Westendorf
Vom Bürgerrat und der Begegnungszone

Ein örtliches Mobilitätskonzept soll für die Gemeinde Westendorf beschlossen werden.
  • Ein örtliches Mobilitätskonzept soll für die Gemeinde Westendorf beschlossen werden.
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Entwurf für Westendorfer Mobilitätskonzept präsentiert; (Fast-)Absage für Umfahrung, das Tempo drosseln...

WESTENDORF (niko). Am 7. Mai wurde bei einer Bürgerversammlung der erste Entwurf für ein Mobilitätskonzept für Westendorf präsentiert. Dieser ist von einem Bürgerrat (12 bis 20 Einwohner) und Experten erarbeitet worden. Bei der gut besuchten Versammlung konnten weitere Ideen und Vorschläge eingebracht werden, die nunnoch in den Entwurf eingearbeitet werden.

Stefan Daxenbichler und Thomas Naschenweng berichteten über die positive Arbeit im Bürgerrat seit April 2018. Es gab Workshops, Themensammlung, Dorfrundgang, Problemanalysen und die Ausarbeitung von Maßnahmen. "Wir haben Prioritäten für das Konzept gesetzt und dieses  im Umwelt- und Verkehrsausschuss vorgestellt", so Daxenbichler.

Die Kernpunkte

Der beauftragte Verkehrsplaner Friedrich Rauch stellte die Kernpunkte des Konzeptentwurfs vor. Im Mittelpunkt standen die Fragen einer verkehrsberuhigten Zone (Begegnungszone), eine mögliche Ortsumfahrung, Verkehrssicherheit, Verbesserungen für den Radverkehr und die Situation an der Hofer-Kreuzung (Bundesstraße).

Bei Verkehrszählungen ergab sich eine Belastung von bis zu 6.000 Fahrzeugen täglich (Saisonspitzen, v. a. im Winter) und ein Quell- und Zielverkehr im Ort von 3.000 bis 4.600 Autos pro Tag. "Eine Umfahrung, für die wir mehrere Varianten untersucht haben, würde wenig Entlastung und schwere Eingriffe in den schönen Naturraum bringen. Raumordnerisch sollte man jedoch die Möglichkeit für Umfahrungstrassen (Bereich Bundesstraße/Golfplatz/Ortszentrum) mitdenken und freihalten", so Rauch.

Temporeduktionen und eine Begegnungszone im Ortskern (drei Straßenzüge) würden hingegen mehr Lebensqualität und Sicherheit bringen. "Eine Begegnungszone könnte schrittweise umgesetzt werden. Das kostet natürlich etwas, da man den Straßenraum gestalten muss, Fußgänger-, Radfahrer- und Autoverkehr müssen sich auf einer Ebene bei einer 20-km/h-Beschränkung gleichberechtigt abspielen. Zudem wäre eine 40er-Zone Richtung Golfplatz wichtig, da hier viel zu schnell gefahren wird, worunter die Verkehrssicherheit leidet", so Rauch.

Radwege, Parkplätze

Wichtig sei auch der Ausbau der Radwege, vor allem im Bereich Bahnhof (samt Rad-Abstellplätzen), und eine Verbreiterung der Straße in die Windau auf 4,5 Meter samt Radstreifen. Eine zentrumsnahe Parkgarage bzw. zusätzliche Parkflächen im Ortszentrum wurde ebenso angeregt. "Wir brauchen auch alternative Ansätze wie Car-Sharing, E-Mobilitätsanbieter und Anreize zur Anreise mit der Bahn", so Rauch.

Für die Situation an der "Hofer-Kreuzung" gab es diverse Vorschläge, die jedoch mehrheitlich nicht realisierbar sind (Unterflur, Kreisverkehr, Ampel). Bereits in Bau ist ein Fahrbahnteiler, geplant ist auch eine 50er-Beschränkung. Für die Zukunft denkt man an eine Fußgänger-/Radfahrerbrücke über die Bundesstraße.

In der offenen Diskussion gab es u. a. einen Appell an den Gemeinderat, das Konzept rasch umzusetzen, Geschwindigkeiten zu reduzieren (mehr Kontrollen, Radarkästen etc.), das Verkehrsverhalten längerfristig zu verändern und eine positive Einstellung zur Begegnungszone.

Die vorgebrachten Ideen werden in den Entwurf eingearbeitet; es soll dann ein Endbericht folgen, der im Gemeinderat letztlich zu beschließen ist. "Und dann soll es auch umgesetzt werden und nicht in der Schublade landen", appellierte Ausschussobfrau Christine Schermer.

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