Nur wenige überlebten...

Tiroler Jägerschaft erfasste im Juli tirolweit die Steinwildpopulation, um die
Bestandsveränderung zu untersuchen.
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    Bestandsveränderung zu untersuchen.
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TIROL/KIRCHBERG (niko). Rund 400 JägerInnen schwärmten Anfang Juli in die Tiroler Berge, um den Bestand der heimischen Steinwildpopulationen seit deren Wiederansiedlung 1953 zu erheben.

Neben der Erfassung der Populationen war es Ziel der Jägerschaft, die Altersstruktur und den Gesundheitszustand der Tiere herauszufinden. LJM-Stv. Ernst Rudigier, Steinwildreferent von Tirol, freut sich über einen Zuwachs von rund 26 % innerhalb von 5 Jahren.

Organisatorische Meisterleistung

Landesweit, kraxelten Tiroler Jäger und Steinwildkenner, Anfang Juli pärchenweise in die heimischen Gebirgskämme, die Heimat dieser majestätischen Bergtiere. Im Morgengrauen bereits in den Bergen und bei wolkenlosem Himmel wurde von den Jägern Ausschau gehalten. Steinwildreferent LJM-Stv. Ernst Rudigier dazu: „Es ist immer wieder ein Abenteuer, das nur Dank Mithilfe der Bezirkssteinwildreferenten und Hegemeister der Tiroler Jägerschaft umzusetzen ist.“

Grund der Erhebung

Der Tiroler Jägerverband will mit dieser Zählung die Steinwildbestände möglichst genau erfassen, um zu ermitteln, ob die einzelnen Kolonien zahlenmäßig zu- oder abnehmen. Ziel ist es auch, festzustellen, ob die Altersstruktur der Kolonien intakt ist, d.h, ob genug Jungtiere, viele mittelalte Tiere, aber auch ausreichend erfahrene Alttiere in den verschiedenen Beständen vorkommen. „Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Erscheinungsbild und damit auf die Gesundheit der Tiere gelegt“, so Rudigier

Zahl ist gestiegen – Steinwild hat die Berge zurückerobert

Gesichtet wurden bei der aktuellen Zählung 5247 Tiere. Ein erfreuliches Ergebnis, bedeutet es einen Anstieg der Gesamtpopulation um 1085 Tiere. (Bei der Zählung 2010 wurden 4162 Stück gezählt). Die Gründe dafür sieht Rudigier zum einen an milderen Wintern in den meisten Regionen und zum anderen an der Jägerschaft, die mit großer Verantwortung auf die Bestände achte.

Einfluss auf die Populationen

Leider gibt es einen Wehrmutstropfen. „In einigen Gebieten östlich des Brenners wurden durch die Räude ganze Bestände ausgelöscht“, so Rudigier. Die Krankheit, verursacht durch Grabmilbenbefall, schwächt das Immunsystem des Steinwildes und endet für diese Rudeltiere meist tödlich. Betroffene Gebiete waren z.B. das Wattental, hier hat der Räudezug den Bestand gänzlich ausgelöscht und die Hegegemeinschaft „Großer und Kleiner Rettenstein“ wo von über 100 Stück Steinwild (Stand 2014) lediglich 3 Geißen mit ihren Kitzen den Räudezug überlebt haben (laut Bezirkssteinwildreferent Linthaler Hubert).

Auch der Mensch hat Einfluss auf die Gesundheit der Tiere. Im Gegensatz zum Sommer, wo Bergwanderer die Steinböcke aus nächster Nähe beobachten können, sind die Tiere im Winter scheu und jede Beunruhigung durch den Menschen veranlasst sie zur Flucht, was den Energieverbrauch steigert. Die Flucht in Lawinenhänge und vereiste, absturzgefährdete Regionen oder in tief verschneite Gebiete, wo es keine Nahrung gibt, führt dazu, dass manche Tiere die harten Monate nicht überleben (z.B. durch Lawinen, Absturz oder Verhungern). Jene Tiere, die trotz solch schlechter Überwinterungs- Bedingungen überleben, sind im Frühjahr geschwächt, krankheitsanfällig und bringen kaum Nachwuchs zur Welt. „Soll die Erfolgsgeschichte des Steinwildes in Tirol weiterhin eine bleiben, sollten Gebiete, die den Lebensbedürfnissen des Wildes im Winter besonders entsprechen, vom erholungssuchenden Menschen weitgehend ungestört bleiben“, so Rudigier.

Tiroler Jägerschaft erfasste im Juli tirolweit die Steinwildpopulation, um die
Bestandsveränderung zu untersuchen.
Der König der Alpen fühlt sich wieder heimisch in den Tiroler Bergen.
Autor:

Klaus Kogler aus Kitzbühel

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