besonderheit der Nachtgastronomie ging die Bundesregierung weder im Vorjahr noch beim jüngsten Gastro-Gipfel ein.

Die am 1. März kommunizierten Öffnungsschritte mit Gastgärten bis 20 Uhr schließt die gesamte Nachgastronomie aus zweierlei Gründen aus – die frühe Sperrstunde und das Fehlen der Gastgärten. "Und die steuerliche Erleichterung der 5-%-Mehrwertsteuer-Regel hilft rein jenen Unternehmen der Tagesgastronomie, denn um dies in Anspruch nehmen zu können, muss man geöffnet haben und Umsatz generieren", so der Gastro-Obmann.

Der Fixkostenzuschuss mit einer Deckelung von 90 % führe unweigerlich in die (verschleppte) Insolvenz, denn es müssen seit einem Jahr 100 % der Fixkosten bezahlt werden; 10 % von den Nachtgastronomen selbst, die aber seit zwölf Monaten über keinerlei Einkünfte verfügen.

Live-Konzerte in Nachtgastro – nicht möglich.
  • Live-Konzerte in Nachtgastro – nicht möglich.
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„Das Ende der Fahnenstange ist erreicht“, stellt Ratzenberger die höchst prekäre Situation der  Nachtgastronomie dar; man brauche maßgeschneiderte Hilfen die dort helfen, wo sie dringend gebraucht werden.

"Falls die Regierung Interesse am Fortbestand der Nachtgastronomie hat, ist es dringend nötig, zu einem Runden Tisch zu laden. Es gibt Möglichkeiten zur Rettung der Nachtgastronomie. Man muss aber rasch und effizient handeln und helfen!“

Viele Konzepte

„Wir haben unzählige Konzepte vorgelegt. Nicht eines wurde weiterverfolgt. Es scheint fast so, als ob man uns damit in Hoffnung wägend und beschäftigt halten wollte“, so Ratzenberger.
Nun seien alternative Gastro-Konzepte gefragt. Man müsse weg von der ständigen Ankündigungspolitik, hin zur Realpolitik und damit zur Perspektive und Planung. „Selbst, wenn es erst im Herbst Hoffnung zu einer schrittweisen Öffnung der Nachtgastronomie gibt, werden wir dies zum Wohle Aller selbstverständlich mittragen, aber es muss eine entsprechende Unterstützung gewährleistet sein. Derzeit gibt es nichts", so Ratzenberger.

„Wir müssen unsere prekäre Situation gegenüber den politischen Verantwortungs- und Entscheidungsträgern am Runden Tisch darstellen, um gemeinsam an einer raschen und effizienten Lösung zu arbeiten. Anderenfalls sehen wir das Ende der heimischen Nachtgastronomie eingeläutet und unabwendbar",

betont der VÖNG-Obmann.

Die Wertschöpfungskette der Nachtgastronomie geht weit über Bars, Clubs, Diskotheken etc. hinaus. DJs, Licht und Ton-Techniker, Security- und Reinigungsfirmen, Taxiunternehmen und Würstelstandbetreiber, und nicht zu vergessen sämtliche Lieferanten und Produzenten. Alle verbuchen starke Einbußen und Arbeitsplätze wackeln überall.
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