Geiselnahme Erpfendorf: Taxifahrer war kein Bekannter des Täters

Der Taxifahrer bekam den Auftrag zufällig von seinem Chef; unter einem Vorwand bat ihn der Täter in dessen Wohnung.
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  • Foto: ZOOM.Tirol
  • hochgeladen von Elisabeth Schwenter

ERPFENDORF (elis). Über eine Woche nach dem Banküberfall in Erpfendorf, bei dem ein Einheimischer als Geisel genommen wurde und ein Großeinsatz von Spezial-Einsatzkräften ausgelöst wurde, liegen die endgültigen Ergebnisse der Ermittlungen sowie neue Erkenntnisse zu den genauen Geschehnissen vor dem Banküberfall, auf dem Tisch.

„Es hätte jeden treffen können“

Die Vorgeschichte zum Banküberfall hatte sich nach Aussagen des Fahrers selbst und der Firma City Taxi St. Johann folgendermaßen zugetragen:
Der Täter rief am Freitag den 12. 5. gegen 9 Uhr die Firma City Taxi 61188 in St. Johann an und orderte ein Taxi zu seiner Wohnung in Kirchdorf. Der Täter, der bereits langjähriger Kunde der Firma war, versprach bei dieser Gelegenheit, seine Außenstände mit der Firma zu begleichen. "Er wollte von seiner Wohnung in Kirchdorf abgeholt werden, um zu seiner angeblich neuen Wohnung nach Erpfendorf zu fahren. Dann wollte er weiter nach Kitzbühel gefahren werden. Er sagte, dass in Kitzbühel Geld für ihn hinterlegt wurde. Damit, so versprach er, würde er die Taxifahrt und seine Schulden bei uns begleichen", so Klaus Biechl, Chef der Firma City Taxi St. Johann.
City Taxi-Fahrer M. war zu diesem Zeitpunkt verfügbar und nahm den Auftrag an. Er war um etwa 9.10 Uhr bei der genannten Adresse in Kirchdorf, der Wohnung des Täters. „Das war einfach Zufall. Wenn nicht er, dann wäre ein anderer hingefahren“, so Biechl.

Täter bat Fahrer in die Wohnung

Der Täter bat den Fahrer, so Biechl, in die Wohnung in Kirchdorf mit zu kommen. Er habe noch eine Kleinigkeit zu erledigen und brauche dabei Hilfe. Fahrer M. willigte ein, begleitete den „Kunden“ in die Wohnung und wartete dort einige Minuten, bis dieser in einem anderen Zimmer mit seinen Erledigungen fertig war. "Als der Täter aus dem Nebenraum zurück kam, hatte er eine Waffe und eine Weste, die er, wie er behauptete, mit Sprengstoff gefüllt hatte, dabei. Er zwang den Fahrer, diese Weste anzuziehen und mit ihm zur Raiffeisen Bank nach Erpfendorf zu fahren", erklärte der City-Taxi Chef.
Dort nahmen die Geschehnisse ihren Lauf.

Fahrer bereits zurück im Job

Zwischen dem Taxifahrer, der Firma City Taxi 61188 und dem Täter bestand vor der Tat ausschließlich eine Geschäftsbeziehung. Privat kannten sich die involvierten Personen laut Aussagen des Taxi-Unternehmes nicht.
Der Taxifahrer selbst, der noch vor etwas mehr als einer Woche sechs Stunden lang als Geisel in der Raika Erpfendorf festgehalten wurde, ist vor wenigen Tagen wieder in seinen Job zurückgekehrt. "Wir sind den Einsatzkräften jedenfalls sehr dankbar, dass sie ihre Arbeit in dieser schwierigen Situation so gut gemacht haben", zeigt sich City Taxi Chef Biechl erleichtert.

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