Sagen im Bezirk Kitzbühel
Die "wilden Frauen" auf der Schlaberstatt

In Jochberg tanzten laut Sage die wilden Frauen auf der Schlaberstatt.
  • In Jochberg tanzten laut Sage die wilden Frauen auf der Schlaberstatt.
  • hochgeladen von Johanna Schweinester

JOCHBERG (jos). In der Gegend der Sintersbachalm und Achentaler Grundalm lag am Fuß des Gaissteins die "Schlaberstatt", ein Versammlungs- und Tanzplatz "wilder Frauen".
Der Heimkundler Ludwig Weinhold behauptete 1923, man könne noch die Bänke sehen, die aus Wasen gemacht wurden und den Tanzplat umsäumten, auch wusste er noch den Platz, wo drei "Aufmacher" ihre lustigen Weisen ertönen ließen.
Bei den Zusammenkünften wurde viel gerauft. Einmal sagte ein Knecht, er müsse zum Tanz auf die Schlaberstatt einen Schlitten mitnehmen, da man einen Toten herunterziehen müsse. Auf der Schlaberstatt gab es einen Streit und der besagte Knecht wurde mit einem Brotwecken erschlagen. Dabei war der Knecht an sich unverletzlich, weil er sich mit Hilfe des Teufels "gefroren" gemacht hatte und damit unverwundbar war. Er hatte allerdings vergessen, sich auch gegen eine so ungewöhnliche Waffe wie dem Brotwecken unverwundbar zu machen. So hatte er den Schlitten, ohne es zu ahnen, für sich selbst auf die Schlaberstatt gezogen.
Die "wilden Frauen" traten häufig als Mägde bei den Bauern in den Dienst. Sie wollten aber trotzdem zu den Tänzen auf die Schlaberstatt. ALs einmal eine Dirn nicht rechtzeitig mit dem Melken fertig war, setzte sie sich noch einmal auf den Melkstuhl und sauste in rasender Fahrt mit dem Stuhl zur Tanzfläche hinauf.
Eine andere der "wilden Frauen" war sehr fleißig und arbeitsam. Einmal begegnete dem Bauern eine unbekannte Frau, die ihm eine merkwürdige, für ihn unverständliche Botschaft an die Dirn mitgab. Als sie die Nachricht vom Bauern hörte, begann sie heftig zu weinen, eilte fort und kam nie mehr zurück. Sie war heimgerufen worden. Die Tänze auf der Schlaberstatt fanden nur bei schönem Wetter statt. Auch wurde dabei gejauchzt und gesungen. Allerdings hat man nun schon jahrelang nichts mehr von den "wilden Frauen" auf der Schlaberstatt gehört.
Vielleicht sind sie weggezogen, weil die Almen nicht mehr bewohnt sind, vielleicht wurden sie auch von den Touristen verscheucht, wer weiß das schon? Vielleicht fürchten sie sich auch vor dem Teufel, der deort bei einem Almtanz eine arme Seele holen wollte, was ihm aber nicht gelang. Wütend soll er mit dem Fuß so heftig aufgestampft haben, dass der Felsen glühend wurde. Diese Teufelstritte kann man heute noch auf der Schlaberstatt sehen. Die "wilden Frauen" aber sind und bleiben wohl verschwunden.

Autor:

Johanna Schweinester aus Kitzbühel

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