Club Tirol – Kitzbühel
Vom Mythos der Stadt Kitzbühel

Über 70 Teilnehmer waren beim virtuellen Meeting dabei, darunter auch zahlreiche Kitzbüheler.
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  • Über 70 Teilnehmer waren beim virtuellen Meeting dabei, darunter auch zahlreiche Kitzbüheler.
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Anlässlich des 750-Jahre-Jubiläums von Kitzbühel ließ sich der Businessclub "Club Tirol" von einer profunden Runde über Geschichte und speziellen Flair der Stadt informieren.
WIEN, KITZBÜHEL. Streif, Partys, Promi-Hotspot, luxuriöse Feriendomizile, schöne Berglandschaft. Viele bekannter Klischees zu Kitzbühel.
Die Gamsstadt ist eine der Tourismushochburgen Österreichs. Wo viel Licht, da gibt es natürlich auch Schatten. Anlässlich des 750-Jahre-Jubiläums warf der Businessclub Club Tirol bei einem virtuellen Clubabend einen Blick auf diese bekannte Tiroler Stadt. Und ließ sich aus profundem Mund einiges über den „Mythos Kitzbühel“ erzählen.

Live aus Kitzbühel zugeschaltet waren dafür Wido Sieberer, Leiter des Kitzbüheler Museums und Stadtarchivs, Bgm. Klaus Winkler und die geschäftsführende Obfrau von Kitzbühel Tourismus, Viktoria Veider-Walser. Auch eine intime Kennerin und „Ehren-Kitzbühelerin“ war dabei: Kristina Sprenger, Schauspielerin und Intendantin sowie langjährige „Soko-Kitzbühel Ermittlerin“.

Nicht nur Tourismus

Kitzbühel ist nicht nur Tourismus. Der spezielle Charme der Stadt begründe sich weit vor der Ära der „mondänen Gästewelt“, betonte Historiker Sieberer. Die Stadterhebung am 6. Juni 1271 war der Start für die Entwicklung zum regionalen Zentrum. Der Bergbau (Silber) ließ die Stadt im Mittelalter erblühen, ein starkes Bürgertum entstehen und zur barocken Kunststadt werden. Das 19. Jahrhundert brachte zunächst Krisen, Stagnation und Niedergang, ehe ab den 1890er-Jahren der Tourismus Kitzbühel zum Mythos aufsteigen ließ. Das „städtische Bewusstsein und Selbstverständnis“ wirkt sich bis in die Gegenwart aus, gibt der heutigen Bezirkshauptstadt sowie dem Schul- und Verwaltungszentrum ein im Vergleich zu anderen, eher dörflichen Tourismus-Hochburgen seinen speziellen „Flair“.

Kein rauschendes Jubiläumsfest

Rauschende Feste zum Jubiläum gab es – Corona-bedingt – nicht. Schon in der langjährigen Vorbereitung hab man mehr auf Nachhaltigkeit und langfristige Projekte statt auf eine riesige Feier gesetzt, so Bgm. Winkler. So wurden etwa Infrastrukturmaßnahmen („Stadtverschönerung“) umgesetzt, der Schulstandort aufgewertet, die Jugend werde mit einem eigenen Jugendcafé gefördert.

Der „Mythos“ Kitzbühel liege, so Winkler, lange zurück. Dieser sei sicher auch der guten Lage von Kitzbühel (Erreichbarkeit), seiner eher lieblichen denn schroffen Bergwelt und einiger schicksalhafter Fügungen und Ereignisse geschuldet (wie dem Eisenbahn- und Seilbahnbau, der Epoche der Skilegenden). Mit seinem gut erhaltenen historischen Stadtkern und seinen vielen Einrichtungen sei Kitzbühel mehr als nur eine bekannte Winter-Destination. Das gute finanzielle und wirtschaftliche Standing der Stadt sei nicht nur dem Tourismus zu verdanken, sondern auch dem ausgeglichenen Mix mit Handel und Gewerbe.

Dem oft bemühten Klischee von Kitzbühel als „Ort der Schönen und Reichen“ hält der Bürgermeister entgegen, dass allein in den vergangenen Jahren im gemeinnützigen Wohnbau für etwa 10 Prozent der heimischen Bevölkerung leistbarer Wohnraum geschaffen wurde. Man verfüge zur Zeit auch über „20 Hektar an Baulandüberhang, mit dem wir verantwortungsvoll umgehen werden.“ 90 Prozent aller Bauvorhaben spielen sich ohnehin auf bebauten Grundstücken ab. Kitzbühel sei also abseits jeglichen Mythos ein „Ort der Normalität, ein guter Ort zum Wohnen und Leben für die Einheimischen.“

Neue Konzepte

Dass man sich für die Zukunft angesichts der coronabedingten Einschnitte was überlegen muss, darüber berichtete Veider-Walser. Die Krise zwinge speziell im Marketingbereich zu neuen Konzepten, zur Ausbildung eines neuen Selbstverständnisses. Die Krise sei auch Chance, „jetzt Raum zu schaffen für Neues, selbst radikale Veränderungen anzugehen.“

Im Kitzbühel-Tourismus arbeite man intensiv an einem neuen Storytelling und einer Bildsprache. Man wolle keine Werbe- sondern Wertebotschaften ausschicken, „wir sehen uns als Lebenssinnmarke, nicht nur als Ferien- und Freizeitmarke. Das bedingt auch, das wir am Markt anders auftreten als konventionell üblich.“

Authentische Breite

Kristina Sprenger.

„Ich kannte die Stadt vor den Dreharbeiten zu Soko-Kitzbühel nicht, ich war dann aber schnell Schock-verliebt“,

erinnert sie sich. Die ganzjährige Schönheit der Landschaft, aber ganz besonders die Menschen dort haben es ihr angetan: „Ich habe sehr viel Herzlichkeit erlebt, habe mich dort gut aufgehoben gefühlt.“
Aufgefallen sei ihr schon damals rasch, über welche hohe „Kulinarik“ die Region verfüge, hier „gibt es viel Gastronomie auf hohem Niveau.“ Die „authentische Breite“, über die Kitzbühel verfüge, vom Bergbauernfeeling bis hin zum Schickimicki-Flair mit seinen Nobelboutiquen, das „ist einfach faszinierend – deshalb komme ich jetzt noch jedes Jahr einmal gerne her.“

Auszug Teilnehmerliste:

Unter den gut 70 Teilnehmern des virtuellen Meetings: Club Tirol Präsident Julian Hadschieff, Vizepräsidentin Renate Danler, die Vorstandsmitglieder Charlotte Sengthaler (e&k public relations), Peter Kunz (Kunz Wallentin RAE), Martina Scheiber (HR-SCOPE) Herbert Rieser (cafe+co) und Bastian Sieberer (Raiffeisen Bank International). Anton Bodner und Christian Wörister (KitzSki), Maria Haas (Hypo Tirol), Christine Oppitz (SR Innsbruck), Signe Reisch (Rasmushof), Helga Freund (Verkehrsbüro AG), Alexander Koller (K1 Consulting), Jeannine Kopp (Österr. Parlament), Franz Lechner (Herzregion), Wolfgang Suitner (Seefeld Sports), Erich Benischek (Blaue Lagune), Wolfgang Meixner (Vermessungsbüro Meixner), Rima Wurzenrainer (Rima Kunst), Harald Preyer (Hosting the Future), Michaela Reith (Sommertheater Kitzbühel), Dominik Schrott (Asfinag), Isabella Fischer (BMI), Manfred Gaber (Rotes Kreuz), Hannes Gruber (VIG) Stephan Briem (RAE Dr. Stephan Briem) uvm.
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